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L e b e n s z e i c h e n

Wer redet mit, wenn Menschen ihren Glauben wechseln?
Konversion: Reine Privatsache? von Christoph Fleischmann

Im Interview unter anderen auch  Elisabeth Mariam Müller

Elisabeth Mariam Müller im Interview: Religion ist absolute Privatsache, für mich wenigstens, absolute Privatsache. Ich will das mal erklären.

Ich hab mich sehr mit Religionen befasst in meinem Leben und sehr mit dem Islam. Und als ich mich dann immer mehr darein gekniet habe, da habe ich gedacht: Du bist schon so in dieser Materie drin, du bist eigentlich schon eine Muslima, wenn du so willst.

Und dann hab ich natürlich auch überlegt: Mein Gott, hängst du das an die große Glocke, machst du da irgendein Theater.

Da hab ich gedacht: Nein, das ist für mich eine Sache, die ich ganz allein entschieden hab.

Deswegen sag ich auch, diese Konversion, das ist eine private eigene Entscheidung

nachzulesen

 


Meine spirituelle Heimat ist die "Muslimische Gemeinde Rheinland"


Rabeya Müller, Islamische Theologin und Imamin der Muslimischen Gemeinde Rheinland.

Porträt der Theologin Rabeya Müller

 

 

Eine ihrer wichtigsten Vordenkerinnen im Islam ist die Theologin Rabeya Müller.

1957 in Mayen in der Eifel geboren, beschäftigte sich die junge Katholikin nach dem Abitur eingehend mit dem Protestantismus, dem Buddhismus, Hinduismus sowie mit dem Judentum und konvertierte Ende der 1970er Jahre zum Islam.

"Ich fand, dass das der Anfang eines Weges ist, den ich weitergehen sollte", so Müller rückblickend. Es folgte ein Studium der Pädagogik, Islamwissenschaften und Ethnologie im In- und Ausland bis ihre ersten Arbeiten zur Stellung der Frau im Islam erschienen.

Schon vor ihrem Übertritt zum Islam war Rabeya Müller in der Frauenbewegung aktiv.
Sie hat den Liberal Islamischen Bund und die Muslimische Gemeinde Rheinland mitbegründet

 

 

 

 

Artikel in dem multikulturellen Frauenmagazin

Die gemäßigten Muslime müssen mutiger für

Freiheit und Rechtsstaatlichkeit eintreten !"

VON: ELISABETH MARIAM MÜLLER

 

Wir haben hier ein Grundgesetz, und dieses Gesetz ist kompatibel mit dem Islam!

Gleichberechtigung von Mann und Frau, Toleranz gegenüber Andersdenkenden und Anderslebenden ist ein Gebot.

Männer und Frauen zu separieren gehört nicht mehr in diese Zeit! Es sei denn, die Männer wollen wieder verlorenes Terrain gut machen und die Zeit zurück drehen.


In unserer aufgeklärten Zeit, gehören diese Anweisungen nicht mehr!

Muslime sind, ebenso wie die Christen an die 10 Gebote gebunden. Dort steht, "Man soll nicht begehren deines Nächsten Weib". Legitim ist allerdings, dass eine Religion vor sexuellen Ausschweifungen warnt ,und sagt, das Ehebruch eine Sünde ist, aber die Schlussfolgerungen, die oft daraus gezogen werden , sind nicht mit der heutigen Zeit vereinbar.

Die gemäßigten Muslime müssen - unter Wahrung ihrer religiösen Identität - mutiger für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit eintreten. Für eine Staats- und Wirtschaftsordnung, die Talente entfesselt, statt sie zu lähmen.

