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بسم الله الرحمان الرحيم

 

Wir Muslime sollen nach dem Vorbild unseres Propheten, Friede und Heil auf ihn, leben.

 Das heißt nach der Sunna leben.

Deswegen muss man viel über das Leben von Mohammed, Friede und Heil auf ihn, wissen um ihm nachzueifern.

Frauen um Mohammed

Islamisches Wort

Januar 2008

Von Hilal Sezgin

Von dem Schriftsteller Edgar Allen Poe erschien 1844 die Kriminalgeschichte "Der entwendete Brief". Darin sucht die Polizei lange vergeblich nach einem gestohlenen, geheimen Schriftstück. Erst der Detektiv Dupin kann es finden: Der Brief steckt in einer ganz normalen Ablage, genau dort, wo Briefe hingehören. Dass er so sichtbar war, war gerade der Grund dafür, dass ihn alle übersehen hatten.

Wir mussten diese Geschichte in der Schule lesen, und ich fand den beschriebenen psychologischen Mechanismus immer total unwahrscheinlich. Bis ich neulich die Parallele zu einem gewissen anderen Phänomen entdeckte. Ich überlegte nämlich, was wir TATSÄCHLICH über die Frauen in der Frühzeit des Islams wissen. Mohammed und die Frauen: Im Abendland wird diese Frage so stark mit dem Thema Polygamie assoziiert, dass man sich fast schon scheut, genauer hinzuschauen. Aber wagen wir es doch einfach mal!

In erster Ehe war Mohammed mit einer reichen Frau namens Khadidscha verheiratet. Davor hatte er für sie als Karawanenführer gearbeitet. Als er sich bewährt hatte, machte sie ihm einen Heiratsantrag. Für sie war es bereits die dritte Ehe. Sie war, wir wissen es nicht genau, fünf oder möglicherweise auch fünfzehn Jahre älter als er. Als Mohammed seine erste Offenbarung erhalten hatte, war er furchtbar verunsichert, was ihm widerfahren war. Zu wem ging er, um sich Rat zu holen? Er ging zu Khadidscha.

Man sollte diese Fakten ruhig einmal auf sich wirken lassen, und gern auch mit unseren heutigen Verhältnissen vergleichen. Mohammed liebte seine Chefin. Er hatte keinerlei Probleme damit, von ihr Anweisungen zu empfangen und diese auszuführen, und auch keins damit, dass sie es war, die Geschäft und Geld mit in die Ehe brachte. Da findet sich kein Fünkchen Machotum von wegen Familienernährer oder Familienoberhaupt. Da wird "weiblichen Führungskräften" nicht insgeheim der Gehorsam verweigert. Und in dem Moment, als sein Leben eine - für ihn noch nicht ganz fassbare - Wendung nimmt, sucht er sich nicht etwa einen männlichen Berater, sondern bespricht die Sache mit seiner Frau.

Ich frage mich, wie viele vermeintlich moderne Männer - ob muslimisch oder nicht - so viel Kompetenz und sogar zeitweilige Überlegenheit seitens einer Frau akzeptieren - und sie dafür sogar lieben können!  Schließlich war es kein Mutter-Sohn-Verhältnis, der Ehe entsprangen mindesten fünf Kinder. Und weit davon entfernt, als "Jungfrau" in die Ehe zu gehen, wie es heute offenbar viele alte Männer von ihren jungen Bräuten erwarten, war Khadidscha bereits mehrfache Mutter.

 

In späteren Jahren, Khadidscha war gestorben, heiratete Mohammed mehrere Frauen, die übrigens auch sämtlich verwitwet oder geschieden waren - und eine ganz junge: Aischa. Nach heutigen Maßstäben wäre sie noch ein Kind. Doch die Ehe mit dem wesentlich älteren Propheten scheint für Aischa keine Abhängigkeit bedeutet zu haben. Sie machte aus ihr kein braves Frauchen, keine stumme Maus, im Gegenteil. Nach Mohammeds Tod gehörte Aischa zu den ersten, wichtigen Interpretinnen und Interpreten des Korans und der Prophetenworte. Man hörte auf das, was sie zu sagen hatte. Später spielte sie eine entscheidende Rolle in der Opposition gegen den Kalifen Uthman, sprach sich dennoch gegen seine Ermordung aus - und führte danach den politischen und militärischen Aufstand gegen Ali an.

