StartseiteKommunalpolitikVeranstaltungenPresseLerne den Islam kennenBildungLernen in der MoscheeBilder
AufsätzeGebetshausDas GebetRamadanDer ProphetWallfahrt OpferfestFrau in der ReligionGewalt, Zwangsheirat,EhreJuden Christen MuslimeIslamische BegriffeDialog mit den ReligionenKirchen in Türkei

Frau in der Religion

Gebetszeiten
Häufig gestellte Fragen
Der Islam
Hilfe für Frauen und Mächen

Die Frau in der Religion und Gesellschaft





Die heimliche und unheimliche Tat gegen muslimische Frauen und Männer

Arrangierte Heirat = Zwangsheirat

Eine arrangierte Ehe kann unter bestimmten Umständen eine Zwangsverheiratung sein, die aber als solche von außen nicht erkennbar ist. Auch bei einer Zwangsverheiratung "initiieren" Eltern die Eheschließung und wählen die Partner aus. Wenn eine 14, 15-jährige Tochter von den Eltern mit einem Cousin aus der Heimat verheiratet werden soll, dann kann man kaum von einer arrangierten Ehe ohne Zwang ausgehen. Die Mädchen sind so erzogen, dass sie nicht gegen ihre Eltern opponieren dürfen, deshalb gibt es für sie kein richtiges "Nein" in dieser Situation.

Die türkischstämmige Rechtsanwältin Filiz Sütcü hat sich wissenschaftlich mit dem Thema Zwangsheirat und arrangierte Ehen beschäftigt. Im Interview mit Claudia Mende stellt sie die reißerische Art der Mediendebatte in Frage und meint, dass es in der Diskussion nicht um die Betroffenen ging.  Interview in Qantara

PDF-Artikel

 







Eine Studie des interkulturellen Rates Deutschland

in PDF zu lesen



 







PDF-Format
 

































































26.02.2009 Berlin: o:p>

Verbote religiöser Kleidung für Lehrkräfte

richten sich gegen muslimische Frauen

HUMAN RIGHTS WATCH: "Diskriminierung im Namen der Neutralität

hier der vollständige Bericht von Human Rights Watch

Die Verbote religiöser Kleidung und Symbole für Lehrkräfte und Beamte in einigen Bundesländern diskriminieren muslimische Frauen, die ein Kopftuch tragen, so Human Rights Watc in einem heute veröffentlichten Bericht.

 

Der 73-seitige Bericht „Diskriminierung im Namen der Neutralität“ stützt sich auf umfangreiche Recherchen über einen Zeitraum von acht Monaten. Er untersucht die Verbote aus dem Blickwinkel der Menschenrechte und beleuchtet ihre Auswirkungen auf das Leben muslimischer Lehrerinnen, einschließlich jenen die seit Jahren unterrichten. Aufgrund des Verbots wechselten einige Frauen den Beruf oder zogen ins Ausland, obwohl sie seit ihrer Geburt in Deutschland gelebt hatten.

„Diese Gesetze richten sich eindeutig gegen das Kopftuch. Sie zwingen Kopftuch tragende Frauen, sich entweder für ihren Beruf und für ihren Glauben zu entscheiden", so Haleh Chahrokh, Researcherin für die Abteilung Europa und Zentralasien von Human Rights Watch. „Die Regelungen diskriminieren sowohl auf der Grundlage des Geschlechts als auch der Religion und verletzen die Menschenrechte dieser Frauen."

In der Hälfte der deutschen Bundesländer - Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und im Saarland - gelten Gesetze, die Lehrerinnen an staatlichen Schulen (in einigen Ländern auch anderen Beamtinnen) das Tragen des Kopftuchs im Dienst untersagen. Die Bestimmungen wurden innerhalb der letzten fünf Jahre eingeführt, nachdem das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2003 entschieden hatte, dass Restriktionen religiöser Kleidung nur zulässig sind, wenn sie auf einer hinreichend bestimmten gesetzlichen Grundlage erfolgen. In den übrigen acht Ländern gibt es keine vergleichbaren Einschränkungen.

Einige der Gesetze enthalten Ausnahmen für „christlich-abendländische" Kulturtraditionen, keines richtet sich ausdrücklich gegen das Kopftuch. Aussagen aus Landtagsdebatten und die Begründungen der Gesetzentwürfe verdeutlichen jedoch, dass die Verbote das Kopftuch als Fokus haben. Zudem drehten sich die bisher gegen die Verbote angestrengten Gerichtsverfahren (das jüngste Urteil erging am 26. Januar 2009 in einem Fall in Baden-Württemberg) ausnahmslos um die Kopftuchfrage.

„Die Behauptung, die Restriktionen seien nicht diskriminierend, ist haltlos", so Chahrokh. „In der Praxis treffen sie nur muslimische Frauen, die ein Kopftuch tragen."

Human Rights Watch hat wiederholt Staaten - wie Afghanistan, Saudi-Arabien und den Iran - kritisiert, wenn sie Frauen zum Tragen religiöser Kleidung zwingen. Doch Gesetze wie die der deutschen Länder, die Kopftuch tragende Frauen von Teilen des Arbeitsmarkts ausschließen, verletzen die gleichen internationalen Menschenrechtsstandards und schwächen wichtige Frauenrechte in ähnlicher Weise - insbesondere die Religionsfreiheit und die Rechte auf Selbstbestimmung, Privatsphäre und die Freiheit zur Lebensgestaltung nach eigener Überzeugung.

Im Zuge der Recherchen für den Bericht wurden auch muslimische Frauen befragt, die persönlich von den Verboten betroffen sind. In den Gesprächen wurde deutlich, wie einschneidend die Verbote das Leben dieser Frauen verändern. Tatsächlich bedeuten die Gesetze der acht Länder, dass Frauen mit Kopftuch nicht mehr als Lehrerkräfte arbeiten dürfen. In den Fällen, in denen sie der Aufforderung, das Kopftuch abzunehmen, nicht nachkamen, wurden disziplinarrechtliche Verfahren eingeleitet.

Lehrerinnen, die auf dem Tragen des Kopftuchs beharren und mit Rechtsmitteln scheitern, laufen Gefahr, ihre Stelle und ihren Beamtenstatus zu verlieren. Muslimische Referendarinnen finden nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung keine Beschäftigung an staatlichen Schulen, solange sie nicht auf das Kopftuch verzichten.

Vertreter der Landesbehörden rechtfertigen die Verbote mit der Pflicht der Lehrer, die Neutralität der Schule in Religions- und Weltanschauungsfragen zu bewahren. Im Verhalten der betroffenen Lehrerinnen finden sich jedoch keinerlei Anzeichen dafür, dass sie die Pflicht verletzt haben. Die Verbote stützen sich vielmehr einzig auf die Annahme, dass das Tragen eines Kopftuchs an sich die staatliche Neutralität gefährdet.

„Menschen sollten nach ihrem Verhalten beurteilt werden, nicht auf der Grundlage von Ansichten, die man ihnen unterstellt, weil sie ein religiöses Symbol tragen", so Chahrokh. „Wenn konkrete Bedenken über eine Person bestehen, sollte man dem Einzelfall angemessene, gewöhnliche Disziplinarverfahren und Entscheidungen treffen."

Einige der betroffenen Lehrerinnen sagten im Gespräch mit Human Rights Watch, man habe ihre Angebote, alternative Kopfbedeckungen wie Hüte oder auf andere Arten gebundene Tücher zu tragen, abgelehnt. Obwohl die Frauen viele Jahre ihres Lebens ins Studium und in den Ausbau ihrer Qualifikationen investiert hatten, zogen manche von ihnen aufgrund der Verbote in ein anderes Bundesland oder ins Ausland. Andere sahen sich gezwungen, auf das Kopftuch zu verzichten, um ihren Arbeitsplatz nicht zu verlieren. Diese Frauen fühlen sich entfremdet und ausgeschlossen, obwohl viele seit ihrer Geburt in Deutschland leben.

Befürworter der Kopftuchverbote behaupten häufig, die Verbote schützten Frauen vor Unterdrückung und gäben ihnen mehr Freiheit. Alle von Human Rights Watch befragten Frauen erklärten, sie hätten sich aus freiem Willen für das Kopftuch entschieden. Selbst Frauen, die als Lehrerinnen arbeiten und zum Tragen des Kopftuchs gedrängt werden, lassen sich nicht vor Unterdrückung schützen, indem man sie vom Lehrberuf ausschließt. Einige Betroffene wiesen darauf hin, die Verbote hätten ihnen nicht mehr Freiheit gegeben, sondern ihre soziale Lage verschlechtert. Eine Frau meinte dazu: „Solange wir in den Schulen nur geputzt haben, hatte niemand ein Problem mit dem Kopftuch."

Human Rights Watch ruft die Landesregierungen auf, die Gesetze zum Verbot religiöser Kleidung und Symbole zu überprüfen und aufzuheben und ihre Gesetzgebung in volle Übereinstimmung mit internationalen Menschenrechtsstandards zu bringen. Die Länder sollten insbesondere dafür sorgen, dass ihre Bestimmungen nicht nach Geschlecht oder Religion diskriminieren und dass sie die Religionsfreiheit und die freie Meinungsäußerung achten.

als PDF-Artikel zu lesen.

 

 

ZWANGSHEIRAT IMMER NOCH EIN THEMA!

 -WAS HEIMLICH IMMER NOCH PASSIERT -

Hilfen sie unter: http://www.muslime-in-niederkassel.de/Muslime_GewaltZwangsheiratEhrenmord.htm

37 Grad - ZDF.de

Zur Heirat verurteilt

Sabatina James ist zehn Jahre alt, als sie mit ihren Eltern und Geschwistern von Pakistan nach Österreich zieht. Sie fühlt sich wohl in ihrer neuen Heimat. Als sie 16 wird, finden die Eltern, dass sie zu westlich geworden ist, und schicken sie nach Pakistan. Eine ordentliche pakistanische Frau solle sie werden und ihren Cousin heiraten.

Sabatina wird auf eine heruntergekommene Koranschule geschickt, für sie beginnt die schlimmste Zeit ihres Lebens. Ihr anfänglicher Widerstand erlahmt, die Gehirnwäsche in der Koranschule beginnt langsam zu greifen. Nach Monaten kehrt sie zurück nach Österreich. Der Vater drängt auf die Heirat mit dem Cousin. Sabatina weigert sich.

