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April  2011
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Monat April 2011

 

 

Da kann man aber mal gespannt sein!

Ja zu Frauenpower in den türkischen Moscheen?

Die Religionsbehörde, Diyanet,  in der Türkei, sie unterstützt auch den Dachverband DITIB hier in Deutschland, will mit der Diskriminierung in den Gotteshäusern aufräumen und die Stellung der Frau im Islam aufwerten.

Ein löbliches Unterfangen, aber ich bin sehr skeptisch, denn solange die Männer schwer davon zu überzeugen sind und die Frauen nicht die Initiative ergreifen, ist diese Aktion zum Scheitern verurteilt.

Nach wie vor werden die Frauen nur dazu benutzt, dass sie, wie auch in der katholischen Kirche als schmückendes Beiwerk benutzt werden, sie dürfen für Sauberkeit verantwortlich sein, sie dürfen türkische Speisen herstellen, die zu Gunsten der Moschee verkauft werden, und wenige dürfen unterrichten, aber nur die Mädchen, ansonsten haben die Männer das Sagen und lassen nur die Meinungen zu, die ihnen passt.

In den meisten Moscheen führen die Frauen nur ein Mauerblümchen-Dasein.

In den türkischen Moscheen können Frauen zum Beispiel an den beiden großen Feiertagen, Ramadan und Opferfest nicht die Moschee besuchen, weil dann der Bereich, der für die Frauen reserviert ist, für die Männer frei gemacht wird.

Dann wird auch der hässliche Vorhang zurückgezogen, damit die Männer am Gottesdienst auch optisch teilnehmen können. Bei den Frauen wird streng darauf geachtet, dass das Ding die Sicht für die Frauen auf den Gebetsraum versperrt.











 

Istanbul – Mehmet Görmez ist ein islamischer Fundamentalist, aber ein fortschrittlicher. Als Leiter­ des staatlichen Religionsamtes in der Türkei ist Görmez der Herr über alle 80.000 Moscheen im Land – und er fordert die Gläubigen auf, sich an die emanzipatorischen Grundlagen des Glaubens zu erinnern. „Zur Zeit des Propheten nahmen die Frauen nicht nur an den Feiertagsgebeten­ teil, sondern an allen fünf täglichen Gebeten“, schärfte­ Görmez kürzlich den Muftis aus allen türkischen Provinzen bei einer Versammlung ein. Daran sollten sich die Türken von heute ein Beispiel nehmen, sagte Görmez und startete ein revolutionäres Projekt: Frauenpower­ in den Moscheen.

Bisher führen Frauen in türkischen Moscheen ein Mauerblümchen-Dasein. Häufig müssen sie die Gotteshäuser durch kleine­ Seiteneingänge betreten, während die Herren­ der Schöpfung durchs Hauptportal zum Gebet schreiten. Im Innern der Moscheen sieht es nicht besser aus. Die Männer beten in den hellen Haupträumen. Und die Frauen? Wenn sie Glück haben, können sie sich auf einer Empore an der Rückseite des Gebetsraumes einen Platz suchen.

„Leider gibt es für Frauen in vielen Moscheen nur dunkle Verliese oder völlig unbenutzbare Räume“, sagte Religionsamtsvize Ekrem Keles im Fernsehen. Oft genug gibt es auch überhaupt keinen Platz für weibliche Gläubige, die in diesen Fällen ganz draußen bleiben müssen. Görmez findet das unislamisch und will es ändern. Mit Reformen kämpft der Religionsamtsleiter gegen das seiner Meinung nach falsche Bild vom frauenfeindlichen Islam.

Und so schickte Görmez mehrere – aus Männern und Frauen bestehende – Expertenteams los, die in Istanbul und anderen Städten die Moscheen auf Frauenverträglichkeit prüfen und bei Bedarf bauliche Veränderungen empfehlen sollen. Bis zum islamischen Fastenmonat Ramadan im Sommer sollen die Frauen in türkischen Moscheen anständig beten können. Selbst in der konservativen Stadt Erzurum im Osten der Türkei wurde bereits mit der Moscheen-Inspektion begonnen. Aus der Sicht islamischer Reformer wie Görmez sind nicht die religiösen Grundlagen Mohammeds daran schuld, dass Frauen in vielen islamischen Ländern benachteiligt sind, sondern ein soziales Macho-Gehabe, das nichts mit dem Islam zu tun hat. Man wisse aus Mohammeds Zeiten, dass damals auch Frauen während der Predigten ihre Fragen an den Propheten richteten und von diesem auch Antwort erhielten, sagt Görmez. Mancherorts hätten sich aber in der Folgezeit leider „die Traditionen vor die Religion geschoben“. So wurden auch die Frauen mit der Zeit aus den Moscheen gedrängt.

