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Juni 2010
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April 2010
Frau Müller betet zu AllahDie Geschichte einer deutschen Muslima |
Niederkassel, eine Kleinstadt zwischen Köln und Bonn. Eine der 38323 Einwohner ist Elisabeth Mariam Müller, eine deutsche Muslima. Ein gepflegter Vorgarten mit Buchsbäumen führt zu einem kleinem weißen Arbeiterhäuschen mit grünen Fensterrahmen. Ein Klingelschild gibt den Hinweis: „Alle die hier wohnen, heißen Müller“ An der Haustür hängen drei grüne Kränze, das Glas der Türe ist mit bunten Blumenornamenten verziert. Eine etwa siebzigjährige, schlanke Frau mit blonden Haaren und Brille öffnet die Tür. Sie wirkt höflich, aber distanziert. Ihr Ehemann grüßt freundlich. Er macht im Vergleich zu seiner selbstbewussten Ehefrau einen eher ruhigen Eindruck. Im Flur über einem hellgrünen Perlenvorhang hängt ein kleines Holzkreuz mit der Inschrift „Herr Gott segne dieses Haus und jeden, der hier geht ein und aus.“ Frau Müller lebt mit ihrem Mann in einer christlich-muslimischen Ehe. Er ist Protestant, sie ist 2001 zum Islam konvertiert. Den Entschluss zum Islam überzutreten, fasste Elisabeth Müller heimlich. Sie befürchtete, ihr Ehemann würde versuchen, sie von ihrer Entscheidung abzubringen. Die ehemalige Kommunalpolitikerin war bereits 1972 aus der Kirche ausgetreten und hat sich intensiv mit den Weltreligionen beschäftigt. „Ich hatte gar nicht vor, zu konvertieren. Eigentlich wollte ich nur etwas über den Islam erfahren“ betont sie. Elisabeth Müller ist in einem streng katholischen Elternhaus aufgewachsen. Allerdings, so sagt sie, glaube sie nicht an alles, was in der Bibel geschrieben steht. Dies sei beim Koran anders, dieser sei authentischer. Als Muslima empfinde sie sich unabhängiger und eigenständiger im Glauben. Nicht zuletzt, weil es im Islam keine Hierarchien wie im Christentum gebe. Im Islam gibt es im Gegensatz zum Christen- und Judentum auch keine formale Mitgliedschaft. Lediglich das Bekenntnis zum Islam macht einen Menschen zum Muslim. Hierfür muss der Konvertit vor zwei Zeugen das Glaubensbekenntnis ablegen: "Es gibt keinen Gott außer Gott, und Muhammad ist sein Prophet." Außerdem bekennt er sich zu seinem Glauben, indem er einen muslimischen Namen annimmt. Elisabeth Müller trägt neben ihren Taufnamen auch den Namen Mariam. Mariam ist der arabische Name für die Mutter Jesu. Jesus, arabisch Isa, ist für die Muslime ein wichtiger Prophet. | Die Zahl der deutschen Konvertiten ist nur schwer statistisch zu erfassen. Das Islam-Archiv in Soest schätzt sie auf etwa 18.000. Früher waren es vorwiegend Frauen, die einen muslimischen Partner geheiratet haben. Inzwischen, so das Islam-Archiv, sind auch viele Akademiker darunter. Die muslimische Religion ist nach den beiden christlichen Konfessionen die drittgrößte Religionsgemeinschaft in Deutschland. Trotzdem sind Muslime in Europa häufig von Diskriminierung betroffen. Dies ist das Ergebnis einer Europäischen Studie. Auch Elisabeth Mariam Müller fühlt sich seit ihrer Konversion diskriminiert. Bis zu ihrem Ruhestand war sie 34 Jahre eine erfolgreiche Kommunalpolitikerin. Sie war Ratsmitglied der Stadt Niederkassel und bis 2006 SPD-Fraktionsgeschäftsführerin. Ihre politische Karriere wurde jedoch von einem negativen Ereignis überschattet. Wir schreiben das Jahr 2005: Wie in einem Film rauscht die Situation an ihr vorbei. Sie steht allein auf weiter Flur. Zwanzig Augenpaare mustern sie schadenfroh und erwarten eine Stellungnahme. Elisabeth Müllers Gesicht ist angespannt und sie schaut aufgebracht durch ihre Brillengläser, während sie berichtet, was sich an jenem Abend ereignet hat. Es geschah während einer Fraktionssitzung, Müller wird aufgefordert, offenzulegen, weshalb sie zum Islam konvertiert ist. Das Verhalten ihres Parteikollegen ist für sie wie ein Schlag ins Gesicht, hatte sie sich doch Jahrzehnte lang für die Partei engagiert. Während der letzten vier Jahre hatte sich niemand je für ihr neues Bekenntnis interessiert. Elisabeth Mariam Müller fühlt sich diskriminiert und versteht nicht, weshalb sie, außer vor Gott, irgendjemandem über ihren Glauben Rechenschaft ablegen soll. „Ich frage ja auch niemanden, welcher Religion er angehört. Das ist meine ureigenste Sache, was ich glaube.“ Bewusst Laura Weiden, eine Arbeit für ihr Studium |
Am 07. Februar 2010 über die gemeinsame Liste in den Integrationsausschuss gewählt.