Über einen Freund lernt sie das Christentum kennen und liest die Bibel, was ihr so viel Trost und Halt gibt, dass sie heimlich zum Christentum konvertiert. Als die Eltern das erfahren, kommt es zum Eklat. Nach Auslegung der Scharia, der sich die Eltern verpflichtet fühlen, ist der Übertritt zu einer anderen Religion eine todeswürdige Handlung.

Die Eltern verstoßen ihre Tochter. Sabatina flüchtet nach Deutschland. Seitdem ist sie auf der Flucht. Bis heute wird sie mit dem Tod bedroht, lebt unter Personenschutz. Trotzdem wagt sie den Weg in die Öffentlichkeit. Sie möchte etwas bewegen, die Bevölkerung sensibilisieren für das Thema Zwangsheirat. Sie gründet einen Verein, eine Anlaufstelle für zwangsverheiratete Frauen. Hier lernt sie die 22-jährige Jasmin kennen.

Jasmin ist in Stuttgart geboren, ihre Mutter ist eine Deutsche, der Vater ein Syrier. Mit 14 Jahren wird Jasmin nach Syrien verschleppt und dort zwangsverheiratet. Sie hasst ihren Mann, er verprügelt sie, droht damit, ihr die Tochter wegzunehmen. Jasmin verkauft ihren Ehering und flüchtet mit der Tochter nach Deutschland. Über einen Anwalt, den Jasmins Vater eingeschaltet hat, gelingt es ihrem Mann, nach Deutschland einzureisen.

Das Drama beginnt von Neuem. Er schlägt sie und das Kind und droht ihr, sie umzubringen. Mehrfach flüchtet Jasmin ins Frauenhaus. Als sie volljährig ist, reicht sie die Scheidung ein. Im Sommer 2005 wird die Ehe annulliert. Seither lebt sie in ständiger Angst, dass ihr Ex-Mann oder der Vater sie finden könnten.

Für "37 Grad" begleitet die Regisseurin Tina Soliman Sabatina und Jasmin, zwei junge, mutige Frauen, die unverdeckt vor die Kamera gehen und offen über Zwangsheirat sprechen. Sie möchten mit ihrem Schicksal wachrütteln, den Finger in die Wunde legen, in einem Land, in dem Gleichberechtigung zwar in der Verfassung steht, aber noch längst nicht für alle Frauen gilt, selbst dann nicht, wenn sie deutsche Staatsbürgerinnen sind.

Film von Tina Solimann

Kommentar: Den Mädchen, denen das passiert, haben meist in der eigenen Gesellschaft keine Hilfe. Deswegen soll auch die hiesige Gesellschaft aufmerksam sein. Hilfen gibt es genug, wenn man nur den Verdacht hat, sollte man das Jugendamt, die Polizei oder auch die Stellen anrufen, die auf der Homepage: http://www.muslime-in-niederkassel.de/Muslime_GewaltZwangsheiratEhrenmord.htm beschrieben sind. Ich selber habe auf meine Frage an einen Hoça und Vorsitzenden, "Was macht ihr, wenn ihr davon hört?" Die Antwort bekommen: "Die Eltern".

Elisabeth Mariam Müller

  

 

Immer mehr Frauen stellen sich auf eigene

Füße, weil sie von Männern behindert werden.

Fraueninitiative für Bildung und Erziehung -FIBEr e.V.‎
der Verein, der aus dem
Rat der Muslime in Bonn entstanden ist.

Fraueninitiative für Bildung und Erziehung -FIBEr e.V.

Adenauerallee 13
53111 Bonn
 

 

‘A’ischa, die Frau des Propheten,

als Lehrerin

Frauen haben in früheren Zeiten gelehrt,

waren klug und weise, und haben auch Männern Unterricht erteilt.

     

`A’ischa, die Frau des Propheten, sagte: „Wie großartig sind die Frauen der Ansar. Ihre Bescheidenheit hielt sie nicht davon ab, zu Gelehrten im Din zu werden.

“ Es gibt keinen Zweifel, dass der Islam die Wichtigkeit des Wissens betont. Jeder kennt den berühmten Ausspruch des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden schenken:

„Suche Wissen, selbst wenn es in China ist.“

Der Qur’an befiehlt uns ebenfalls, Wissen zu suchen.

Allah sagt: „Sprich: Herr, mehre mein Wissen.“ (Ta-Ha, 114)

Die Bedeutung von Wissen und dessen Konsequenzen wird den ganzen Qur’an hindurch zum Ausdruck gebracht:

„Nur diejenigen, die Wissen haben, werden es begreifen“ (Al-Ankabût, 43)
und
„Und sie sagen, ‘Hätten wir nur zugehört und unseren Verstand gebraucht, so wären wir nicht unter den Leuten des Feuerbrandes’.“ (Al-Mulk, 10)

Die Liste der Ajat (Verse) über dieses Thema könnte immer weiter fortgeführt werden. Die Leute des Wissens sind „die Erben der Propheten“, wie der Gesandte Allahs gesagt hat. Er sagte auch:

„Wissen fügt dem Edlen Ehre hinzu und erhebt den Sklaven, bis er die Ebene von Königen erreicht.“

Der Befehl, nach Wissen zu streben, ist ebenso an die Frauen gerichtet.

Das Wissen ‘A’ischas über den Din ist berühmt. Der Prophet sagte zu seinen Gefährten:

„Nehmt die Hälfte eures Dins von Humaira (‘A’ischa).“

Und die Berichte, die uns von den Gefährten vorliegen, belegen das unbeschreibliche Maß von Wissen, über das sie verfügte.

Abu Musa Al-Asch’ari sagte:
„Wann immer wir, die Gefährten des Propheten, auf irgendeine Schwierigkeit bezüglich eines Hadith stießen, brachten wir es ‘A’ischa vor und fanden, dass sie eindeutiges Wissen darüber hatte.“

‘Urwa ibn Az-Zubayr stellte fest:
„Ich habe keinen größeren Gelehrten gesehen als ‘Ai’scha, was das Lernen des Qur’an betrifft, die Aufteilung der Erbschaft, erlaubte und verbotene Dinge, Poesie und Literatur, arabische Geschichte und Genealogie.“

Ibn Al-Dschauzi erwähnt eine Überlieferung von Hischam ibn ‘Urwa, dass dieser zu ‘A’ischa sagte:
„Umm! (Mutter, da sie als Frau des Propheten eine der „Mütter der Gläubigen“ ist) Ich bin nicht überrascht von deinem Wissen über Poesie, denn du bist die Tochter von Abu Bakr, und er war derjenige, der am meisten von allen Menschen über Dichtung wusste. Doch ich wundere mich über dein Wissen in Medizin.“

Sie klopfte ihm auf die Schulter und sagte:

„Der Gesandte Allahs, Allah segne ihn und schenke ihm Frieden, war am Ende seines Lebens krank, während die Delegationen der Araber aus allen Richtungen zu ihm kamen. Sie verschrieben Dinge für ihn und ich behandelte ihn entsprechend. Daher kommt es.“

Al-Qasim ibn Muhammad sagte:

„‘A’ischa übernahm das Geben von Fatwas (Rechtsgutachten) während der Khalifate Abu Bakrs, ‘Umars, ‘Uthmans und so weiter, bis sie starb.“

Bei Abu ‘Abdullah Al-Ghafiqi heißt es über ‘A’ischa:

„Sie hatte die meisten Überlieferungen vom Propheten und den meisten Fiqh (Rechtsverständnis) von denen, die Fatwa gaben. Sie wurde von Menschen aus den entferntesten Ländern zwecks Wissens von der Sunna und den Verpflichtungen aufgesucht. Sie erzählte alle Dichtungen der Araber mit großer Reinheit. Sie war wundervoll im Tafsir (Kommentar) des Qur’an und in eloquenter Ausdrucksweise. Sie hatte den reichsten Anteil von Wissen in Medizin.“

Sie übertrug ihr Wissen auf mindestens 77 Männer und acht Frauen.

‘Urwa sagte:

„Nie sah ich jemanden mit mehr Wissen über das Erlaubte und Verbotene, Allgemeinwissen, Wissen über Dichtung und Medizin als ‘A’ischa.“

Masruq sagte,

„Ich sah die Gefährten ‘A’ischa über die Aufteilung der Erbschaft befragen.“

An-Nabulisi schreibt:

„Es gibt keinerlei Vorwurf oder Tadel für eine Frau, sich mit irgendeinem Aspekt des Strebens nach Wissen zu befassen und es zu lehren (...)

‘A’ischa pflegte die Wissenschaften zu interpretieren und herausragenden Männern Information über unklare Dinge zu geben.

(Von Aisha Bewley)

Kommentar:

Wo ist diese Auffassung in den Jahrhunderten geblieben, mit welchem Recht können die Männer sagen, Frauen dürfen nicht lehren und wenn, dann nur Frauen unterrichten, wo bei den Lebzeiten von Mohammed und unter den Kalifen, die Frauen sich überaus großes Wissen angeeignet haben und Fatwas ausgesprochen haben und Männern den Islam gelehrt haben.

Genauso verhält es sich mit der Trennung von Männern und Frauen, auch das war zu Mohammeds Zeiten nicht. Aber über die Jahrhunderte und der Einfluss der Kolonialzeit, wo die Europäern den arabischen Menschen ihre Auffassung von der Minderwertigkeit der Frau erklärten und danach handelten, hat sich das etabliert und gehört nicht in die heutige Zeit.

Ich hoffe sehr auf die jungen Menschen, vor allen den jungen Frauen in aller Welt, dass Sie den Islam in die heutige Zeit holen und sich nicht mehr verdrängen lassen von den Männern, sondern sie Zeichen setzen. Ich frage mich oft, wie Mohammed wohl in der heutigen Zeit gelebt und gehandelt hätte. Danach muss man sein Wissen und Handeln ausrichten, der Koran gibt viele Hinweise darauf und er ist nicht rückwärtsgewandt, wie viele denken, sondern ein Buch der heutigen Zeit.

öööö

 

 

gelesen im 30.06.2009


Frauen in Deutschland.

 

Jeden Tag werden in Deutschland Frauen von Verwandten, Freunden und von fremden Männern beleidigt, attackiert und auch getötet. Das geschieht unabhängig davon, ob sie einer Religionsgruppe angehören oder nicht, ob sie ein Kopftuch tragen oder nicht, egal welcher Nationalität sie sind.