Für wirkliche Religionsfreiheit - für einen Islam der Toleranz und des Fortschritts.
Die vielen Millionen hier lebende Muslime könnten dabei eine wichtige Rolle übernehmen.
Während unser Prophet, Friede und Heil auf ihn, gelebt hat, hat er nie die Frauen ausgeschlossen. Sie waren bei seinen Predigten dabei und haben inmitten der Gemeinde die Lehren des Gesandten gehört. Auch nach der Zeit, als Mohammed, Friede und Heil auf ihn, gestorben war, haben Frauen seine Lehren der Umma (Gemeinde) mitgeteilt. Hätte man es den Frauen nicht gestattet, wäre über ein Viertel des Islam nicht übermittelt worden.
Bis ins 16. Jahrhundert haben gelehrte Frauen, Männer und Frauen Unterricht erteilt und konnten sogar Fatwas (Urteile) aussprechen. siehe Artikel "Weibliche Gelehrte im Islam"Diese Separierung ist mit der Zeit gekommen, Männer haben vieles so ausgelegt, dass sie ihre Macht ausüben konnten. Dieses Phänomen ist in allen drei abrahamistischen Religionen zu erkennen.

Die gemäßigte Mehrheit der Muslime muss die faszinierende Botschaft des Propheten Mohammed, Friede und Heil auf ihn, in die Neuzeit übersetzen und die gesellschaftlichen Reformen fortsetzen, die dieser unter Einsatz seines Lebens begonnen hatte.
Sie muss den vorislamischen Ballast abwerfen, der die Renaissance der muslimischen Zivilisation behindert. Wir müssen eine Bildungselite schaffen, die die muslimische Welt erfolgreich ins dritte Jahrhundert führt.
Mohammed, Marktwirtschaft und Moderne passen sehr wohl zusammen. Er war kein Reaktionär und führte sein Volk nicht 1400 Jahre zurück, sondern nach vorne. Er war ein egalitärer Revolutionär, der den Mut hatte, die Fesseln der Traditionen zu sprengen.
Sein Islam war keine Religion des Stillstandes oder des Rückschrittes, sondern der Erneuerung und des Aufbruchs.
Diese Dynamik, die er uns vorgelebt hat sollten wir übernehmen und den Islam in unsere aufgeklärte Zeit holen, er kann uns vieles geben, wenn wir nur wollen.
Aber die Zeit zurück zu schrauben, dass ist wohl total verfehlt. In welche schlimmen Situationen drängt man die jungen Menschen, die hier groß geworden sind, und in welche Gewissensbisse. Die Gefahr ist so groß, dass sie sich vom Islam abwenden.

Gastautorin: Elisabeth Mariam Müller war 34 Jahre Mitglied des Rates der Stadt Niederkassel und sechs Jahre lang im Vorstand der DITIB-Moschee der Stadt Niederkassel. Heute ist sie Mitglied im Jugendhilfeausschuss der Stadt und arbeitet ehrenamtlich in Sachen Integration. Das Hauptanliegen ihrer Arbeit ist, Kindern und Jugendlichen besonders aus sozialschwachen Familien zu helfen, da sie heute sowohl in Kindergärten und Schulen benachteiligt werden. 2002 ist sie zum Islam übergetreten. Für sie ist der Islam eine moderne und fortschrittliche Religion. Seither setzt sie sich mit der Frage auseinander, warum zahlreiche Muslime Tradition und Religion vermischen und sich nicht trauen, ihre Religion in die heutige Zeit zu holen.

 

 

Frau Müller betet zu Allah

Die Geschichte einer deutschen Muslima

Niederkassel, eine Kleinstadt zwischen Köln und Bonn. Eine der 38323 Einwohner ist Elisabeth Mariam Müller, eine deutsche Muslima.

 

Ein gepflegter Vorgarten mit Buchsbäumen führt zu einem kleinem weißen Arbeiterhäuschen mit grünen Fensterrahmen. Ein Klingelschild gibt den Hinweis: „Alle die hier wohnen, heißen Müller“

An der Haustür hängen drei grüne Kränze, das Glas der Türe ist mit bunten Blumenornamenten verziert. Eine etwa siebzigjährige, schlanke Frau mit blonden Haaren und Brille öffnet die Tür. Sie wirkt höflich, aber distanziert.