![]() Von der CDU nach der Kommunalwahl am 30.08.2009 als stellvertretende sachkundige Bürgerin im Jugendhilfeausschuss ernannt. |
Pro-Dialog Eine der 1.700 Dialogbeauftragte der DITIB
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Nach 34 Jahren wurde
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DW – World.de Deutsche Welle Aus der Mitte Europas Religion 25.08.2009 Von der Genossin zur Muslima
Elisabeth Müller ist vor sieben Jahren zum Islam übergetreten. Seitdem musste die frühere Katholikin gegen viele Widerstände ankämpfen. Heute betreibt sie Aufklärungsarbeit für ihre neue Religion. Die "Selimiye Camii"-Moschee im rheinischen Niederkassel sieht aus wie viele andere muslimische Gebetshäuser. Hohe weiße Säulen umgeben den hellen Innenhof, ein hohes Minarett streckt sich hinter dem Hauptgebäude in den Himmel. Die an diesem sonnigen Augustmittag zum Gebet erschienen Herren sprechen in aller Regel Türkisch. Zumindest wenn Elisabeth Müller gerade nicht hinhört. Denn sie ist als deutsche Rentnerin des Türkischen nicht mächtig – und geht trotzdem selbstverständlich in der muslimischen Gemeinde ein und aus. "Hallo Orhan, wie geht’s den Kindern", begrüßt sie Orhan Kangöz, ein Vorstandsmitglied der Gemeinde nach dem Mittagsgebet. Wenn die 68-Jährige die Moschee besucht, dann unterhalten sich die Männer ganz selbstverständlich mit der "Abla", ihrer muslimischen Schwester mit dem Namen Müller. Bruch mit der katholischen Kirche
Schon seit sieben Jahren ist sie Muslima. Ein Blick in Müllers Vergangenheit lässt allerdings staunen, dass gerade sie zum Islam gefunden hat. Als Kind sei sie "fundamentalistisch" katholisch erzogen worden. Doch bereits vor fast vierzig Jahren wandte sie sich ab von ihrer alten Religion. Vor allem die Haltung des Vatikans zu Verhütungsmitteln in Afrika wollte sie nicht mehr mittragen: "Das ist in meinen Augen Mord", sagt Müller. Seitdem sei sie immer auf der Suche nach ihrer Religion gewesen. Durch ein Seminar an der Universität Bonn ist sie dann auf den Islam aufmerksam geworden. Sie war schließlich eine von acht, die ihr Islaminteresse zum festen Glauben machen wollten: "Irgendwann hab ich gemerkt, das ist das Richtige, die Religion des Friedens, der Liebe, der Barmherzigkeit", erklärt Müller. Auch das Fehlen eines obersten Verantwortlichen wie dem katholischen Papst faszinierte sie. Keine Akzeptanz von den Parteigenossen Im Jahr 2002 sprach sie ihr Glaubensbekenntnis, behielt ihren Übertritt zum Islam zunächst aber für sich. "Ich hab immer gesagt: Das ist meine ureigenste Sache, was ich glaube. Nicht einmal ihrem Mann, einem Christen, hat sie sofort davon erzählt. Auch wenn der sie heute in ihrem Glauben unterstützt, war Müller besorgt, er würde versuchen, sie von ihrer Entscheidung abzubringen."Ich habe immer gesagt; Das ist meine ureigenste Sache, was ich glaube. Das geht niemanden etwas an", sagt sie. Dass diese Vorsicht angebracht war, zeigte sich in den Reaktionen ihrer Mitmenschen. Selbst die Genossen der SPD wollten Müllers Entscheidung nicht akzeptieren, als sie sich im Jahr 2006 erstmals offen zum Islam bekannte: "Als das rausgekommen ist, ging sofort die Mobberei los. Mit so jemandem könne man bei dem Frauenbild im Islam nicht zusammenarbeiten." Daraus hat Müller, nach 25 Jahren Mitgliedschaft in der SPD, Konsequenzen gezogen. Vor drei Jahren ist sie ausgetreten. Ihren Sitz im Stadtrat will sie bis zur Kommunalwahl Ende August jedoch noch beibehalten.