Die Männer können es nicht ertragen, dass eine Frau sie in einem Streit in ihre Schranken gewiesen hat, sie anzeigt, gegen sie aussagt, sie abweist.

All diese schändlichen Attacken von Männern beruhen auf Frauenfeindlichkeit, auf Ehrbegriffen, mit Hass auf eine Religion.

 

Frauenverachtung von Männern sind ganz unterschiedlicher Herkunft, die immer mit eigenem erhöhten männlichem Selbstwertgefühl einhergeht.

 

Durch Erziehung und Aufklärung kann man dieses Phänomen nur bekämpfen, in der Schule lehren, das Männer und Frauen gleich sind, mit gleichen Rechten und Pflichten.

 

Wenn alle zusammen arbeiten, dann kann aus der zarten Pflanze der Gleichwertigkeit von Mann und Frau ein starker Baum werden. Er wird es nicht, wenn wir auch hier in Deutschland die Augen verschließen und nur das von Muslimen einfordern.

 

 


Zina(t) und die Bekleidungsvorschriften - Bedeckung der Frau -

 

Eine Frage der Interpretation

Ein Auszug aus dem Buch: von Nahed Selim: "Nehmt den Männern den Koran.

Eine weibliche Interpretation des Islam

Hätte Ibn Abbas, ein Zeitgenosse des Propheten, der in der frühislamischen Periode lebte, sich jemals träumen lassen, dass seine – übrigens völlig falsche – Deutung des arabischen Wortes Zina(t) das Leben von Abermillionen Frauen bis ins einundzwanzigste Jahrhundert hinein beherrschen und dass die Welt durch die unzähligen Kopftücher und Schleier anders aussehen würde?

Was ist Zina (oder Zinat) nun genau und wie kann eine Frau ihre Zina(t), verhüllen?

Zina(t) kann vieles bedeuten: Schmuck, Juwelen, Aufmachung, Verzierung, Make-up, Gepränge, Putz, Aus­schmückung, Verschöne­rung, Dekoration, Pracht und Prunk.

Dies alles gehört semantisch zu dem Wort Zina. Für welche dieser Bedeutungen man sich auch entscheidet, Zina(t) hat immer etwas mit zusätzlichen Artikeln, Kosmetika oder Hilfsmitteln zu tun, welche die weibliche Schönheit akzentuieren. Oder anders gesagt: Zina(t) bezieht sich nicht auf Körperteile, sondern auf Accessoires, die dem Körper beigegeben werden.

 

 

 Al-Noor
Und sprich zu den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren und ihren Schmuck (Zina(t) nicht zur Schau tragen sollen - bis auf das, was davon sichtbar sein darf, und dass sie ihre Tücher um ihre Kleidungsausschnitte schlagen und ihren Schmuck (Zina(t)) vor niemand (anderem) enthüllen sollen als vor ihren Gatten oder Vätern oder den Vätern ihrer Gatten oder ihren Söhnen oder den Söhnen ihrer Gatten oder ihren Brüdern oder den Söhnen ihrer Brüder oder Söhnen ihrer Schwestern oder ihren Frauen oder denen, die sie von Rechts wegen besitzen, oder solchen von ihren männlichen Dienern, die keinen Geschlechtstrieb mehr haben, und den Kindern, die der Blöße der Frauen keine Beachtung schenken. Und sie sollen ihre Füße nicht so (auf den Boden) stampfen, dass bekannt wird, was sie von ihrem Schmuck (Zina(t)) verbergen. Und wendet euch allesamt reumütig Allah zu, o ihr Gläubigen, auf dass ihr erfolgreich sein möget. (31)



Hier als PDF - Artikel zu lesen.
Zina(t) und die Bekleidungsvorschriften
 
سُوۡرَةُ النُّور
وَقُل لِّلۡمُؤۡمِنَـٰتِ يَغۡضُضۡنَ مِنۡ أَبۡصَـٰرِهِنَّ وَيَحۡفَظۡنَ فُرُوجَهُنَّ وَلَا يُبۡدِينَ زِينَتَهُنَّ إِلَّا مَا ظَهَرَ مِنۡهَا‌ۖ وَلۡيَضۡرِبۡنَ بِخُمُرِهِنَّ عَلَىٰ جُيُوبِہِنَّ‌ۖ وَلَا يُبۡدِينَ زِينَتَهُنَّ إِلَّا لِبُعُولَتِهِنَّ أَوۡ ءَابَآٮِٕهِنَّ أَوۡ ءَابَآءِ بُعُولَتِهِنَّ أَوۡ أَبۡنَآٮِٕهِنَّ أَوۡ أَبۡنَآءِ بُعُولَتِهِنَّ أَوۡ إِخۡوَٲنِهِنَّ أَوۡ بَنِىٓ إِخۡوَٲنِهِنَّ أَوۡ بَنِىٓ أَخَوَٲتِهِنَّ أَوۡ نِسَآٮِٕهِنَّ أَوۡ مَا مَلَكَتۡ أَيۡمَـٰنُهُنَّ أَوِ ٱلتَّـٰبِعِينَ غَيۡرِ أُوْلِى ٱلۡإِرۡبَةِ مِنَ ٱلرِّجَالِ أَوِ ٱلطِّفۡلِ ٱلَّذِينَ لَمۡ يَظۡهَرُواْ عَلَىٰ عَوۡرَٲتِ ٱلنِّسَآءِ‌ۖ وَلَا يَضۡرِبۡنَ بِأَرۡجُلِهِنَّ لِيُعۡلَمَ مَا يُخۡفِينَ مِن زِينَتِهِنَّ‌ۚ وَتُوبُوٓاْ إِلَى ٱللَّهِ جَمِيعًا أَيُّهَ ٱلۡمُؤۡمِنُونَ لَعَلَّكُمۡ تُفۡلِحُونَ (٣١)
 

 

 

Die Protestantinnen des Islam

Theologin Rabeya Müller vom Kölner Zentrum für Frauenforschung, kurz "ZiF".

im Gespräch im „Forum am Freitag“

Zur Auslegung der Sure 4:34

und zur

umstrittenen korrekten  Übersetzung des Wortes "daraba"

 

Feministisch-islamische Theologie

Ähnlich wie Jüdinnen und Christinnen haben muslimische Frauen seit einigen Jahren die feministische Theologie für sich entdeckt. Sie möchten die Quellen des Islam, den Koran und die Sunna, von den jahrhundertealten patriarchalischen Interpretationen lösen, die ihrer Ansicht nach dazu dienten, die Macht der Männer gegenüber den Frauen zu erhalten und Frauen eine Beteiligung am gesellschaftlichen und religiösen Leben in großem Maße vorzuenthalten.

Die Quellen des Islam, so lautet ihre Überzeugung, garantieren Männern und Frauen jedoch die gleichen Rechte. "Wenn wir sagen, dass der Koran ein geschlechtergerechtes Buch ist, dass Gott ein geschlechtergerecht denkender Schöpfer ist, dann können wir nicht in der Praxis ein Geschlecht ungerecht behandeln", so die Theologin Rabeya Müller vom Kölner Zentrum für Frauenforschung, kurz "ZiF". Besonders die Stellen im Koran, die sich augenscheinlich frauenfeindlich äußern, müssen nach Auffassung der muslimischen Feministinnen neu interpretiert werden.

 

 

 "Mann muss die Muslime reformieren"

Kein männliches Deutungsmonopol

 

Sie möchten daher das Deutungsmonopol der Männer brechen. Zudem plädieren sie für einen Zugang zu den Ämtern, den ihnen die muslimischen Männer seit Jahrhunderten verwehren. Erst seit einigen Jahren können sich muslimische Frauen zu Theologinnen ausbilden lassen und auch als Geistliche arbeiten, allerdings nur für Frauen. Eine Frau als Vorbeterin einer gemischten Gemeinde ist dagegen in der islamischen Welt immer noch undenkbar.

Die Wurzeln der modernen islamischen Frauenrechtsbewegung reichen mehr als hundert Jahre zurück. Anfang des 20. Jahrhunderts schrieben Feministinnen in Ägypten, durch den europäischen Einfluss inspiriert, Bücher und Artikel, die in gängigen Magazinen veröffentlicht und sowohl von Frauen und Männern gelesen wurden. Sie plädierten dabei für das Recht der Frauen auf Bildung und Arbeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet die feministische Frauenbewegung zunächst in Vergessenheit. Wiederbelebt wurde sie Anfang der neunziger Jahre durch die marokkanische Soziologin Fatema Mernissi. In ihren Büchern geht sie der Frage nach, wie sehr die Interpretation der islamischen Quellen durch Männer manipuliert und missbraucht worden war.

 

Zitat

„Verglichen mit der vorislamischen Stellung der Frau bedeutete die islamische Gesetzgebung einen enormen Fortschritt; die Frau hat das Recht, über das zu verfügen, was sie durch eigene Arbeit verdient hat.“

Annemarie Schimmel

Der Koran - ein Fortschritt für Frauen

Den muslimischen Feministinnen geht es vor allem darum, den Koran so zu deuten, wie es ursprünglich beabsichtigt war. Denn der Islam stärkte die Rechte der Frau: Galten sie in vorislamischer Zeit als Erbmasse, waren sie jetzt erbberechtigt - ein Privileg, das in vorislamischer Zeit nur Männern zugestanden wurde. Vorher gehörte die Frau zum Besitzstand des Mannes und wurde nach seinem Tod an die nächsten Verwandten mitvererbt. So schreibt die mittlerweile verstorbene Islamwissenschaftlerin Annemarie Schimmel: "Verglichen mit der vorislamischen Stellung der Frau bedeutete die islamische Gesetzgebung einen enormen Fortschritt; die Frau hat - zumindest nach dem Buchstaben des Gesetzes - das Recht, über das zu verfügen, was sie in die Familie gebracht hat oder durch eigene Arbeit verdient hat." Auch in anderer Hinsicht bekamen die Frauen mehr Rechte. Die Mitgift wurde an die Frau gezahlt, nicht mehr an den Vater des Mannes. Die Ehe wurde ein ziviler Vertrag, dessen Gültigkeit von dem Einverständnis der Frau abhängig war. Zudem führte der Islam die Scheidung ein.