Ihr Ehemann grüßt freundlich. Er macht im Vergleich zu seiner selbstbewussten Ehefrau einen eher ruhigen Eindruck.

Im Flur über einem hellgrünen Perlenvorhang hängt ein kleines Holzkreuz mit der Inschrift „Herr Gott segne dieses Haus und jeden, der hier geht ein und aus.“

Frau Müller lebt mit ihrem Mann in einer christlich-muslimischen Ehe. Er ist Protestant, sie ist 2001 zum Islam konvertiert. Den Entschluss zum Islam überzutreten, fasste Elisabeth Müller heimlich. Sie befürchtete, ihr Ehemann würde versuchen, sie von ihrer Entscheidung abzubringen.

Die ehemalige Kommunalpolitikerin war bereits 1972 aus der Kirche ausgetreten und hat sich intensiv mit den Weltreligionen beschäftigt. „Ich hatte gar nicht vor, zu konvertieren. Eigentlich wollte ich nur etwas über den Islam erfahren“ betont sie.

Elisabeth Müller ist in einem streng katholischen Elternhaus aufgewachsen. Allerdings, so sagt sie, glaube sie nicht an alles, was in der Bibel geschrieben steht. Dies sei beim Koran anders, dieser sei authentischer. Als Muslima empfinde sie sich unabhängiger und eigenständiger im Glauben. Nicht zuletzt, weil es im Islam keine Hierarchien wie im Christentum gebe.

Im Islam gibt es im Gegensatz zum Christen- und Judentum auch keine formale Mitgliedschaft. Lediglich das Bekenntnis zum Islam macht einen Menschen zum Muslim. Hierfür muss der Konvertit vor zwei Zeugen das Glaubensbekenntnis ablegen:

 

"Es gibt keinen Gott außer Gott, und Muhammad ist sein Prophet."

Außerdem bekennt er sich zu seinem Glauben, indem er einen muslimischen Namen annimmt.

 

Elisabeth Müller trägt neben ihren Taufnamen auch den Namen Mariam. Mariam ist der arabische Name für die Mutter Jesu. Jesus, arabisch Isa, ist für die Muslime ein wichtiger Prophet. 

 

Die Zahl der deutschen Konvertiten ist nur schwer statistisch zu erfassen. Das  Islam-Archiv in Soest schätzt sie auf etwa 18.000. Früher waren es vorwiegend Frauen, die einen muslimischen Partner geheiratet haben. Inzwischen, so das Islam-Archiv, sind auch viele Akademiker darunter.

Die muslimische Religion ist nach den beiden christlichen Konfessionen die drittgrößte Religionsgemeinschaft in Deutschland. Trotzdem sind Muslime in Europa häufig von Diskriminierung betroffen. Dies ist das Ergebnis einer Europäischen Studie. Auch Elisabeth Mariam Müller fühlt sich seit ihrer Konversion diskriminiert. Bis zu ihrem Ruhestand war sie 34 Jahre eine erfolgreiche Kommunalpolitikerin. Sie war Ratsmitglied der Stadt Niederkassel und bis 2006 SPD-Fraktionsgeschäftsführerin. Ihre politische Karriere wurde jedoch von einem negativen Ereignis überschattet.

Wir schreiben das Jahr 2005: Wie in einem Film rauscht die Situation an ihr vorbei. Sie steht allein auf weiter Flur. Zwanzig Augenpaare mustern sie schadenfroh und erwarten eine Stellungnahme. Elisabeth Müllers Gesicht ist angespannt und sie schaut aufgebracht durch ihre Brillengläser, während sie berichtet, was sich an jenem Abend ereignet hat. Es geschah während einer Fraktionssitzung, Müller wird aufgefordert, offenzulegen, weshalb sie zum Islam konvertiert ist. Das Verhalten ihres Parteikollegen ist für sie wie ein Schlag ins Gesicht, hatte sie sich doch Jahrzehnte lang für die Partei engagiert. Während der letzten vier Jahre hatte sich niemand  je für ihr neues Bekenntnis interessiert.