Fatima, die Lieblingstochter Mohammeds, ist uns nicht als politische Figur bekannt. Privat allerdings ließ sie sich nicht alles bieten. Sie wehrte sich dagegen, dass ihr Mann Ali eine zweite Frau heiratete; und nach dem Tod Mohammeds rang sie mit dem Kalifen Abu Bakr um Land und Erbe. In der Frage von Alis zweiter Ehe unterstützte der Prophet seine Tochter übrigens: "Fatima ist ein Teil von mir", erklärte er, "und wer Fatima verärgert, der verärgert auch mich."

Khadidscha, Aischa, Fatima: Solcher Unsinn, dass Frauen nur über Vermittler Geschäfte machen dürfen, wäre ihnen gar nicht in den Sinn gekommen. Mohammed genauso wenig. Auch dass Ehefrauen stets zu gehorchen haben, scheint vielleicht bei manchen ein Wunsch gewesen zu sein, aber allgemeine Realität war es nicht. Von Mohammeds Frauen ist uns überliefert, dass sie hin und wieder mit ihm stritten. Nicht überliefert ist uns, dass sich der Prophet deswegen schämte, oder dafür, dass seine erste Frau ihm Brot gab und nicht umgekehrt. Die ganze Sache mit der Männerehre scheint dem Propheten viel weniger wichtig gewesen zu sein als vielen heutigen Muslimen, und er war mit Frauen enger und respektvoller befreundet, als sie es sind.

Und darum muss man eigentlich nicht lange suchen, um in Mohammeds unmittelbarer Umgebung selbstbewusste, im besten Sinne eigenwillige Frauen zu finden. Sie hatten eine Meinung und vertraten sie auch gegenüber Anderen, auch gegenüber Männern, auch in der Öffentlichkeit. Kurzum: Mit Mohammeds Erlaubnis und Unterstützung waren sie genau da, wo Frauen hingehören. Dass sie oft übersehen werden, könnte höchstens daran liegen, dass ihre Stärke für manch heutige Zeitgenossen so unangenehm sichtbar ist.

Wer mehr über die Frauen in der Frühzeit des Islams wissen möchte, lese in den Hadith-Sammlungen von Muslim und Buchari (englisch auch im Internet: http://www.usc.edu/dept/MSA/) oder schlage ihre Namen in der zwölfbändigen „Encyclopedia of Islam“ (Brill/Leiden) nach.

 

‘A’ischa, die Frau des Propheten,

als Lehrerin

Frauen haben in früheren Zeiten gelehrt,

haben Fatwas ausgesprochen,

waren klug und weise, und haben auch Männern Unterricht erteilt.

'A’ischa, die Frau des Propheten, sagte: „Wie großartig sind die Frauen der Ansar. Ihre Bescheidenheit hielt sie nicht davon ab, zu Gelehrten im Din zu werden.

“ Es gibt keinen Zweifel, dass der Islam die Wichtigkeit des Wissens betont. Jeder kennt den berühmten Ausspruch des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden schenken:

„Suche Wissen, selbst wenn es in China ist.“

Der Qur’an befiehlt uns ebenfalls, Wissen zu suchen.

Allah sagt: „Sprich: Herr, mehre mein Wissen.“ (Ta-Ha, 114)

Die Bedeutung von Wissen und dessen Konsequenzen wird den ganzen Qur’an hindurch zum Ausdruck gebracht:

„Nur diejenigen, die Wissen haben, werden es begreifen“ (Al-Ankabût, 43)
und
„Und sie sagen, ‘Hätten wir nur zugehört und unseren Verstand gebraucht, so wären wir nicht unter den Leuten des Feuerbrandes’.“ (Al-Mulk, 10)

Die Liste der Ajat (Verse) über dieses Thema könnte immer weiter fortgeführt werden. Die Leute des Wissens sind „die Erben der Propheten“, wie der Gesandte Allahs gesagt hat. Er sagte auch:

„Wissen fügt dem Edlen Ehre hinzu und erhebt den Sklaven, bis er die Ebene von Königen erreicht.“

Der Befehl, nach Wissen zu streben, ist ebenso an die Frauen gerichtet.