Nicht nur in den Gottes­häusern tritt das Religionsamt für Frauenrechte ein. Unter anderem bescheinigt die Behörde den türkischen Frauen ein religiös verankertes Widerstandsrecht, wenn ihre Ehemänner rabiat werden sollten, was nach wie vor häufig geschieht: „Wenn sie geschlagen wird, darf sie ihren Mann schlagen, um sich zu schützen“, erklärte das Religionsamt bereits vor einigen Jahren. Zudem solle eine unter Gewalt leidende Frau auf juristischem Wege gegen ihren Mann vorgehen, empfahl die Behörde. Ohnehin habe der Mann nach Regeln des Islam kein Recht, seine Frau zu verprügeln. Auch der Prophet Mohammed habe seine Frauen schließlich nicht geschlagen. Unter der Leitung des staatlichen Religionsamtes (Dinayet) durchforsten türkische Islamgelehrte seit einiger Zeit die Hadithe, Überlieferungen aus Mohammeds Leben, die neben dem Koran die wichtigste Grundlage des islamischen Glaubens bilden. Laut Presseberichten sollen bei der Hadith-­Reform alle Anekdoten, die nicht eindeutig auf Mohammed zurückgehen, aus dem Kanon gelöscht werden.

Das betrifft unter anderem frauenfeindliche Aussagen wie jene, dass die meisten Menschen in der Hölle Frauen sein sollen oder dass Frauen den Männern geistig unterlegen sind. Der Schlüssel für den Erfolg der Reformen liegt aber nicht in Expertengutachten und baulichen Nachbesserungen der Moscheen, wie die Ankaraner Religionswächter wissen. Gebraucht wird vor allem ein Mentalitätswandel bei den Männern. „Was wollen die denn hier?“ sei eine Frage, die leider bei vielen männlichen Gläubigen über Frauen in der Moschee zu hören sei, sagt Religionsamtsvize Keles. „Das dürfen wir nicht zulassen.“ Das Herrichten von geräumigen und sauberen Gebetsplätzen für Frauen dürfte noch das Einfachste an der Emanzipation in türkischen Moscheen werden. (APA)

 

Istanbul – Mehmet Görmez ist ein islamischer Fundamentalist, aber ein fortschrittlicher. Als Leiter­ des staatlichen Religionsamtes in der Türkei ist Görmez der Herr über alle 80.000 Moscheen im Land – und er fordert die Gläubigen auf, sich an die emanzipatorischen Grundlagen des Glaubens zu erinnern. „Zur Zeit des Propheten nahmen die Frauen nicht nur an den Feiertagsgebeten­ teil, sondern an allen fünf täglichen Gebeten“, schärfte­ Görmez kürzlich den Muftis aus allen türkischen Provinzen bei einer Versammlung ein. Daran sollten sich die Türken von heute ein Beispiel nehmen, sagte Görmez und startete ein revolutionäres Projekt: Frauenpower­ in den Moscheen.

Bisher führen Frauen in türkischen Moscheen ein Mauerblümchen-Dasein. Häufig müssen sie die Gotteshäuser durch kleine­ Seiteneingänge betreten, während die Herren­ der Schöpfung durchs Hauptportal zum Gebet schreiten. Im Innern der Moscheen sieht es nicht besser aus. Die Männer beten in den hellen Haupträumen. Und die Frauen? Wenn sie Glück haben, können sie sich auf einer Empore an der Rückseite des Gebetsraumes einen Platz suchen.

„Leider gibt es für Frauen in vielen Moscheen nur dunkle Verliese oder völlig unbenutzbare Räume“, sagte Religionsamtsvize Ekrem Keles im Fernsehen. Oft genug gibt es auch überhaupt keinen Platz für weibliche Gläubige, die in diesen Fällen ganz draußen bleiben müssen. Görmez findet das unislamisch und will es ändern. Mit Reformen kämpft der Religionsamtsleiter gegen das seiner Meinung nach falsche Bild vom frauenfeindlichen Islam.