Elisabeth Mariam Müller fühlt sich diskriminiert und versteht nicht, weshalb sie, außer vor Gott, irgendjemandem über ihren Glauben Rechenschaft ablegen soll. „Ich frage ja auch niemanden, welcher Religion er angehört. Das ist meine ureigenste Sache, was ich glaube.“ Bewusst
hatte sie ihre Konversion zunächst für sich behalten. Die Parteikollegen geben ihr zu verstehen, dass sie das islamische Frauenbild ablehnen und ihr Übertritt zum Islam für sie ein Problem darstellt. Als ihr dann auch noch in einer Rundmail an alle Parteigenossen vorgeworfen wird, dass sie die Interessen der Türken und der Moschee über diejenigen der Partei stellt, kehrt sie, gemeinsam mit ihrem Ehemann, der SPD den Rücken und kandidiert von nun an als Parteilose. Ihr Ehemann hat ihr verziehen und steht hinter ihr. Ihre täglichen Gebete fallen ihm kaum noch auf. Fünfmal am Tag rollt sie ihren Gebetsteppich nach Mekka aus, legt ein Tuch über ihren Kopf und betet den muslimischen Vorschriften entsprechend. Elisabeth Mariam Müller schätzt das Gebet sehr: „Die Verbeugung vor Gott gefällt mir besonders“.

Laura Weiden, eine Arbeit für ihr Studium

 

 

Am 07. Februar 2010 über die gemeinsame Liste in den Integrationsausschuss gewählt.

Von der CDU nach der Kommunalwahl am 30.08.2009

als stellvertretende sachkundige Bürgerin im Jugendhilfeausschuss ernannt.

 

Pro-Dialog

Eine der 1.700 Dialogbeauftragte der DITIB
die an 10 Wochenenden auf dem Dialogseminar dieses Zertifikat bekommen hat.

 

Nach 34 Jahren wurde
Elisabeth Müller als Ratsmitglied verabschiedet













 
 

 

Ein neuer Lebensweg

Elisabeth Mariam Müller

Von der Genossin zur Muslima - Muslima ohne Kopftuch

Elisabeth Müller ist vor 2002 zum Islam übergetreten. Seitdem musste die frühere Katholikin gegen viele Widerstände ankämpfen. Heute betreibt sie Aufklärungsarbeit für ihre neue Religion und erklärt welche Gemeinsamkeiten die drei monotheistischen Religionen verbinden.
weiterlesen

 

Eintritt in die SPD Ende 1985 nach der Landtagswahl

Austritt Mai 2006

 Ich war im Oktober 2003 zum Islam konvertiert. Die SPD und die SPD-Fraktion haben davon im Juni 2005 Kenntnis durch den damaligen Bürgermeister erhalten.

An den Reaktionen wusste ich, dass das vielen nicht gefiel, aber sie haben mich auch nie gefragt warum ich diesen Schritt mit 62 Jahren gemacht habe.

Immer wieder bekam ich zu spüren, dass ich eigentlich nichts mehr in der Fraktion zu suchen hatte. Nach der Kommunalwahl 2004 eskalierte die ganze Sache. Ich habe dann den Entschluß gefasst aus der SPD auszutreten, denn ich musste mir das mit meinen 63 Jahren nicht mehr antun.

Die ganze Geschichte kann man hier nachlesen: Muslime_SPD und Muslima

 

 

DW – World.de

Deutsche Welle

 Aus der Mitte Europas    

Religion 25.08.2009

Von der Genossin zur Muslima

 

 

 

 

 

 

 Muslima ohne Kopftuch

Elisabeth Müller ist vor sieben Jahren zum Islam übergetreten. Seitdem musste die frühere Katholikin gegen viele Widerstände ankämpfen. Heute betreibt sie Aufklärungsarbeit für ihre neue Religion.