Das Wissen ‘A’ischas über den Din ist berühmt. Der Prophet sagte zu seinen Gefährten:

„Nehmt die Hälfte eures Dins von Humaira (‘A’ischa).“

Und die Berichte, die uns von den Gefährten vorliegen, belegen das unbeschreibliche Maß von Wissen, über das sie verfügte.

 

Abu Musa Al-Asch’ari sagte:
„Wann immer wir, die Gefährten des Propheten, auf irgendeine Schwierigkeit bezüglich eines Hadith stießen, brachten wir es ‘A’ischa vor und fanden, dass sie eindeutiges Wissen darüber hatte.“

Urwa ibn Az-Zubayr stellte fest:
„Ich habe keinen größeren Gelehrten gesehen als ‘Ai’scha, was das Lernen des Qur’an betrifft, die Aufteilung der Erbschaft, erlaubte und verbotene Dinge, Poesie und Literatur, arabische Geschichte und Genealogie.“

Ibn Al-Dschauzi erwähnt eine Überlieferung von Hischam ibn ‘Urwa, dass dieser zu ‘A’ischa sagte:
„Umm! (Mutter, da sie als Frau des Propheten eine der „Mütter der Gläubigen“ ist) Ich bin nicht überrascht von deinem Wissen über Poesie, denn du bist die Tochter von Abu Bakr, und er war derjenige, der am meisten von allen Menschen über Dichtung wusste. Doch ich wundere mich über dein Wissen in Medizin.“

Sie klopfte ihm auf die Schulter und sagte:

„Der Gesandte Allahs, Allah segne ihn und schenke ihm Frieden, war am Ende seines Lebens krank, während die Delegationen der Araber aus allen Richtungen zu ihm kamen. Sie verschrieben Dinge für ihn und ich behandelte ihn entsprechend. Daher kommt es.“

Al-Qasim ibn Muhammad sagte:

„‘A’ischa übernahm das Geben von Fatwas (Rechtsgutachten) während der Khalifate Abu Bakrs, ‘Umars, ‘Uthmans und so weiter, bis sie starb.“

Bei Abu ‘Abdullah Al-Ghafiqi heißt es über ‘A’ischa:

„Sie hatte die meisten Überlieferungen vom Propheten und den meisten Fiqh (Rechtsverständnis) von denen, die Fatwa gaben. Sie wurde von Menschen aus den entferntesten Ländern zwecks Wissens von der Sunna und den Verpflichtungen aufgesucht. Sie erzählte alle Dichtungen der Araber mit großer Reinheit. Sie war wundervoll im Tafsir (Kommentar) des Qur’an und in eloquenter Ausdrucksweise. Sie hatte den reichsten Anteil von Wissen in Medizin.“

Urwa sagte:

„Nie sah ich jemanden mit mehr Wissen über das Erlaubte und Verbotene, Allgemeinwissen, Wissen über Dichtung und Medizin als ‘A’ischa.“

Masruq sagte,

„Ich sah die Gefährten ‘A’ischa über die Aufteilung der Erbschaft befragen.“

An-Nabulisi schreibt:

„Es gibt keinerlei Vorwurf oder Tadel für eine Frau, sich mit irgendeinem Aspekt des Strebens nach Wissen zu befassen und es zu lehren (...)

A’ischa pflegte die Wissenschaften zu interpretieren und herausragenden Männern Information über unklare Dinge zu geben.

(Von Aisha Bewley)

Kommentar:

Wo ist diese Auffassung in den Jahrhunderten geblieben, mit welchem Recht können die Männer sagen, Frauen dürfen nicht lehren und wenn, dann nur Frauen unterrichten, wo bei den Lebzeiten von Mohammed und unter den Kalifen, die Frauen sich überaus großes Wissen angeeignet haben und Fatwas ausgesprochen haben und Männern den Islam gelehrt haben.

Genauso verhält es sich mit der Trennung von Männern und Frauen, auch das war zu Mohammeds Zeiten nicht. Aber über die Jahrhunderte und der Einfluss der Kolonialzeit, wo die Europäern den arabischen Menschen ihre Auffassung von der Minderwertigkeit der Frau erklärten und danach handelten, hat sich das etabliert und gehört nicht in die heutige Zeit.