Feminismus - auch für Männer ein Gewinn

Die Protagonistinnen des islamischen Feminismus möchten daher die ihrer Ansicht nach geschlechtergerechte Botschaft des Korans wieder mit neuem Geist beleben. Dabei gibt es verschiedene Ansätze: Einige möchten Verse des Koran ignorieren, so wie die in Holland lebende ägyptische Autorin Nahed Salim: "Als eine emanzipierte Frau plädiere ich dafür, diejenigen Verse, die eine frauenfeindliche Botschaft beinhalten, nicht mehr zu beachten. Dies gilt für die Polygamie, die körperliche und seelische Züchtigung von Frauen und die Ungleichheit von Männern und Frauen vor Gericht." Eine problematische Forderung, denn für Muslime ist der Koran das wörtlich offenbarte Wort Gottes und somit unantastbar.

Historisches Dokument Koran

Auch Nehide Boskurt geht dies zu weit. Die Professorin an der Theologischen Universität in Ankara plädiert daher für einen anderen Weg. Sie möchte eine historische Einordnung der Verse: "Man kann die Verse nicht missachten. Ich bin Historikerin, und der Text liegt vor mir. Wie kann ich ihn somit denn nicht beachten? Ich denke, es ist eine Frage der Interpretation. Daher bin ich dafür, den historischen Kontext mehr herauszuarbeiten." Und die Wissenschaftlerin gibt auch ein konkretes Beispiel für ihren Ansatz: "Die Zeugenaussage von zwei Frauen entspricht der eines Mannes. Doch wir wissen, dass zu jener Zeit Frauen keine Erfahrungen in Bereich des Handels hatten. In diesem Zusammenhang sagt der Koran, wenn es um Geldgeschäfte geht, sollen zwei Frauen aussagen, damit die eine die andere erinnern kann. Damals waren die Frauen unerfahren, doch heute gibt es viele Frauen in Wirtschaftsunternehmen. Wie kann man da heute noch behaupten, zwei Frauen entsprächen einem Mann?"

In Deutschland sind es die Hamburger Imamin Halima Krausen und die Frauen um Rabeya Müller im "ZiF", die sich für eine Neuinterpretation umstrittener Verse einsetzen. Beispiel ist der Vers 4, 34, in dem den Männern das Recht eingeräumt wird, ihre Frauen körperlich zu züchtigen: Der arabische Begriff "daraba" hat neben "schlagen", wie er üblicherweise übersetzt wird, auch die Bedeutung "prägen" und "trennen". In diesen Bedeutungen wird "daraba" im Koran am häufigsten benutzt. "Wenn man sich jetzt den Kontext anguckt, wie es im Koran drinsteht - wenn es irgendwelche Zwistigkeiten gibt, sprecht erst miteinander, dann trennt euch zeitweilig - dann empfindet man es als absolut unlogisch, wenn dann kommt 'dann schlagt sie'. Wie um Gottes willen soll ein solcher Schlag eine Ehe retten?", fragt Rabeya Müller.

Langer Weg zur Gleichberechtigung

Doch egal, ob die Verse des Koran weggelassen, historisch eingebettet oder neu interpretiert werden - eines wird deutlich: Es gibt viele Ansätze von Frauen in der islamischen Welt im Kampf um ihre Rechte und gesellschaftliche Gleichstellung. Doch immer noch haben diese Frauen es ungleich schwerer als ihre nicht-muslimischen Geschlechtsgenossinnen. Daher ist der Weg zu einer Gleichberechtigung der Geschlechter in der islamischen Welt noch lang. Die Journalistin Nahed Selim zumindest ist in dieser Hinsicht optimistisch: "Ich denke, wenn man den Frauen mehr Kraft gibt, dann verstärkt man auch den Islam, denn Frauen stellen die Hälfte aller Muslime. Sie führen und erziehen ihre Kinder, und sie haben großen Einfluss in der muslimischen Gesellschaft. Wenn sie sich stark und glücklich fühlen und ihnen Gerechtigkeit widerfährt, dann wird die ganze islamische Gemeinschaft und auch der Islam gerecht behandelt."

Mit Material von ZDF

 

Dieser erste Koran für Kinder und Erwachsene zeigt, dass die Lehren und Erzählungen des Korans für jedermann gut verständlich sind.

Durch die thematische Anordnung der Verse, die klare und verständliche Übersetzung sowie die knappe Erläuterungen bietet er einen einzigartigen Schlüssel, um das heilige Buch der Muslime kennen zu lernen.

Autorinnen: Lamya Kaddor und Rabeya Müller

Verlag C.H.Beck oHG

ISBN 978 3 406 57222 7 Preis: 19,95 €

 

 

 

  Emina Corbo – Mesic Stuttgart, Juli 2008

Polygamie und der Respekt gegenüber Frauen im Islam

 

Polygamie, Vielweiberei, Mehrehe. Es gibt nur wenige Begriffe, die derart polarisieren und die gleichzeitig derart oft als Beleg dafür herhalten muss, wie unfair und ungerecht Frauen im Islam behandelt werden. Nichtmuslime beschuldigen Muslime mit dem Hinweis auf die Mehrehe, sie würden ihre Frauen wie Menschen zweiter Klasse behandeln.

Und Muslime ? Sie wissen zumeist auch nur wenig über die historischen und religiösen Hintergründe der Mehrehe im Islam.

Der Koran stellt in Sure 4:1

- O ihr Menschen, fürchtet euren Herrn, Der euch erschaffen hat aus einem einzigen Wesen; und aus ihm erschuf Er seine Gattin, und aus den beiden ließ Er viele Männer und Frauen entstehen. Und fürchtet Allah, in Dessen Namen ihr einander bittet, sowie (im Namen eurer) Blutsverwandtschaft. Wahrlich, Allah wacht über euch. -

die Gleichwertigkeit von Mann und Frau fest, da beide Geschlechter aus einem einzigen Wesen erschaffen wurden. Sie ergänzen sich und die Motive ihres Zusammenlebens sollten Liebe und Geborgenheit sein,

Sure 30:21

 - Und unter Seinen Zeichen ist dies, daß Er Gattinnen für euch aus euch selber schuf, auf daß ihr Frieden bei ihnen finden möget; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Hierin liegen wahrlich Zeichen für ein Volk, das nachdenkt. -

Der Koran verlangt von beiden Ehepartnern die Gleichheit von Pflicht und Verantwortung.

In Sure 2:187 heißt es:

- Es ist euch erlaubt, euch in der Nacht des Fastens euren Frauen zu nähern; sie sind Geborgenheit für euch und ihr seid Geborgenheit für sie. Allah weiß, dass ihr gegen euch selbst trügerisch gehandelt habt, und Er wandte euch Seine Gnade wieder zu und vergab euch. So pflegt nun Verkehr mit ihnen und trachtet nach dem, was Allah für euch bestimmt hat. Und esst und trinkt, bis der weiße Faden von dem schwarzen Faden der Morgendämmerung für euch erkennbar wird. Danach vollendet das Fasten bis zur Nacht. Und pflegt keinen Verkehr mit ihnen, während ihr euch in die Moscheen zurückgezogen habt. Dies sind die Schranken Allahs, so kommt ihnen nicht nahe! So erklärt Allah den Menschen Seine Zeichen. Vielleicht werden sie (Ihn) fürchten. " -

Sie sind euch Geborgenheit für euch, und ihr seid Geborgenheit für sie..."

Wie respektvoll der Prophet Mohammed, Friede sei mit ihm, mit Frauen umgegangen ist, scheinen auch viele Muslime nicht zu wissen. Und die Tatsache, dass er sich an der Hausarbeit beteiligte, lässt ihn in meinen Augen nicht wie einen Pascha erscheinen – im Gegenteil.

Viele sogenannte Islamkritiker stellen Mohammed gerne als einen Lüstling dar, der außer Krieg und Frauen nichts im Kopf gehabt haben soll. Diese Sichtweise entspringt mehr der Absicht, den Propheten des Islams auf Biegen und Brechen zu diskreditieren, als der historischen Quellenlage.

Die Mehrehe ist übrigens keine Erfindung des Islams. Viele der Propheten vor Muhammad führten polygame Ehen. Dass der Islam die Polygamie nicht als erstrebenswert per se ansieht, lässt sich aus folgenden Koranversen ableiten:

Sure 4:3

- Und wenn ihr fürchtet, nicht gerecht gegen die Waisen zu sein, so heiratet, was euch an Frauen gut ansteht, zwei, drei oder vier; und wenn ihr fürchtet, nicht billig zu sein, (heiratet) eine oder was im Besitz eurer rechten (Hand ist). So könnt ihr am ehesten Ungerechtigkeit vermeiden. --

"Heiratet, was euch an Frauen gut ansteht, zwei, drei oder vier. Wenn ihr aber befürchtet, (so viele) nicht gerecht zu behandeln, dann (nur) eine, oder was ihr (an Sklavinnen) besitzt". – Dann kommt aber eine wichtige Einschränkung, denn in der gleichen Sure heißt es weiter hinten:

Sure 4,129

- Und ihr könnt zwischen den Frauen keine Gerechtigkeit üben, so sehr ihr es auch wünschen möget. Aber neigt euch nicht gänzlich (einer) zu, so daß ihr die andere gleichsam in der Schwebe laßt. Und wenn ihr es wiedergutmacht und gottesfürchtig seid, so ist Allah Allverzeihend, Barmherzig. -„

Und ihr werdet die Frauen, (die ihr zu gleicher Zeit als Ehefrauen habt) nicht (wirklich) gerecht behandeln können, mögt ihr noch so sehr darauf aus sein."

Dieser Vers kommt einem indirekten Verbot der Mehrehe gleich. Denn ein Mann, der sich für die Polygamie entscheidet, verpflichtet sich zur absoluten Gerechtigkeit gegenüber allen seinen Frauen, wenn es um das Teilen von Gütern, Geschenken, Zeit und Zuwendung geht.

Viel wichtiger als die materiellen Dinge sind die Gefühle gegenüber der Ehefrau, die kein Mensch absolut gerecht dosieren kann.

Die Frage, die sich auf Mehrehe erpichte Männer ehrlich stellen müssen, lautet daher: wie schaffe ich es, mit der einen mir angetrauten Frau glücklich und erfüllt zu leben?

Sie kann nicht lauten: Wo kriege ich eine zweite Frau her und wie kann ich mir das leisten?