Und so schickte Görmez mehrere – aus Männern und Frauen bestehende – Expertenteams los, die in Istanbul und anderen Städten die Moscheen auf Frauenverträglichkeit prüfen und bei Bedarf bauliche Veränderungen empfehlen sollen. Bis zum islamischen Fastenmonat Ramadan im Sommer sollen die Frauen in türkischen Moscheen anständig beten können. Selbst in der konservativen Stadt Erzurum im Osten der Türkei wurde bereits mit der Moscheen-Inspektion begonnen. Aus der Sicht islamischer Reformer wie Görmez sind nicht die religiösen Grundlagen Mohammeds daran schuld, dass Frauen in vielen islamischen Ländern benachteiligt sind, sondern ein soziales Macho-Gehabe, das nichts mit dem Islam zu tun hat. Man wisse aus Mohammeds Zeiten, dass damals auch Frauen während der Predigten ihre Fragen an den Propheten richteten und von diesem auch Antwort erhielten, sagt Görmez. Mancherorts hätten sich aber in der Folgezeit leider „die Traditionen vor die Religion geschoben“. So wurden auch die Frauen mit der Zeit aus den Moscheen gedrängt.

Nicht nur in den Gottes­häusern tritt das Religionsamt für Frauenrechte ein. Unter anderem bescheinigt die Behörde den türkischen Frauen ein religiös verankertes Widerstandsrecht, wenn ihre Ehemänner rabiat werden sollten, was nach wie vor häufig geschieht: „Wenn sie geschlagen wird, darf sie ihren Mann schlagen, um sich zu schützen“, erklärte das Religionsamt bereits vor einigen Jahren. Zudem solle eine unter Gewalt leidende Frau auf juristischem Wege gegen ihren Mann vorgehen, empfahl die Behörde. Ohnehin habe der Mann nach Regeln des Islam kein Recht, seine Frau zu verprügeln. Auch der Prophet Mohammed habe seine Frauen schließlich nicht geschlagen. Unter der Leitung des staatlichen Religionsamtes (Dinayet) durchforsten türkische Islamgelehrte seit einiger Zeit die Hadithe, Überlieferungen aus Mohammeds Leben, die neben dem Koran die wichtigste Grundlage des islamischen Glaubens bilden. Laut Presseberichten sollen bei der Hadith-­Reform alle Anekdoten, die nicht eindeutig auf Mohammed zurückgehen, aus dem Kanon gelöscht werden.

Das betrifft unter anderem frauenfeindliche Aussagen wie jene, dass die meisten Menschen in der Hölle Frauen sein sollen oder dass Frauen den Männern geistig unterlegen sind. Der Schlüssel für den Erfolg der Reformen liegt aber nicht in Expertengutachten und baulichen Nachbesserungen der Moscheen, wie die Ankaraner Religionswächter wissen. Gebraucht wird vor allem ein Mentalitätswandel bei den Männern. „Was wollen die denn hier?“ sei eine Frage, die leider bei vielen männlichen Gläubigen über Frauen in der Moschee zu hören sei, sagt Religionsamtsvize Keles. „Das dürfen wir nicht zulassen.“ Das Herrichten von geräumigen und sauberen Gebetsplätzen für Frauen dürfte noch das Einfachste an der Emanzipation in türkischen Moscheen werden. (APA)

 

 

In Stockholm entstehen Kirche und Moschee in einem Gebäudekomplex

Kreuz und Kuppel auf gleicher Höhe

Aus dem Kölner Stadtanzeiger am 19.04.2011

 





Frauen im Islam

Die Religion ist nicht das Problem

Das brennende Feuer verzehrt unsere Triebe: Schon ein Blick in den Koran lehrt, dass Mann und Frau gleichberechtigt sind. Trotzdem wird die Unterdrückung der Frau oft zur Spezialität des Islam erklärt.

Probleme ist meist nämlich nicht der Islam als solcher. Die Beschneidung von Frauen gibt es in afrikanischen Ländern unter Christen, Juden und Animisten ebenso; gleichzeitig kämpfen weltweit muslimische Gelehrte und Organisationen dagegen an. Zwangsehen werden in Indien nicht als hinduistisch stigmatisiert. Und Ehrenmorde in Italien oder Brasilien unter Christen führen selbst Terre des Femmes zu der Aussage, dass wir es hier nicht mit einem religiösen Phänomen zu tun haben. Dennoch wird der Ehrenmord muslimifiziert und als islaminhärent dargestellt. Sexuelle Belästigungen und Gewalt gegen Frauen seien, so heißt es, vorrangig ein Problem „islamischer“ Gesellschaften. Sozialarbeiterinnen von Frauenhäusern bestätigen aber, dass auch bei muslimischen Opfern von häuslicher Gewalt die männlichen Täter Gewaltanwendung nicht mit dem Islam begründen.

Hier der ganze Artikel in PDF


 
Sieht so Unterdrückung aus? Moderne Musliminnen in Katar.

Mit dem Kopftuch zu vergleichen? Auch christliche Nonnen bedecken ihren Kopf

Text: F.A.Z. Bildmaterial: dpa, von Khola Maryam Hübsch
 
   

 

Von wegen "integrationsunwillig"

MIGRATION

Aylin Selcuk kämpft gegen das Negativ-Image türkischstämmiger Jugendlicher

 

Köln.