Ich hoffe sehr auf die jungen Menschen, vor allen den jungen Frauen in aller Welt, dass Sie den Islam in die heutige Zeit holen und sich nicht mehr verdrängen lassen von den Männern, sondern sie Zeichen setzen. Ich frage mich oft, wie Mohammed wohl in der heutigen Zeit gelebt und gehandelt hätte. Danach muss man sein Wissen und Handeln ausrichten, der Koran gibt viele Hinweise darauf und er ist nicht rückwärtsgewandt, wie viele denken, sondern ein Buch der heutigen Zeit.

 

Über die Mütter der Gläubigen
Einige Bemerkungen zu den Frauen der Familie des

Propheten Mohammed.
Von Schaikh Muhammad Al-Ninowy

 

„Die Hälfte des Dins kommt von 'Aischa“

 

(iz). „Und wahrlich, Wir haben die Kinder Adams geehrt...” (Al-’Isra, 70) Allah, der Erhabene, hob Adam aus der Schöpfung hervor, ehrte ihn und gab ihm das Prophetentum. Genauso befahl Er den Engeln, sich vor ihm niederzuwerfen.

Adam, Friede sei mit ihm, ist der Vater aller Propheten in ihrer Abstammung, aber der Prophet Muhammad ist der Vater aller Propheten hinsichtlich des Prophetentums. Denn er, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte in einem Hadith: „Ich war ein Prophet, als Adam noch nicht erschaffen wurde.” Alles, was mit dem Gesandten Allahs verbunden ist, wurde wegen ihm geehrt. Er ist der einzige, der den letztgültigen Maqam der Schifa’a (Rang der Fürbitte) hat. Er ist der Schaf’i aller Propheten und der Schöpfung.

Wir essen Datteln, weil der Prophet Muhammad sie gegessen hatte.

Medina wurde zur erleuchteten Stadt wegen seines Lichts.

Das ihm gegebene Buch wurde zum ehrenwertesten Buch, seine Sunna die geehrteste und seine Familie zur geehrtesten Familie. Sein Frauen wurden die „Mütter der Gläubigen” und sie zählen zu den nobelsten Frauen, die jemals einen Fuß auf die Erde gesetzt haben.

Saijida Amina, die Mutter des Propheten

Wir tun dieser noblen Frau häufiger Unrecht, denn wir lernen nicht genug über sie und reden auch nicht viel über sie. Oftmals erwähnen wir sie verschämt, weil einige seltsame Leute meinen, das Höllenfeuer als ihr Schicksal vorhersagen zu müssen. ‘Abdulmuttalib hatte 10 Söhne, die mit ihm gingen, und sie schienen wie die Sonne mit den sie umkreisenden Planeten. ‘Abdullah, der Vater des Gesandten Allahs, ging mit seinem Vater auf Reisen, um Handel zu treiben und den Lebensunterhalt für seine Familie zu verdienen.

Eines Tages war er mit seinem Vater ‘Abdulmuttalib zusammen und eine Frau namens Qutaila näherte sich ihm und sagte ihm, dass wenn er seinen Vater verließe und sie heiraten würde, sie ihm wegen seiner Schönheit sehr viel Geld geben würde. Er blickte auf die Frau und entgegnete: „Ich muss meinem Vater gehorchen.” ‘Abdulmuttalib hingegen ging zum Stamm der Bani Zuhra, die sehr feine, gebildete Leute waren und hielt um die Hand von Saijida Amina, möge Allah mit ihr zufrieden sein, für seinen Sohn an. Die Heirat fand sofort danach statt. An diesem Tag weinten alle Frauen der Stadt, den sie wollten ihn heiraten. Drei Tage später unterrichtete ihn sein Vater, dass er auf eine Handelsreise nach Syrien gehen müsse. Und so gehorchte er seinem Vater. Auf seiner Reise begegnete er der gleichen Frau wieder und sie ignorierte ihn.