Die "Selimiye Camii"-Moschee im rheinischen Niederkassel sieht aus wie viele andere  muslimische Gebetshäuser. Hohe weiße Säulen umgeben den hellen Innenhof, ein hohes Minarett streckt sich hinter dem Hauptgebäude in den Himmel. Die an diesem sonnigen Augustmittag zum Gebet erschienen Herren sprechen in aller Regel Türkisch. Zumindest wenn Elisabeth Müller gerade nicht hinhört. Denn sie ist als deutsche Rentnerin des Türkischen nicht mächtig – und geht trotzdem selbstverständlich in der muslimischen Gemeinde ein und aus. "Hallo Orhan, wie geht’s den Kindern", begrüßt sie Orhan Kangöz, ein Vorstandsmitglied der Gemeinde nach dem Mittagsgebet. Wenn die 68-Jährige die Moschee besucht, dann unterhalten sich die Männer ganz selbstverständlich mit der "Abla", ihrer muslimischen Schwester mit dem Namen Müller.   

 
 

06.03.2009

Zum Islam konvertiert mitten im Leben

Zum Islam konvertiert mitten im Leben

Elisabeth Müller hat nach langer Suche im Koran religiösen Frieden gefunden.

Von Klaus Müller-Wolf

Ihr Bekenntnis zum Islam sorgte 2006 für einen Paukenschlag in Niederkassel und führte dazu, dass Elisabeth Müller der SPD den Rücken kehrte, für die sie lange Jahre im Ortsverein und in der Ratsfraktion an vorderster Stelle gestanden hatte. "Für die meisten hatte ich einen an der Klatsche. Aber ich bin nur Gott Rechenschaft schuldig", sagt sie. Nur wenige fragten ganz offen nach ihren Motiven für ihre innere Überzeugung. "Im Islam habe ich gefunden, wonach ich immer gesucht habe", entgegnet sie.

2002 nach intensiver Auseinandersetzung mit allen Weltreligionen hatte sie sich dazu entschieden, Muslima zu werden. Den Entschluss fasste sie ganz allein, weihte selbst ihren Ehemann Hans Müller nicht ein. Der hat ihr inzwischen längst verziehen und unterstützt seine Frau bei ihrer Arbeit in der Türkisch-Islamischen Gemeinde. In der Moschee hat Elisabeth Müller als einziges deutsches Gemeindemitglied viel bewegt, verkrustete Strukturen und unzeitgemäße Traditionen aufgeweicht und die Integration auf den Weg gebracht.

Religion ist für die gebürtige Mönchengladbacherin immer von zentraler Bedeutung gewesen. "Ich stamme aus einer fundamentalistisch katholischen Familie", erzählt die 67-Jährige. Nach dem Krieg war sie mit ihren Eltern und den Geschwistern nach Bad Godesberg gezogen zu ihrem Onkel Wilhelm Leonards, der katholischer Pfarrer in St. Andreas war. Der Vater, Bruder des Pfarrers, wird dort Küster und ist ihr großes Vorbild. Der fromme Mann engagiert sich auch außerhalb der Kirche für das Gemeinwohl in vielen Vereinen. Als sie 1959 ihren späteren Ehemann Hans Müller kennen lernt, einen Protestanten, setzt sie sich zunehmend kritisch mit der katholischen Kirche auseinander. Wegen der Haltung des Papstes zur Verhütung, aber auch zu den Glaubenskriegen in Irland und Libanon tritt sie 1972 aus Protest aus der Institution aus; der Kirche aber bleibt sie zum Beten, Nachdenken und Meditieren treu. Die gelernte Buchhalterin liest religiöse Bücher und hört Vorlesungen an der Bonner Uni über die großen Weltreligionen.