Der Koran ist hier sehr eindeutig: Das einigende Band zwischen Frauen und Männern soll aus Liebe, Respekt und Achtung geflochten sein. Wer nur auf die materiellen Aspekte der Ehe achtet, versteht die Botschaft des Korans nicht und lässt den geschichtlichen Hintergrund der Offenbarung außen vor.

Muslimische Frauen haben übrigens per Ehevertrag das Recht, ihren angetrauten Mann von Eheschließungen mit weiteren Frauen abzuhalten. Es ist leider eine traurige Tatsache, dass viele Frauenrechte im Laufe der islamischen Geschichte von zumeist patriarchal geprägten Gesellschaften teilweise oder vollkommen einkassiert worden sind. In vielen islamischen Gesellschaften herrschen heute vielerorts Zustände, die meiner Meinung nach mit dem Islam unvereinbar sind.

Schlimmer noch: In Ländern wie Saudi Arabien, dem Iran oder Afghanistan sind Menschen- und Frauenrechte mit der Begründung eingeschränkt worden, die Frauen schützen zu wollen. Die Einwände der aus dem öffentlichen Leben verbannten Frauen werden mit strengen Verhaltensregeln weggewischt, die häufig genug frei erfunden sind.

Die Bevorzugung von Tradition vor Religion, fehlendem religiösem Wissen, die Unfähigkeit zur Auseinandersetzung sowohl auf religiöser als auch auf intellektueller Basis, sind einige der Hauptursachen für die Missstände in vielen muslimischen Ländern.

Die Würde der Frau unterscheidet sich nicht von der Würde des Mannes. Es ist die Pflicht aller Muslime, diese Würde zu achten, zu schützen und zu bewahren. Und es ist ihre Pflicht, jegliche Gewalt und jegliches Unrecht gegen Frauen zu verurteilen und dagegen anzugehen.

Dazu zählt an erster Stelle die Gewalt in der Familie, die auf fehlenden Respekt und Unkenntnis der eigenen religiösen Gebote zurückzuführen ist. Wie soll ein muslimischer Junge Respekt vor Frauen haben, wenn er zu Hause erlebt, wie seine Mutter, Schwester oder Tante geschlagen oder gedemütigt wird?

Gewalt ist mehr als nur Schläge. Auch Ausbeutung, Erniedrigung und der Zwang zur Eheschließung sind inakzeptable Formen der Gewalt, die mit den islamischen Prinzipien nicht vereinbar sind.

 

 

               

Frühe weibliche Gelehrte des Islam

Zur Zeit der Prophetengefährten kam niemals die Debatte auf, ob es legitim sei, direkt von Frauen zu lernen. In den Büchern der prophetischen Überlieferungen findet man in jedem Abschnitt Überlieferungen, die von Frauen stammen. Imam Hakim Naisapuri sagte:

„Ein Viertel unserer Religion hängt ab von den Überlieferungen der Frauen. Würde es sie nicht geben, würden wir eine Viertel unserer Religion verlieren.“

Interessanterweise gibt es kein einziges Hadith, welches von den Gelehrten verworfen wird, weil es von einer Frau gefälscht wurde. Imam Adh-Dhahabi bestätigte dies: „Es gibt viele Männer, die Hadithe fälschten. Jedoch wurde keine Frau in der Geschichte des Islam beschuldigt, etwas dergleichen getan zu haben.“ Frauen waren immer aufrichtig in der Weitergabe religiösen Wissens.

mehr:

Weibliche Gelehrte des Islam.pdf

 
   
Die Frau im Islam

 

 

Kopfbedeckung

 

 

"Die Frau im Islam"

ist eines der begehrtesten Themen, über die in nichtislamischen Kreisen diskutiert wird, wobei davon ausgegangen wird, dass "der Islam" die Frau unterdrücke und dem Mann mehr Rechte gebe. Muslime weisen dieses, aus dem Mittelalter stammende Vorurteil zurück.
Vielmehr sind Mann und Frau vor Gott, sowohl in religiöser als auch in geistiger Hinsicht gleichwertig. Rechte und Pflichten von Mann und Frau sind im Koran offenbart worden:


"Und die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen sind einer des anderen Beschützer. Sie gebieten das Gute und verbieten das Böse und Verrichten das Gebet, entrichten die Zakah und gehorchen Allah und Seinen Gesandten. Sie sind es, derer Allah Sich erbarmen wird. Wahrlich, Allah ist Erhaben, Allweise.
Sure 9:71

Eine Benachteiligung von Mädchen bzw. Frauen würde der Gerechtigkeit Gottes widersprechen. Männer und Frauen ergänzen sich in ihrer gemeinsamen Verantwortung für Familie und Gesellschaft. Sie tragen jeweils die Verantwortung für den anderen. In sexueller Beziehung haben beide das gleiche Recht. Der Mann kann keinerlei Dienste von der Frau verlangen. Die Frau hingegen darf für jede Dienstleistung – sogar für das Stillen ihrer Säuglinge – Geld verlangen. Im Falle einer Ehe, hat die Frau das Recht auf einen Ehevertrag. Des Weiteren gesteht der Islam beiden Geschlechter das Recht auf Scheidung zu.

Die Kopfbedeckung wird in nichtislamischen Kreisen als "Symbol der Unterdrückung" verstanden, wobei auch hier negative Erfahrungen aus der eigenen europäischen Kulturgeschichte auf den Islam übertragen werden.
Vor der Zeit der Offenbarung des Korans hatten die Frauen in der arabischen Gesellschaft kaum Rechte. Z.B. durften Sklavinnen und Prostituierte keine Kopfbedeckung tragen, damit man sie als "rechtlose und unfreie Frauen" von den anderen unterscheiden konnte
– obwohl das Tragen einer Kopfbedeckung im arabischen Kulturkreis üblich war. Als diese Frauen aber den Islam annahmen und zur Gemeinschaft der Muslime gehörten hatten sie alle Rechte der anderen Frauen:

       1. Das Recht auf Brautgabe, das Recht über alles in der Ehe
           erworbene zu verfügen (-Gütertrennung-), das Recht zu Erben,
           das Recht auf Scheidung,

und
        2. waren sie frei, sie wurden von Muslimen freigekauft und
           dienten somit allein Gott und nicht mehr irgendwelchen Herren.

Muslim sein, bedeutet schließlich "gottergeben" sein, Somit wurde Kopfbedeckung als "Symbol der Befreiung" aus der Sklaverei und der Prostitution, aber auch wieder zum "Symbol für den Schutz" verstanden.

Der Koran sagt:

"O Prophet! Sprich zu deinen Frauen und deinen Töchtern und zu den Frauen der Gläubigen, sie sollen ihre Übergewänder reichlich über sich ziehen. So ist es am ehesten gewährleistet, dass sie dann erkannt und nicht belästigt werden. Und Allah ist der Allverzeihende und Barmherzige."
Sure 33:59

"O Kinder Adams, Wir gaben euch Kleidung, um eure Scham zu bedecken und zum Schmuck. Doch das Kleid der Frömmigkeit – das ist das Beste. Dies ist eins der Zeichen Allahs, auf dass sie dessen eingedenk sein mögen."
Sure 7:26

 

 

Wir Muslime sollen nach dem Vorbild unseres Propheten, Friede und Heil auf ihn, leben.

 Das heißt nach der Sunna leben.

Deswegen muss man viel über das Leben von Mohammed, Friede und Heil auf ihn, wissen um ihm nachzueifern.

„Frauen um Mohammed“

 

Islamisches Wort

Januar 2008

Von Hilal Sezgin

 

Von dem Schriftsteller Edgar Allen Poe erschien 1844 die Kriminalgeschichte "Der entwendete Brief". Darin sucht die Polizei lange vergeblich nach einem gestohlenen, geheimen Schriftstück. Erst der Detektiv Dupin kann es finden: Der Brief steckt in einer ganz normalen Ablage, genau dort, wo Briefe hingehören. Dass er so sichtbar war, war gerade der Grund dafür, dass ihn alle übersehen hatten.

Wir mussten diese Geschichte in der Schule lesen, und ich fand den beschriebenen psychologischen Mechanismus immer total unwahrscheinlich. Bis ich neulich die Parallele zu einem gewissen anderen Phänomen entdeckte. Ich überlegte nämlich, was wir TATSÄCHLICH über die Frauen in der Frühzeit des Islams wissen. Mohammed und die Frauen: Im Abendland wird diese Frage so stark mit dem Thema Polygamie assoziiert, dass man sich fast schon scheut, genauer hinzuschauen. Aber wagen wir es doch einfach mal!

In erster Ehe war Mohammed mit einer reichen Frau namens Khadidscha verheiratet. Davor hatte er für sie als Karawanenführer gearbeitet. Als er sich bewährt hatte, machte sie ihm einen Heiratsantrag. Für sie war es bereits die dritte Ehe. Sie war, wir wissen es nicht genau, fünf oder möglicherweise auch fünfzehn Jahre älter als er. Als Mohammed seine erste Offenbarung erhalten hatte, war er furchtbar verunsichert, was ihm widerfahren war. Zu wem ging er, um sich Rat zu holen? Er ging zu Khadidscha.

Man sollte diese Fakten ruhig einmal auf sich wirken lassen, und gern auch mit unseren heutigen Verhältnissen vergleichen. Mohammed liebte seine Chefin. Er hatte keinerlei Probleme damit, von ihr Anweisungen zu empfangen und diese auszuführen, und auch keins damit, dass sie es war, die Geschäft und Geld mit in die Ehe brachte. Da findet sich kein Fünkchen Machotum von wegen Familienernährer oder Familienoberhaupt. Da wird "weiblichen Führungskräften" nicht insgeheim der Gehorsam verweigert. Und in dem Moment, als sein Leben eine - für ihn noch nicht ganz fassbare - Wendung nimmt, sucht er sich nicht etwa einen männlichen Berater, sondern bespricht die Sache mit seiner Frau.

Ich frage mich, wie viele vermeintlich moderne Männer - ob muslimisch oder nicht - so viel Kompetenz und sogar zeitweilige Überlegenheit seitens einer Frau akzeptieren - und sie dafür sogar lieben können!  Schließlich war es kein Mutter-Sohn-Verhältnis, der Ehe entsprangen mindesten fünf Kinder. Und weit davon entfernt, als "Jungfrau" in die Ehe zu gehen, wie es heute offenbar viele alte Männer von ihren jungen Bräuten erwarten, war Khadidscha bereits mehrfache Mutter.