‘Abdullah hielt an und fragte sie: „Wie kommt es, dass du dich mir dieses Mal nicht zur Heirat anbietest?” Die Frau entgegnete: „Weil das Licht, dass in deinem Gewicht gewesen ist, fort ist.” Während er in Syrien war, verstarb er und Saijida Amina, möge Allah mit ihr zufrieden sein, war schwanger und trug dieses Licht in sich. Sie gebar den Gesandten Allahs, möge Allah ihm Frieden geben und ihn segnen.

Sie erfurh im zweiten Monaten ihrer Schwangerschaft vom Tod ihres Gatten. Es gibt viele Berichte darüber, die erwähnen, dass die Engel während ihrer Schwangerschaft bei ihr waren. Die Geburt des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, war eine Erleichterung für sie. Sie gab ihn zur Pflege in die Wüste, wie es die Tradition der Quraisch in diesen Tagen war.

Von ihren positiven Eigenschaften können wir viele Dinge lernen; wie beispielsweise Geduld (Sabr), nachdem ihr Ehemann gestorben ist und in den folgenden Schwierigkeiten, denen sie sich im Heranwachsen des Propheten gegenüber sah.

Einmal ging sie vor ihrem Tod nach Medina und nahm den Propheten mit sich. Sie fing an zu weinen, und die Frauen in Medina weinten ebenfalls mit ihr. Saijida Amina ist ein Vorbild für uns, unsere Mütter und Frauen, ein Beispiel an notwendiger Geduld und Reife.

Saijida ‘Aischa

Sie war eine andere Gestalt aus dem Haushalt des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben. Sie lebte schätzungsweise 66 Jahre und war eine Rechtsgelehrte (Faqiha), die viele Gefährten des Propheten unterrichtete. Sie war in sich eine Schule (Madrassa). Einmal kam sie zum Propheten und sagte ihm: „O, Gesandter Allahs! Alle deine Frauen haben ehrende Beinamen, und doch habe ich keinen.” Er sagte ihr: „Wir werden dich Umm ‘Abdullah nennen.”

Aischa berichtete: „Ich war dünn mit einem hellen Gesicht und ich ging mit ihm. Er forderte mich zu einem Wettrennen heraus, um zu sehen, wer an der Spitze liegen wird. Wir rannten, ich setzte mich an die Spitze und gewann - er lächelte. Nach einigen Jahren legte ich an Gewicht zu. Wir rannten um die Wette und er war schneller als ich.“

 

Er, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, nahm ‘Aischa am Abend oft zu Spaziergängen mit, auf denen er ihr den Qur’an und dessen Auslegung (Tafsir) beibrachte. Der Prophet sagte zu seinen Gefährten: „Dieses Leben hat viele Dinge zu bieten, aber die beste Sache ist eine Frau mit Taqwa (vorsichtiges, stetiges Bewusstsein angesichts der Anwesenheit Allahs). Der beste von euch ist derjenige, der seine Frau(en) am besten behandelt. Und ich bin der beste unter euch zu seinen Frauen.”

Ein Mann kam zu ihr und stellte ihr eine Rechtsfrage über das Wischen über die Ledersocken. Sie antwortete: „Geh zu ‘Ali und frage ihn, denn er hat mehr Wissen als ich.”

Sie weinte so viel, dass ihr Schleier tropfnass wurde. Das Auge, das für Allah weint, ist das Auge, dem vergeben wird.

Auf ihrem Totenbett, bat Ibn ‘Abbas, kommen zu dürfen und ihr den Friedensgruß zu entbieten, aber sie sagte: „Sagt ihm, er soll nicht kommen, denn er wird gute Dinge über mich sagen. Und ich wünschte, ich wäre vergessen.” Von ‘Aischa, möge Allah mit ihr zufrieden sein, stammte der tief spirituelle Satz, der in den meisten spirituellen Traditionen des Islam zu den Lehrsätzen zählt: „Wäre ich doch nur ein Blatt an einem Baum, welches vergessen wird.”