Im Koran findet sie die Antworten, die sie immer gesucht hat. "Der Islam ist eine Religion für den Einzelnen, viel persönlicher als das Christentum und mystischer", sagt sie. "Der Islam verlangt mehr Eigenverantwortung, und ich bin es doch, die sich irgendwann verantworten muss. Und Allah und Gott sind für mich sowieso eins."

Ihren Wechsel zum Islam hat Elisabeth Müller für sich im stillen Kämmerlein vollzogen, ein öffentliches Glaubensbekenntnis nie abgelegt. Die Nähe zur Moschee in Lülsdorf habe keine Rolle gespielt. Die sei für Konvertiten eher ungeeignet, weil dort fast nur Türkisch gesprochen werde.

Als sie Niyaze Ileli, den damaligen Vorsitzenden der türkischen Gemeinde, den sie durch die Parteiarbeit kennt, ankündigt, in der Gemeinde mitzuarbeiten, ist die Freude groß. Dank ihrer Beziehungen kann sie den zurückhaltenden Türken viele Türen öffnen. "Es war ein gegenseitiges Nehmen und Geben. Ich habe viel gelernt, auch zu unterscheiden zwischen den Aussagen des Koran und alten Traditionen." Das Kopftuchtragen gehöre zu letzteren, ebenso wie die häufige Separation von Frauen und Männern. Im Koran seien Männer und Frauen gleichberechtigt und einer der Beschützer des anderen. Als Vermittlerin und Vorstandsmitglied genießt sie hohe Anerkennung und hat viel für die Gleichberechtigung der Frauen in der Gemeinde beigetragen, die seither viel selbstbewusster sind und einen eigenen Frauenrat gegründet haben. Schauten die Männer zuerst noch komisch, wenn sie sich in der Moschee zum Tee oder Kaffee zu ihnen setzten, so gucken sie jetzt sogar gemeinsam fern. Mit Deutsch-und PC-Kursen, Hausaufgabenhilfe setzt sich Elisabeth Müller für bessere Bildungschancen nicht nur der türkischen Kinder ein. "Unsere Angebote werden auch zunehmend von deutschen Kindern genutzt", sagt sie.

Längst ist wieder der Alltag im Hause Müller eingekehrt. Dazu gehört, dass Elisabeth Müller sowohl die Homepage der Türkisch-Islamischen Gemeinde als auch die des Bürgervereins für Lülsdorf und Ranzel gestaltet. Dort ist ihr Mann Geschäftsführer. Hüben wie drüben hat ihr Engagement für den Abbau von Schwellenängsten und Vorurteilen gesorgt und nicht nur ihr Mann Hans hat festgestellt: "Die beißen gar nicht!" (Klaus Müller-Wolf)


Aus Rhein-Sieg Rundschau von 03.03.08 mit freundlicher Genehmigung der Redaktion

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 Zu lesen unter   www.

http://islam.de/10061.php
"
Islam.de" stellt die Islam-Konvertitin Elisabeth Müller vor. "Ihr Bekenntnis zum Islam sorgte 2006 für einen Paukenschlag in Niederkassel und führte dazu, dass Elisabeth Müller der SPD den Rücken kehrte, für die sie lange Jahre im Ortsverein und in der Ratsfraktion an vorderster Stelle gestanden hatte. 'Für die meisten hatte ich einen an der Klatsche. Aber ich bin nur Gott Rechenschaft schuldig', sagt sie. Nur wenige fragten ganz offen nach ihren Motiven für ihre innere Überzeugung. 'Im Islam habe ich gefunden, wonach ich immer gesucht habe', entgegnet sie."

  
  
  

Jan. 2008

 

Warum bin ich zum Islam übergetreten

Das ist eine lange Geschichte und ich will einfach mal versuchen, sie zu schreiben.