Aylin Selcuk fährt gerade durch Köln, als sie einen Redakteur der neuen Sat-1-Polittalksendung "Eins gegen Eins" am Ohr hat. Ob sie nicht in der nächsten Sendung dabei sein wolle mit Thilo Sarrazin. Es gehe um den Islam in Deutschland. "Islam? Da bin ich wohl nicht die Richtige", erwidert Selcuk. "Über Islam weiß ich nicht viel. Warum laden Sie keinen Islamwissenschaftler ein?" Ihr Ärger ist unüberhörbar. Ende des Gesprächs. "Da sollen doch nur Gegensätze aufeinander losgelassen werden, dass es knallt", sagt die 22-jährige Zahnmedizinstudentin, die Sarrazin im vergangenen Jahr wegen Volksverhetzung verklagt hat: "Der hat mit seinen genetischen Thesen den Rassismus salonfähig gemacht."

Die Berlinerin hat 2007 den Verein "Deukische Generation" gegründet, eine Art Sprachrohr für Migranten, die sich gegen das Negativ-Image vor allem türkischstämmiger Jugendlicher als "integrationsunwillig" wehren. "Ich bin hier geboren", sagt sie, "und ich will mich nicht entschuldigen, nur weil meine Wurzeln in der Türkei liegen." Die Standardfragen ihrer Mitschüler - "Was, Du trägst kein Kopftuch? Du darfst abends weggehen und Alkohol trinken? - seien noch harmlos gewesen. Eines Tages habe sie jedoch ihr Mathelehrer zur Seite genommen und allen Ernstes gefragt, ob sie nach den Ferien aus der Türkei zurückkehre. "Er hatte tatsächlich die Befürchtung, ich würde zwangsverheiratet werden." Damals war sie 17 und fand das gar nicht witzig.

In der Folgezeit gab sie sich als Italienerin aus, um den Fragen nach Kopftuch und Zwangsheiraten aus dem Weg zu gehen. Sie fing an, über Türken herzuziehen - in der Schule, um Mitschülern zu gefallen, aber auch zu Hause. Ihre Eltern und der Bruder schüttelten nur noch die Köpfe. "Am Tisch war dicke Luft", erzählt sie heute. Irgendwann sah sie den umstrittenen Fernsehfilm "Wut", in dem ein türkischstämmiger Junge eine deutsche Familie malträtiert. "Wenn ich ein deutscher Papi gewesen wäre, hätte ich es auch mit der Angst zu tun bekommen", sagt sie. "Aber mir wurde klar, dass dies ein Zerrbild ist." Und sie ließ die Maske der Italienerin fallen und trat die Flucht nach vorne an.

Über das soziale Netzwerk StudiVZ schrieb sie noch am selben Abend Kettenmails mit einem Aufruf an Freunde und Bekannte, sich Negativ-Klischees über junge Migranten nicht länger bieten zu lassen. Sie lud zu einem Treffen ein, bei dem sich unerwartet mehr als 50 Jugendliche einfanden. Selcuk beließ es nicht bei blanker Empörung: Sie hatte einen Vortrag mit allerlei Statistiken vorbereitet, sparte Integrationsprobleme dabei nicht aus, nur seien diese eben "nicht ethnisch bedingt". Sie erzählte von ihren analphabetischen Vorfahren und deren Wunsch, dass es die Kinder besser haben sollten. Selcuks Mutter ist heute Leiterin zweier Bankfilialen in Berlin, der Vater Journalist der "Hürriyet". Auch bei der Musterschülerin Aylin war bislang alles so gut gelaufen, dass sie sich wenig Gedanken über Kinder anderer türkischer Einwanderer gemacht hatte: "Ich hatte damals selbst Vorurteile."

VON MARTIN BENNINGHOFF

 
   
 
  Elisabeth Mariam Müller

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Klatsche für die Schulpolitik der SPD - Niederkassel
SPD-Niederkassel praktiziert Integration mit Intrigen.

Kılıçs kantige Ecke aus Migazin: 
Auch in Niederkassel sind viele Migrantenkinder in der Förderschule, warum?
Stiefkinder des deutschen Schulsystems.
Typisch für Deutschland in diesem Bereich ist, dass bei den Vorbesserungsbemühungen nicht an die Strukturen und Ursachen eingegangen wird, sondern Zeit mit der Bekämpfung der Symptome vergeudet wird. Das ist auch der Fall beim Umgang mit der Pisa-Studie hinsichtlich der Migrantenkinder

 

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Stand: 22.01.2012

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