Die Angriffe christlicher Mitmenschen kontert sie mittlerweile mit links: Abschottung, Frauenunterdrückung, Fundamentalismus -das seien Vorurteile. Sie selbst bedeckt ihr Haar ausschließlich zum Beten, weil sie sich damit besser konzentrieren könne. Das Symbol Kopftuch hält sie für überbewertet. Und trotzdem zollt sie den Muslima Respekt, die das Kopftuch selbstbewusst tragen, entgegen aller Widerstände: "Ich hab das mal zwei Tage lang gemacht, bin mit Kopftuch in Bonn einkaufen gegangen und hab dann gemerkt, wie man behandelt wird. Das ist grausam." In der muslimischen Gemeinde in Niederkassel wurde Müller vor sieben Jahren mit offenen Armen aufgenommen. Auch wenn die Überraschung zunächst groß war in der "Selimiye Camii"-Moschee, sagt Orhan Kangöz, Vorstandsmitglied der Gemeinde: "Wir haben uns sehr gefreut". Begeistert vom Gemeinschaftsgefühl
Elisabeth Müller selbst freut sich nun jeden Tag auf die fünf muslimischen Gebete und liest häufig im Koran. Auch den Fastenmonat Ramadan feiert sie gemeinsam mit ihren religiösen Brüdern und Schwestern und packt beim abendlichen Fastenbrechen im Gemeindehaus mit an. Zar darf Müller in ihrem Alter nicht mehr fasten, allerdings spendet sie Geld, mit dem sich ein Bedürftiger täglich Lebensmittel kaufen kann. Besonders diese Solidarität und das Gemeinschaftsgefühl begeistern Elisabeth Müller am Ramadan. In der Gemeinde in Niederkassel ist sie inzwischen als ganz normale Muslima anerkannt. Naja, so ganz normal ist sie dann doch nicht. Denn so viel Werbung hat in der rheinischen Kleinstadt wohl nie jemand für den Islam gemacht, allen Vorurteilen zum Trotz. Autor: Moritz Schröder -- Redaktion: Stephanie Gebert | ||
"Dann schaute ich in mein Herz, und da, wo ER wohnte, da fand ich IHN. |
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| Zum Islam konvertiert mitten im Leben Elisabeth Müller hat nach langer Suche im Koran religiösen Frieden gefunden. ![]() Von Klaus Müller-Wolf ...mehr Zu lesen unter www.
Dienstag, 08.04.2008 Zum Islam konvertiert mitten im Lebenals PDF zu lesenAus Rhein-Sieg Rundschau von 03.03.08 mit freundlicher Zusage Lesen Sie dazu auch: -Muslime in Niederkassel |



Januar 2008
Warum bin ich zum Islam übergetreten Das ist eine lange Geschichte und ich will einfach mal versuchen, sie zu schreiben. Ich bin in einer sehr streng katholischen Familie aufgewachsen und natürlich in diesem Glauben erzogen worden. Toleranz hat diese Erziehung nicht gekannt, und auch Einblicke in andere Religionen nicht erlaubt. Ich wollte wissen, was ist Religion? Warum beten Menschen Gott an? Warum sind Menschen in ihren Religionen so fanatisch? Es gab viele Fragen, die mich beschäftigten. Ich habe dann die katholische Kirche sehr genau beobachtet. Habe gehört was die Priester den Menschen gepredigt haben. Habe meinem Onkel, der Pfarrer war sehr genau zugehört. Aber, was diese Menschen predigten, setzten sie nicht im Leben um. Mein Vater starb an Leukämie, er hinterließ 5 Kinder, der Jüngste war gerade mal 5 Jahre alt. Meint ihr, mein Onkel der Bruder meines Vaters, hätte sich um die Familie und um die Kinder und um die Frau seines Bruder gekümmert, nein. War das Nächstenliebe, so wie es ein Christ versteht? Ich heiratete und auch mein neuer Lebensweg hat meinen Onkel nicht interessiert, ich habe ihn nie mehr gesehen, er hat sich auch nie mehr nach mir erkundigt, in interessierte es nicht, wenn ich mit meinem Mann ihn und seine Schwester besuchte. Ist nur ein Beispiel. Auch andere Gegebenheiten beobachte ich kritisch. Dann bin ich aus der Kirche ausgetreten, weil ich diese Machenschaften dieser Kirche nicht mehr mittragen wollte. Die Kirche hatte Geld genug, und in der Welt verhungerten die Kinder. Nein das war nicht mehr meine Kirche. Dann habe ich mich mit der Bibel beschäftigt und darin viel