 

In späteren Jahren, Khadidscha war gestorben, heiratete Mohammed mehrere Frauen, die übrigens auch sämtlich verwitwet oder geschieden waren - und eine ganz junge: Aischa. Nach heutigen Maßstäben wäre sie noch ein Kind. Doch die Ehe mit dem wesentlich älteren Propheten scheint für Aischa keine Abhängigkeit bedeutet zu haben. Sie machte aus ihr kein braves Frauchen, keine stumme Maus, im Gegenteil. Nach Mohammeds Tod gehörte Aischa zu den ersten, wichtigen Interpretinnen und Interpreten des Korans und der Prophetenworte. Man hörte auf das, was sie zu sagen hatte. Später spielte sie eine entscheidende Rolle in der Opposition gegen den Kalifen Uthman, sprach sich dennoch gegen seine Ermordung aus - und führte danach den politischen und militärischen Aufstand gegen Ali an.

Fatima, die Lieblingstochter Mohammeds, ist uns nicht als politische Figur bekannt. Privat allerdings ließ sie sich nicht alles bieten. Sie wehrte sich dagegen, dass ihr Mann Ali eine zweite Frau heiratete; und nach dem Tod Mohammeds rang sie mit dem Kalifen Abu Bakr um Land und Erbe. In der Frage von Alis zweiter Ehe unterstützte der Prophet seine Tochter übrigens: "Fatima ist ein Teil von mir", erklärte er, "und wer Fatima verärgert, der verärgert auch mich."

Khadidscha, Aischa, Fatima: Solcher Unsinn, dass Frauen nur über Vermittler Geschäfte machen dürfen, wäre ihnen gar nicht in den Sinn gekommen. Mohammed genauso wenig. Auch dass Ehefrauen stets zu gehorchen haben, scheint vielleicht bei manchen ein Wunsch gewesen zu sein, aber allgemeine Realität war es nicht. Von Mohammeds Frauen ist uns überliefert, dass sie hin und wieder mit ihm stritten. Nicht überliefert ist uns, dass sich der Prophet deswegen schämte, oder dafür, dass seine erste Frau ihm Brot gab und nicht umgekehrt. Die ganze Sache mit der Männerehre scheint dem Propheten viel weniger wichtig gewesen zu sein als vielen heutigen Muslimen, und er war mit Frauen enger und respektvoller befreundet, als sie es sind.

Und darum muss man eigentlich nicht lange suchen, um in Mohammeds unmittelbarer Umgebung selbstbewusste, im besten Sinne eigenwillige Frauen zu finden. Sie hatten eine Meinung und vertraten sie auch gegenüber Anderen, auch gegenüber Männern, auch in der Öffentlichkeit. Kurzum: Mit Mohammeds Erlaubnis und Unterstützung waren sie genau da, wo Frauen hingehören. Dass sie oft übersehen werden, könnte höchstens daran liegen, dass ihre Stärke für manch heutige Zeitgenossen so unangenehm sichtbar ist.

Wer mehr über die Frauen in der Frühzeit des Islams wissen möchte, lese in den Hadith-Sammlungen von Muslim und Buchari (englisch auch im Internet: http://www.usc.edu/dept/MSA/) oder schlage ihre Namen in der zwölfbändigen „Encyclopedia of Islam“ (Brill/Leiden) nach.

 

 

Islamische Zeitung

Unabhängiges Forum für Europa


Über die „Mütter der Gläubigen“.

Einige Gedanken zu den Frauen aus der Familie des Propheten Muhammad.

Von Schaikh Muhammad Al-Ninowy

 

„Die Hälfte des Dins kommt von 'Aischa“

(iz). „Und wahrlich, Wir haben die Kinder Adams geehrt...” (Al-’Isra, 70) Allah, der Erhabene, hob Adam aus der Schöpfung hervor, ehrte ihn und gab ihm das Prophetentum. Genauso befahl Er den Engeln, sich vor ihm niederzuwerfen.

Adam, Friede sei mit ihm, ist der Vater aller Propheten in ihrer Abstammung, aber der Prophet Muhammad ist der Vater aller Propheten hinsichtlich des Prophetentums. Denn er, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte in einem Hadith: „Ich war ein Prophet, als Adam noch nicht erschaffen wurde.” Alles, was mit dem Gesandten Allahs verbunden ist, wurde wegen ihm geehrt. Er ist der einzige, der den letztgültigen Maqam der Schifa’a (Rang der Fürbitte) hat. Er ist der Schaf’i aller Propheten und der Schöpfung.

Wir essen Datteln, weil der Prophet Muhammad sie gegessen hatte.

Medina wurde zur erleuchteten Stadt wegen seines Lichts.

Das ihm gegebene Buch wurde zum ehrenwertesten Buch, seine Sunna die geehrteste und seine Familie zur geehrtesten Familie. Sein Frauen wurden die „Mütter der Gläubigen” und sie zählen zu den nobelsten Frauen, die jemals einen Fuß auf die Erde gesetzt haben.

Saijida Amina, die Mutter des Propheten

Wir tun dieser noblen Frau häufiger Unrecht, denn wir lernen nicht genug über sie und reden auch nicht viel über sie. Oftmals erwähnen wir sie verschämt, weil einige seltsame Leute meinen, das Höllenfeuer als ihr Schicksal vorhersagen zu müssen. ‘Abdulmuttalib hatte 10 Söhne, die mit ihm gingen, und sie schienen wie die Sonne mit den sie umkreisenden Planeten. ‘Abdullah, der Vater des Gesandten Allahs, ging mit seinem Vater auf Reisen, um Handel zu treiben und den Lebensunterhalt für seine Familie zu verdienen.

Eines Tages war er mit seinem Vater ‘Abdulmuttalib zusammen und eine Frau namens Qutaila näherte sich ihm und sagte ihm, dass wenn er seinen Vater verließe und sie heiraten würde, sie ihm wegen seiner Schönheit sehr viel Geld geben würde. Er blickte auf die Frau und entgegnete: „Ich muss meinem Vater gehorchen.” ‘Abdulmuttalib hingegen ging zum Stamm der Bani Zuhra, die sehr feine, gebildete Leute waren und hielt um die Hand von Saijida Amina, möge Allah mit ihr zufrieden sein, für seinen Sohn an. Die Heirat fand sofort danach statt. An diesem Tag weinten alle Frauen der Stadt, den sie wollten ihn heiraten. Drei Tage später unterrichtete ihn sein Vater, dass er auf eine Handelsreise nach Syrien gehen müsse. Und so gehorchte er seinem Vater. Auf seiner Reise begegnete er der gleichen Frau wieder und sie ignorierte ihn.

‘Abdullah hielt an und fragte sie: „Wie kommt es, dass du dich mir dieses Mal nicht zur Heirat anbietest?” Die Frau entgegnete: „Weil das Licht, dass in deinem Gewicht gewesen ist, fort ist.” Während er in Syrien war, verstarb er und Saijida Amina, möge Allah mit ihr zufrieden sein, war schwanger und trug dieses Licht in sich. Sie gebar den Gesandten Allahs, möge Allah ihm Frieden geben und ihn segnen.

Sie erfurh im zweiten Monaten ihrer Schwangerschaft vom Tod ihres Gatten. Es gibt viele Berichte darüber, die erwähnen, dass die Engel während ihrer Schwangerschaft bei ihr waren. Die Geburt des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, war eine Erleichterung für sie. Sie gab ihn zur Pflege in die Wüste, wie es die Tradition der Quraisch in diesen Tagen war.

Von ihren positiven Eigenschaften können wir viele Dinge lernen; wie beispielsweise Geduld (Sabr), nachdem ihr Ehemann gestorben ist und in den folgenden Schwierigkeiten, denen sie sich im Heranwachsen des Propheten gegenüber sah.

Einmal ging sie vor ihrem Tod nach Medina und nahm den Propheten mit sich. Sie fing an zu weinen, und die Frauen in Medina weinten ebenfalls mit ihr. Saijida Amina ist ein Vorbild für uns, unsere Mütter und Frauen, ein Beispiel an notwendiger Geduld und Reife.

Saijida ‘Aischa

Sie war eine andere Gestalt aus dem Haushalt des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben. Sie lebte schätzungsweise 66 Jahre und war eine Rechtsgelehrte (Faqiha), die viele Gefährten des Propheten unterrichtete. Sie war in sich eine Schule (Madrassa). Einmal kam sie zum Propheten und sagte ihm: „O, Gesandter Allahs! Alle deine Frauen haben ehrende Beinamen, und doch habe ich keinen.” Er sagte ihr: „Wir werden dich Umm ‘Abdullah nennen.”

‘Aischa berichtete: „Ich war dünn mit einem hellen Gesicht und ich ging mit ihm. Er forderte mich zu einem Wettrennen heraus, um zu sehen, wer an der Spitze liegen wird. Wir rannten, ich setzte mich an die Spitze und gewann - er lächelte. Nach einigen Jahren legte ich an Gewicht zu. Wir rannten um die Wette und er war schneller als ich.“

Er, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, nahm ‘Aischa am Abend oft zu Spaziergängen mit, auf denen er ihr den Qur’an und dessen Auslegung (Tafsir) beibrachte. Der Prophet sagte zu seinen Gefährten: „Dieses Leben hat viele Dinge zu bieten, aber die beste Sache ist eine Frau mit Taqwa (vorsichtiges, stetiges Bewusstsein angesichts der Anwesenheit Allahs). Der beste von euch ist derjenige, der seine Frau(en) am besten behandelt. Und ich bin der beste unter euch zu seinen Frauen.”

Ein Mann kam zu ihr und stellte ihr eine Rechtsfrage über das Wischen über die Ledersocken. Sie antwortete: „Geh zu ‘Ali und frage ihn, denn er hat mehr Wissen als ich.”

Sie weinte so viel, dass ihr Schleier tropfnass wurde. Das Auge, das für Allah weint, ist das Auge, dem vergeben wird.

Auf ihrem Totenbett, bat Ibn ‘Abbas, kommen zu dürfen und ihr den Friedensgruß zu entbieten, aber sie sagte: „Sagt ihm, er soll nicht kommen, denn er wird gute Dinge über mich sagen. Und ich wünschte, ich wäre vergessen.” Von ‘Aischa, möge Allah mit ihr zufrieden sein, stammte der tief spirituelle Satz, der in den meisten spirituellen Traditionen des Islam zu den Lehrsätzen zählt: „Wäre ich doch nur ein Blatt an einem Baum, welches vergessen wird.”