Angesichts von ‘Aischa wird deutlich, dass das Bild von der „Frau in der Küche” nicht stimmig ist. Man betrachte nur die herausragende Rolle, die sie als Ehefrau spielte und die Dienste, die sie für die Muslime leistete.1

Saijida Khadidscha

Sie war eine sehr einzigartige Frau, die der Prophet sehr liebte. Und es heißt in einem authentischen Hadith vom Propheten: „Allah gab mir die Liebe von Khadidscha.” Es gibt einen Unterschied zwischen dem Satz „ich liebe sie” und „ihre Liebe wurde mir gegeben”.

Chadidscha bint Chuwailid, aus dem Promptuarii Iconum Insigniorum, 1553

Khadidscha war der erste Mensch nach dem Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, der den Islam annahm. Und sie war eine der vier perfekten Frauen - Asija, Mariam, Khadidscha und Fatima. Wenn eine Frau sich in Richtung Vollkommenheit bewegen möchte, findet sie in diesen vier ihre Vorbilder.

Sie war eine Stütze für den Islam und die Muslime, und viele Gelehrte sind der Ansicht, dass ohne die materielle Hilfe Khadidschas für den Gesandten Allahs und den Mut ‘Alis sich der Islam nicht ausgebreitet hätte. Denn Khadidscha war für die damaligen Verhältnisse eine sehr reiche Frau, die viele tausende Kamele besaß. Nach ihrer Eheschließung mit dem Prophet brachte sie ihren Besitz vor die Quraisch und erklärte: „Seid ein Zeuge dafür, dass alles, was ich besitze, nun von Muhammad besessen wird.”

Khadidscha war eine sehr reife und ausgeglichene Frau, die ihr Augenmerk auf die Zukunft hin ausgerichtet hatte. Wir können ihren Iman [Vertrauen in Allah, umfassende innere Glaubenslandschaft des Herzens, wird manchmal verkürzt mit „Glaube” übersetzt] darin erkennen, wie sie den Propheten bei seiner Rückkehr von der Höhle Hira behandelte. Sie frage ihn nicht: „Was hast Du alleine in der Höhle gemacht?” Vielmehr unterstützte sie ihn und sagte: „Allah wird dich nie verlassen.” Einmal saß der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, als Dschibril zu ihm kam. Khadidscha kam mit Nahrung in der Hand herein. Der Erzengel sagte dem Gesandten: „O Gesandter Allahs, berichte Khadidscha, dass Allah ihr Friedensgrüße sendet und richte ihr meinen Gruß ebenfalls aus.” Beim Hören dieser Nachricht lächelte die erste Ehefrau des Propheten Muhammad und entgegnete: „Allah ist Frieden.” Dschibril teilte ihr weiterhin mit: „Vernehme die frohe Botschaft, dass auf dich im Paradies ein Haus wartet, in dem es keinen Lärm und keine Sorgen gibt.”

Gegenüber seiner späteren Frau ’Aischa beschrieb der Prophet diese wichtige Frau wie folgt: „Sie vertraute mir, als mich jeder andere verließ. Sie gab mir, als die Leute von mir nahmen. Sie schützte mich, als die Leute mich töten wollten. Und Allah gab mir Nachkommen von ihr und er schenkte mir keine Kinder von anderen Frauen.”

 

Nicht umsonst heißt es auch: „Die Hälfte des Dins kommt von ‘Aischa.”  

 

Frühe weibliche Gelehrte des Islam

Zur Zeit der Prophetengefährten kam niemals die Debatte auf, ob es legitim sei, direkt von Frauen zu lernen. In den Büchern der prophetischen Überlieferungen findet man in jedem Abschnitt Überlieferungen, die von Frauen stammen. Imam Hakim Naisapuri sagte:

„Ein Viertel unserer Religion hängt ab von den Überlieferungen der Frauen. Würde es sie nicht geben, würden wir eine Viertel unserer Religion verlieren.“

Interessanterweise gibt es kein einziges Hadith, welches von den Gelehrten verworfen wird, weil es von einer Frau gefälscht wurde. Imam Adh-Dhahabi bestätigte dies: „Es gibt viele Männer, die Hadithe fälschten. Jedoch wurde keine Frau in der Geschichte des Islam beschuldigt, etwas dergleichen getan zu haben.“ Frauen waren immer aufrichtig in der Weitergabe religiösen Wissens.

mehr:

Weibliche Gelehrte des Islam.pdf

 


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Stand: 27.02.2017