Ich bin in einer sehr streng katholischen Familie aufgewachsen und natürlich in diesem Glauben erzogen worden. Toleranz hat diese Erziehung nicht gekannt, und auch Einblicke in andere Religionen nicht erlaubt.
Ich war schon 14 Jahre alt, als ich etwas über die Christen des evangelischen Glaubens gehört habe, warum es katholische Christen gab, oder evangelische Christen. Der Umgang mit Kindern von Protestanten war uns verboten.
Als ich aus dem Haus gegangen bin, und für mein Leben selber verantwortlich war, haben mich andere Religionen immer sehr interessiert.

Ich wollte wissen, was ist Religion?

 

Warum beten Menschen Gott an?
Warum beten sie viele Götter an?
Warum beten sie die Sonne an?
Warum beten sie Geister an?

Gibt es überhaupt einen Gott?

Warum sind Menschen in ihren Religionen so fanatisch?
Warum töten sie Menschen, wenn sie nicht zu irgendeiner Religion wechseln wollen?
Warum wird Zwang ausgeübt und Menschen gefoltert, weil sie nicht, der Religion angehören wollen, denen ihr Peiniger angehört?
Warum machen Menschen Krieg gegeneinander, bloß weil der eine ein evangelischer Christ ist, und der andere ein katholischer Christ ist, wie in Irland.
Warum beten sie Gott an, und binden ein Kreuz an das Gewehr und lassen es von Priester segnen? Anschließend werden damit unschuldige Menschen getötet, wie im Bürgerkrieg in Libanon.
Warum muss Gott einen Stellvertreter auf Erden haben? Er ist doch Allmächtig!
Warum verbietet dieser Stellvertreter den Menschen Verhütungsmittel? Wohlwissend, das dabei Millionen von Menschen an Aids sterben müssen und Millionen von Kindern ohne ihre Eltern aufwachsen, oder ganze Dörfer ausgestorben sind.

Es gab viele Fragen, die mich beschäftigten.

Ich habe dann die katholische Kirche sehr genau beobachtet. Habe gehört was die Priester den Menschen gepredigt haben. Habe meinem Onkel, der Pfarrer war sehr genau zugehört.

Aber, was diese Menschen predigten, setzten sie nicht im Leben um. Mein Vater starb an Leukämie, er hinterließ 5 Kinder, der Jüngste war gerade mal 5 Jahre alt. Meint ihr, mein Onkel der Bruder meines Vaters, hätte sich um die Familie und um die Kinder und um die Frau seines Bruder gekümmert, nein. War das Nächstenliebe, so wie es ein Christ versteht?

Ich heiratete und auch mein neuer Lebensweg hat meinen Onkel nicht interessiert, ich habe ihn nie mehr gesehen, er hat sich auch nie mehr nach mir erkundigt, ihn interessierte es nicht, wenn ich mit meinem Mann ihn und seine Schwester besuchte.

Ist nur ein Beispiel.

Auch andere Gegebenheiten beobachte ich kritisch. Dann bin ich aus der Kirche ausgetreten, weil ich diese Machenschaften dieser Kirche nicht mehr mittragen wollte.

Die Kirche hatte Geld genug, und in der Welt verhungerten die Kinder.
Priester in Südamerika wurden wegen ihren Einsätzen, die eben nicht konventionell waren, von der Kirche ausgeschlossen und so weiter.

Nein das war nicht mehr meine Kirche.

Dann habe ich mich mit der Bibel beschäftigt und darin viel gelesen und mir wurde klar, dass dieses Buch von Menschen geschrieben worden ist und nicht Gottes Wort war. Es wurde über Gott geschrieben, aber nicht Worte von Gott.

Ich las die Evangelien von Lucas, Markus, Johannes und Paulus und so weiter, ich las die Kirchengeschichte und mir war klar, es konnte nur einen Gott geben. Es gab nicht Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Heiliger Geist. Das war für mich nicht mehr nachzuvollziehen.