gelesen und mir wurde klar, dass dieses Buch von Menschen geschrieben worden ist und nicht Gottes Wort war. Es wurde über Gott geschrieben, aber nicht Worte von Gott. Ich las die Evangelien von Lucas, Markus, Johannes und Paulus und so weiter, ich las die Kirchengeschichte und mir war klar, es konnte nur einen Gott geben. Es gab nicht Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Heiliger Geist. Das war für mich nicht mehr nachzuvollziehen. Eine lange Zeit habe ich mich dann nicht mehr mit Religion befasst, ich war einfach nicht mehr bereit, schöne Geschichten zu lesen, die historisch auch nicht zu fassen waren. Ich beobachtete auch die Gesellschaft, die sich immer weiter von den christlichen Kirchen entfernten und sie nur benutzten um eine schöne Hochzeit zu feiern, oder auch um eine sehr schöne Beerdigung zu inszenieren. Oder zu Weihnachten die Stimmung in den Kirchen mitzunehmen. Mag sein, dass ich pauschalisiere, aber für die Mehrheit trifft das zu. Für die Mehrheit der Christen trifft auch zu, dass sie von ihrer Religion nichts wissen , oder zu wenig wissen, sonst würden sie sich nicht abwenden. Durch einen Zufall bekam ich dann den Koran in die Hände. Und da ich nun viel Zeit hatte und mich auch viel damit beschäftigen konnte, habe ich dieses Buch studiert. Habe viele Passagen mit der Bibel verglichen, habe dann an einer Universität Vorträge über die Religionen der Welt gehört. Aber der Islam, faszinierte mich, in allen Facetten, die diese Religion den Menschen bietet. Es war gerade der 11. September 2001 vorüber. Man sprach über die Muslime, die eine Religion hätten, die nur Terror und Böses auf die Welt bringen würde. Ich hatte ganz andere Dinge gelesen. Inzwischen auch das Leben des Propheten Mohammed gelesen, nicht nur in muslimischen Büchern, sondern auch was die Historiker über ihn schrieben. Ich habe Bücher gelesen, über die Weltgeschichte. Und ich konnte nicht feststellen, dass Islam eine Religion des Terrors ist. Ich lernte Muslime kennen, die mich mehr über den Islam wissen ließen. Aber mir war einfach noch nicht klar, dass ich schon längst eine Muslimin geworden war. Denn ich glaubte nur an einen Gott. Ich glaubte, dass es keinen gibt, den man mit Recht anbetet, als Gott. Ich begriff, das Mohammed, ein Prophet war und Gesandter Gottes. Ich las die Hadithe, die Aussagen von Mohammed, Friede und Heil auf ihn, und fand nie Gewalt und Terror, die er den Menschen riet. Nein ich wusste, dass der Islam die Religion des Friedens, der Menschenliebe ist. Und habe im September 2002 dann das Glaubensbekenntnis der Muslime gesprochen und bin seit dieser Zeit eine Muslimin. Die es nicht bereut hat, diesen Schritt getan zu haben. Religion bedeutet für mich, immer wieder den Dialog mit Gott zu suchen. Sie ist für mich ein Ausgleich von den Dingen, die um mich herum passieren, vom alltäglichen Stress. Es hilft meinem Bewusstsein und Geist, sich zu besinnen und zu strukturieren. Mein Glaube gibt mir Halt und ist eine Quelle, aus der ich immer wieder Kraft schöpfe. Obschon ich auf viel Unverständnis gestoßen bin, ich bin diskriminiert worden, ich bin gemobbt worden, ich bin ausgegrenzt worden. Aber ich habe auch Menschen kennen gelernt, die meinen Schritt toleriert haben, oder nach einiger Zeit toleriert haben. Glauben zu haben ist für einen selber, und nicht für andere Menschen. Ich denke, dass Gott die Menschen erschaffen hat, um ihn zu dienen, ihn zu erkennen und ihn anzubeten. Das heißt, dass ich versuche, ein Mensch zu sein, der versucht Gutes zu tun, und den Gesetzen Gottes zu folgen, die 10 Gebote zu befolgen. Aber für meine Taten bin ich selber verantwortlich und meinen Glauben an Gott ist meine ureigenste Sache, meine Überzeugung und es ist mein Leben.
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Stand: 14.02.2012