Angesichts von ‘Aischa wird deutlich, dass das Bild von der „Frau in der Küche” nicht stimmig ist. Man betrachte nur die herausragende Rolle, die sie als Ehefrau spielte und die Dienste, die sie für die Muslime leistete.1

Saijida Khadidscha

Sie war eine sehr einzigartige Frau, die der Prophet sehr liebte. Und es heißt in einem authentischen Hadith vom Propheten: „Allah gab mir die Liebe von Khadidscha.” Es gibt einen Unterschied zwischen dem Satz „ich liebe sie” und „ihre Liebe wurde mir gegeben”.

Khadidscha war der erste Mensch nach dem Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, der den Islam annahm. Und sie war eine der vier perfekten Frauen - Asija, Mariam, Khadidscha und Fatima. Wenn eine Frau sich in Richtung Vollkommenheit bewegen möchte, findet sie in diesen vier ihre Vorbilder.

Sie war eine Stütze für den Islam und die Muslime, und viele Gelehrte sind der Ansicht, dass ohne die materielle Hilfe Khadidschas für den Gesandten Allahs und den Mut ‘Alis sich der Islam nicht ausgebreitet hätte. Denn Khadidscha war für die damaligen Verhältnisse eine sehr reiche Frau, die viele tausende Kamele besaß. Nach ihrer Eheschließung mit dem Prophet brachte sie ihren Besitz vor die Quraisch und erklärte: „Seid ein Zeuge dafür, dass alles, was ich besitze, nun von Muhammad besessen wird.”

Khadidscha war eine sehr reife und ausgeglichene Frau, die ihr Augenmerk auf die Zukunft hin ausgerichtet hatte. Wir können ihren Iman [Vertrauen in Allah, umfassende innere Glaubenslandschaft des Herzens, wird manchmal verkürzt mit „Glaube” übersetzt] darin erkennen, wie sie den Propheten bei seiner Rückkehr von der Höhle Hira behandelte. Sie frage ihn nicht: „Was hast Du alleine in der Höhle gemacht?” Vielmehr unterstützte sie ihn und sagte: „Allah wird dich nie verlassen.” Einmal saß der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, als Dschibril zu ihm kam. Khadidscha kam mit Nahrung in der Hand herein. Der Erzengel sagte dem Gesandten: „O Gesandter Allahs, berichte Khadidscha, dass Allah ihr Friedensgrüße sendet und richte ihr meinen Gruß ebenfalls aus.” Beim Hören dieser Nachricht lächelte die erste Ehefrau des Propheten Muhammad und entgegnete: „Allah ist Frieden.” Dschibril teilte ihr weiterhin mit: „Vernehme die frohe Botschaft, dass auf dich im Paradies ein Haus wartet, in dem es keinen Lärm und keine Sorgen gibt.”

Gegenüber seiner späteren Frau ’Aischa beschrieb der Prophet diese wichtige Frau wie folgt: „Sie vertraute mir, als mich jeder andere verließ. Sie gab mir, als die Leute von mir nahmen. Sie schützte mich, als die Leute mich töten wollten. Und Allah gab mir Nachkommen von ihr und er schenkte mir keine Kinder von anderen Frauen.”

 

Nicht umsonst heißt es auch: „Die Hälfte des Dins kommt von ‘Aischa.”  

 

 

Die Frau in der Bibel

Auszug aus der Gutenbergbibel

Das Neue Testament

 

DER ERSTE BRIEF DES PAULUS AN DIE KORINTHER / 11. Kapitel

 

Ich lobe euch, weil ihr in allen Stücken an mich denkt und an den Überlieferungen festhaltet, wie ich sie euch gegeben habe. Ich lasse euch aber wissen, dass Christus das Haupt eines jeden Mannes ist; der Mann aber ist das Haupt der Frau; Gott aber ist das Haupt Christi. Ein jeder Mann, der betet oder prophetisch redet und hat etwas auf dem Haupt, der schändet sein Haupt.

Eine Frau aber, die betet oder prophetisch redet mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt; denn es ist gerade so, als wäre sie geschoren. Will sie sich nicht bedecken, so soll sie sich doch das Haar abschneiden lassen! Weil es aber für die Frau eine Schande ist, daß sie das Haar abgeschnitten hat oder geschoren ist, soll sie das Haupt bedecken. Der Mann aber soll das Haupt nicht bedecken, denn er ist Gottes Bild und Abglanz; die Frau aber ist des Mannes Abglanz.

Denn der Mann ist nicht von der Frau, sondern die Frau von dem Mann. Und der Mann ist nicht geschaffen um der Frau willen, sondern die Frau um des Mannes willen.

Darum soll die Frau eine Macht (Schleier) auf dem Haupt haben um der Engel willen. Doch in dem Herrn ist weder die Frau etwas ohne den Mann noch der Mann etwas ohne die Frau; denn wie die Frau von dem Mann, so kommt auch der Mann durch die Frau; aber alles von Gott. Urteilt bei euch selbst, ob es sich ziemt, dass eine Frau unbedeckt vor Gott betet.

Lehrt euch nicht auch die Natur, daß es für einen Mann eine Unehre ist, wenn er langes Haar trägt, aber für eine Frau eine Ehre, wenn sie langes Haar hat? Das Haar ist ihr als Schleier gegeben. Ist aber jemand unter euch, der Lust hat, darüber zu streiten, so soll er wissen, daß wir diese Sitte nicht haben, die Gemeinden Gottes auch nicht.

 

 

DER ERSTE BRIEF DES PAULUS AN TIMOTHEUS / 2. Kapitel

So will ich nun, daß die Männer beten an allen Orten und aufheben heilige Hände ohne Zorn und Zweifel.

Desgleichen, daß die Frauen in schicklicher Kleidung sich schmücken mit Anstand und Zucht, nicht mit Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbarem Gewand, sondern, wie sich's ziemt für Frauen, die ihre Frömmigkeit bekunden wollen, mit guten Werken.

Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung. Einer Frau gestatte ich nicht, daß sie lehre, auch nicht, daß sie über den Mann Herr sei, sondern sie sei still.

Denn Adam wurde zuerst gemacht, danach Eva. Und Adam wurde nicht verführt, die Frau aber hat sich zur Übertretung verführen lassen. Sie wird aber selig werden dadurch, daß sie Kinder zur Welt bringt, wenn sie bleiben mit Besonnenheit im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung.

 

 

 

 

Interview
Luise Becker
Islamwissenschaftlerin, Religionspädagogin, Zentrum für islamische Frauenforschung (ZIF), Sitz Köln

Eine Neubewertung der Stellung der Frau im Islam

Sowohl Muslime als auch Nicht-Muslime verweisen oft auf Koransure 4,34, wenn es darum geht, die Vormachtstellung des Mannes gegenüber der Frau im Islam zu belegen. Das Kölner "Zentrum für Islamische Frauenforschung" (ZIF) hat sich nun an eine Hinterfragung der traditionellen Lesart der Sure gewagt und die Ergebnisse in einem Heft herausgegeben. Im Interview äußert sich Luise Becker vom ZIF zu den Hintergründen.

 

"Die Männer stehen über den Frauen, weil Gott sie (von Natur vor diesen) ausgezeichnet hat […].Und wenn ihr fürchtet, daß (irgendwelche) Frauen sich auflehnen, dann vermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie!" (Auszug aus der Sure 4,34 des Koran in der Übersetzung Rudi Parets, Kohlhammer).

Frau Becker, wie kam es zu der Idee, eine Veröffentlichung zur Sure 4,34 zu erarbeiten?

Luise Becker: Zum einen gilt der Vers der Sure vier, genannt "die Frauen", für das islamische Geschlechterverhältnis als Stein des Anstoßes schlechthin. Sie können in keinem anderen Text eine auf den ersten Blick so frauenfeindliche Definition des Geschlechterverhältnisses finden. Wie gesagt, auf den ersten Blick und bezogen auf die Übersetzungen.


Der Anstoß dazu ist gekommen, weil das Thema im deutschen oder im westeuropäischen Kontext heftigst diskutiert wird und dieser Text für muslimische Frauen eine große Schwierigkeit darstellt, insbesondere wenn sie nicht die Grundlagen haben, mit ihm exegetisch umzugehen und ihn kritisch zu hinterfragen. Und zum anderen wird dieser Text immer noch von Männern genutzt, um ihre angeblich von Gott gewollte Privilegiertheit zu untermauern.

An welches Publikum richtet sich diese Veröffentlichung?

Becker: Zum einen natürlich vor allem an muslimische Frauen, besonders diejenigen mit Migrationshintergund, die einerseits an ihrem Gauben festhalten wollen und andererseits aber hier in einer säkularen Gesellschaft weiterhin mit den Traditionen ihrer Herkunftsgesellschaft konfrontiert bleiben, und beides in Einklang bringen wollen.

Unsere Zielgruppe war jedoch weniger die erste Einwanderergeneration als die Folgegenerationen. Die Frauen also, die den Widerspruch zwischen Tradition und ihrem realen Leben hier auch tatsächlich als Problem wahrnehmen.

Für Frauen, die ein ganzes Leben in der Tradition gelebt haben, ist die Infragestellung ihrer bisherigen Lebensführung zu schmerzvoll. Diese Frauen empfinden unsere Arbeit, soweit sie sich damit auseinandersetzen, als "Verwestlichung" und "neumodischen Kram".

Aber unsere Arbeit soll auch ein Signal an die deutsche Gesellschaft sein. Es war uns ein Anliegen aufzuzeigen, wie im Islam mit Text umgegangen werden kann. In der Kalam-Wissenschaft, also in der islamischen Theologie, gibt es seit eh und je Instrumente, den Text sozusagen "aufzubrechen". Exegetisches und hermeneutisches Arbeiten im Islam ist nicht neu, Tatsache ist aber, dass es weitgehend vergessen wurde.

An wen hat das ZIF das Heft verschickt und was soll inhaltlich vermittelt werden?