Eine lange Zeit habe ich mich dann nicht mehr mit Religion befasst, ich war einfach nicht mehr bereit, schöne Geschichten zu lesen, die historisch auch nicht zu fassen waren.

Ich beobachtete auch die Gesellschaft, die sich immer weiter von den christlichen Kirchen entfernten und sie nur benutzten um eine schöne Hochzeit zu feiern, oder auch um eine sehr schöne Beerdigung zu inszenieren. Oder zu Weihnachten die Stimmung in den Kirchen mitzunehmen. Mag sein, dass ich pauschalisiere, aber für die Mehrheit trifft das zu.

Für die Mehrheit der Christen trifft auch zu, dass sie von ihrer Religion nichts wissen , oder zu wenig wissen, sonst würden sie sich nicht abwenden. Durch einen Zufall bekam ich dann den Koran in die Hände. Und da ich nun viel Zeit hatte und mich auch viel damit beschäftigen konnte, habe ich dieses Buch studiert. Habe viele Passagen mit der Bibel verglichen, habe dann an einer Universität Vorträge über die Religionen der Welt gehört.

Aber der Islam, faszinierte mich, in allen Facetten, die diese Religion den Menschen bietet.

Es war gerade der 11. September 2001 vorüber. Man sprach über die Muslime, die eine Religion hätten, die nur Terror und Böses auf die Welt bringen würde. Ich hatte ganz andere Dinge gelesen. Inzwischen auch das Leben des Propheten Mohammed gelesen, nicht nur in muslimischen Büchern, sondern auch was die Historiker über ihn schrieben. Ich habe Bücher gelesen, über die Weltgeschichte.

Und ich konnte nicht feststellen, dass Islam eine Religion des Terrors ist.

Ich lernte Muslime kennen, die mich mehr über den Islam wissen ließen. Aber mir war einfach noch nicht klar, dass ich schon längst eine Muslimin geworden war. Denn ich glaubte nur an einen Gott.

Ich glaubte, dass es keinen gibt, den man mit Recht anbetet, als Gott. Ich begriff, das Mohammed, ein Prophet war und Gesandter Gottes. Ich las die Hadithe, die Aussagen von Mohammed, Friede und Heil auf ihn, und fand nie Gewalt und Terror, die er den Menschen riet.

Nein ich wusste, dass der Islam die Religion des Friedens, der Menschenliebe ist.

Und habe im September 2002 dann das Glaubensbekenntnis der Muslime gesprochen und bin seit dieser Zeit eine Muslimin. Die es nicht bereut hat, diesen Schritt getan zu haben. Religion bedeutet für mich, immer wieder den Dialog mit Gott zu suchen. Sie ist für mich ein Ausgleich von den Dingen, die um mich herum passieren, vom alltäglichen Stress. Es hilft meinem Bewusstsein und Geist, sich zu besinnen und zu strukturieren. Mein Glaube gibt mir Halt und ist eine Quelle, aus der ich immer wieder Kraft schöpfe.

Obschon ich auf viel Unverständnis gestoßen bin, ich bin diskriminiert worden, ich bin gemobbt worden, ich bin ausgegrenzt worden. Aber ich habe auch Menschen kennen gelernt, die meinen Schritt toleriert haben, oder nach einiger Zeit toleriert haben.

Glauben zu haben ist für einen selber, und nicht für andere Menschen. Ich denke, dass Gott die Menschen erschaffen hat, um ihn zu dienen, ihn zu erkennen und ihn anzubeten. Das heißt, dass ich versuche, ein Mensch zu sein, der versucht Gutes zu tun, und den Gesetzen Gottes zu folgen, die 10 Gebote zu befolgen. Aber für meine Taten bin ich selber verantwortlich und

meinen Glauben an Gott ist meine ureigenste Sache, meine Überzeugung und es ist mein Leben.

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Stand: 24.02.2017

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