Becker: Die Spannweite reicht von Universitäten bis zu Moscheegemeinden, und natürlich haben wir unsere Veröffentlichung auch an Redaktionen, die sich mit feministischen Themen auseinander setzten, geschickt. Es geht uns darum, ein Gespräch in Gang zu bringen, und unsere Arbeit soll dabei auch nicht als endgültige Antwort zu verstehen sein. Als subjektive Geschöpfe können wir ja gar keine endgültigen Antworten geben.

Ich denke, dass ist auch eines der ganz großen Probleme im Islam, dass sehr häufig der Standpunkt einer Absolutheit eingenommen wird nach dem Motto "Das ist so gesagt worden, der Gelehrte X hat das schon vor Jahrhunderten so und so gesagt". Das wird, bei allem Respekt, leicht zu einem "göttlichen" Gesetz.

Wir sehen unsere Haltung dagegen in Übereinstimmung mit dem Selbstverständnis islamischer männlicher und weiblicher Gelehrter und der Frühzeit, die vielmehr die Auffassung vertraten, "Meine Meinung stirbt mit mir" und damit - wie beispielsweise Abu Hanifa - eigentlich aufklärerisch wirkten.

Aber all das wurde offenbar vergessen bzw. von Interessen geleitet verschwiegen. So haben wir in unserer Arbeit eben auch die Antwort von Gelehrten der Vergangenheit sowie heutiger Wissenschaftler aufgeführt und die Widersprüchlichkeit zum originären Text in Bezug auf die Geschlechtergerechtigkeit des Korans aufgezeigt.

In keiner Wissenschaft gehen wir ja heute davon aus, ein für alle Mal endgültige Antwort geben zu können. Und wenn wir als Muslime davon ausgehen, dass Gott alleine die Wahrheit ist, können wir als Menschen ohnehin nur Teilwahrheiten aussagen – und diese Bescheidenheit würde uns als Muslime, wie ich finde, sehr gut anstehen.

Wir wünschen uns, dass das traditionelle, konservative Denken aufgebrochen wird und man zu dem zurückkehrt, was in der Frühzeit des Islam ja da war: ein offenes Denken, das Idschtihad (selbständige Interpretation der Quellen, Anm.d.Red.) und Ra'i (Meinung, Entscheidung nach eigenem Gutdünken, Anm.d.Red.) einbezieht und Platz für abweichende Meinungen und pragmatische Lösungen lässt, ohne dass über diesen Denkern gleich das Damoklesschwert der Apostasie und Häresie schwebt.
Um nun noch einmal auf Vers 4,34 zurückzukommen: Wie gehen Sie nun also mit diesem Vers um?


Becker: Die erste Auslegung des Verses wurde eigentlich vom Propheten selbst vorgenommen, der sagte: "Schlagt die Frauen nicht. Die, die die Frauen schlagen, sind die Schlechtesten unter den Geschöpfen." Das Wort schlagen kann im vorliegenden Kontext mit "einen anderen Weg einschlagen" entschlüsselt werden, gestützt durch das prophetische Beispiel. Er involvierte sich nicht in die emotionale häusliche Auseinandersetzung, sondern entfernte sich. Seltsamerweise wird diese prophetische Handlungsweise jedoch nicht genutzt.

Ein generelles Problem ist es jedoch, auch von Vers 4,34 abgesehen, dass zwei Dinge in Bezug auf den Koran nicht ausreichend beachtet werden:

Es gibt eine lex generalis und eine lex spezialis. D.h. es gibt generalisierende Texte im Koran, die die Geschlechtergleichheit aufzeigen, und Texte, die an einen spezifischen Kontext gebunden sind und lediglich ein aktuelles Beispiel des Umgangs aus der Verkündungszeit geben.

Traditionalisten generalisieren aber auch die lex spezialis und machen aus jedem kontextgebundenen Beispiel eine allgemeingültige Regel. Dabei entstehen Widersprüche, Ungleichheiten, Ungerechtigkeiten, welche die Traditionalisten aber unbeantwortet lassen.

Das ist die eigentliche Problematik: Berücksichtige ich bei der Auslegung des Korans den Kontext und bin ich bereit zu sagen, dass auch das Wort Gottes ganz selbstverständlich in einem spezifischen Kontext übermittelt wurde und dass also das Verbindliche, das Zeitlose in der vom Koran deutlich thematisierten Geschlechtergerechtigkeit liegt, lasse ich die Texte, welche die Gleichheit der Geschlechter widerspiegeln, neben dem z.B. hier behandelten Text, unverbunden nebeneinander stehen, und generalisiere das historische Beispiel für alle Zeiten.
Dann aber müssen die Texte auf jeden Leser in höchstem Maße widersprüchlich wirken, und die vom Koran gewollte Gleichheit kommt nicht dabei heraus. Glücklicherweise werden diese vermeintlichen Widersprüche nun aber vermehrt thematisiert und auch unter Muslimen debattiert, und das ist die Grundsatzdebatte schlechthin, die die islamische Welt führen muss.

Wie stehen Sie zu der Position islamischer Feministinnen, die zwar die Gleichwertigkeit der Geschlechter fordern, es aber ablehnen, von Geschlechtergleichheit zu sprechen?

Becker: Ich denke, dass ist u.a. ein Problem der Begriffsdefinition. Auch im nichtislamischen Kontext tun wir uns nicht leicht mit der Gleichheit der Geschlechter und suchen nach Worten, um die Unterschiede zu benennen. "Gleichheit mit Recht auf Differenz" ist ein solcher unter Feministinnen diskutiertes Konstrukt.


Ob es nicht sinnvoller ist, von Gleichwertigkeit als von Gleichheit zu sprechen, muss dem Diskurs überlassen werden. Ich bin jedoch dann gegen das Konzept der Gleichwertigkeit der Geschlechter, wenn damit wieder Einschränkungen zuungunsten der Frau gerechtfertigt werden sollen und damit eine strikte Aufgabenteilung einhergeht, die Frauen von verschiedenen Tätigkeiten und der Gestaltung der Gesellschaft ausschließen.


Welche Reaktionen haben Sie bisher von muslimischer Seite auf diese Veröffentlichung erhalten?

 

Becker: Die meisten Rückmeldungen bekommen wir aus nicht-muslimischen Kreisen.

Die geringere Reaktion von muslimischer Seite erscheint mir recht typisch. Das Thema birgt für Muslime und Musliminnen offenbar noch immer zu viele Risiken. Ein muslimischer Mann kam auf mich zu und sagte: "Ist ja interessant, was sie da schreiben, aber es geht ja leider wieder gegen uns Männer."

Als ich ihm dann sagte, dass auch ein zeitgenössischer bekannter männlicher Gelehrter zu einem ganz ähnlichen Ergebnis gekommen sei, änderte sich seine Haltung jedoch und er war auf einmal bereit, sich auf ein inhaltliches Gespräch zu diesem Thema einzulassen.

Das ist ein großes Problem, solch eine Arbeit von Frauen wird nicht ausreichend ernst genommen. Sie sind ja die Betroffenen. Es wirft auch einen Blick auf das prinzipielle Denken über Frauen. Aber das ist nicht spezifisch islamisch. Äußert sich ein Mann in der gleichen Weise zum Thema, so ist man bereit zuzuhören.

Aber wir haben auch positive bis euphorische Rückmeldungen von muslimischen Frauen und sogar auch von Männern, die uns dann aber meistens nicht schreiben, sondern uns anrufen oder uns persönlich sprechen. Auch dies bestätigt unsere Einschätzung der Furcht vor einem öffentlichen Bekenntnis.

Steht das ZIF in Kontakt mit anderen muslimischen Gruppen, die ähnliche Ansätze verfolgen?

Becker: Leider gibt es noch kein ausreichend gefestigtes Netzwerk, das europaweit oder weltweit zusammenarbeitet. Aber es ist im Entstehen begriffen. Bisher waren es vor allem Einzelpersonen, die in dieser Hinsicht bekannt wurden. Fatima Mernissi oder Amina Wadud oder Rifaat Hassan sind Beispiele.

Wir möchten gerne die Kontakte zu Frauen und Gruppen ausbauen, die den Koran als Grundlage ihrer Arbeit heranziehen und den Islam nicht nur als kulturelle Größe sehen. In Deutschland sind wir aber als Gruppe bisher tatsächlich die einzigen, die sich auf diese Weise mit dem Koran auseinander setzt.

Susan Javad

© Qantara.de 2006


"Ein einziges Wort und seine große Wirkung. Eine hermeneutische Betrachtungsweise zum Qur´an, Sure 4 Vers 34, mit Blick auf das Geschlechterverhältnis im Koran", herausgegeben vom Zentrum für Islamische Frauenforschung und Frauenförderung e.V.

Muslime in Niederkassel Die Frau in der Religion                   Nächste Seite:Gewalt, Zwangsheirat, Ehre

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an:info@muslime-in-niederkassel.de
Copyright © 2006 Muslime in Niederkassel,Elisabeth Mariam Müller, Danziger Straße 16, 53859 Niederkassel  Alle Texte, alle Fotos, alle Gestaltungselemente dieses Internetportals sind - sofern nicht ein anderes Copyright angegeben ist - für die Muslime in Niederkassel, Danziger Straße 16, 53859 Niederkassel,  urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung von Elisabeth Müller  unzulässig und strafbar.

Urheberrechtlich geschützt ist diese Homepages mit Textbeiträgen, Fotos, Grafiken, Animationen, Audios und Videos und Beiträge aller Art genießen Schutz nach dem Urheberrechtsgesetz. Auch für diese gilt also, dass zum Beispiel Vervielfältigungen nicht ohne weiteres zulässig sind.

Die Inhalte meine  Internetseiten "Muslime in Niederkassel" dürfen daher ausschließlich in den engen Grenzen der urheberrechtlichen Ausnahmetatbestände kopiert werden, zum Beispiel zum persönlichen privaten Gebrauch. Jede darüber hinausgehende Vervielfältigung und Verbreitung bedarf der ausdrücklichen Genehmigung des Urhebers.

Sie dürfen also zum Beispiel ein Manuskript zum privaten Gebrauch auf Ihrer Festplatte speichern, es aber nicht auf Ihrer Homepage einstellen oder als Link und dadurch an mit Ihnen nicht persönlich verbundene Dritte weitergeben.

Layout und verantwortlich: Muslime in Niederkassel ist Elisabeth Mariam Müller

Die Muslime in Niederkassel, Elisabeth Mariam Müller, Danziger Straße 16, 53859 Niederkassel  ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.
Stand: 21.02.2012