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لا إله إلا الله سُوۡرَةُ البَقَرَة ٱللَّهُ لَآ إِلَـٰهَ إِلَّا هُوَ ٱلۡحَىُّ ٱلۡقَيُّومُۚ لَا تَأۡخُذُهُ ۥ سِنَةٌ۬ وَلَا نَوۡمٌ۬ۚ لَّهُ ۥ مَا فِى ٱلسَّمَـٰوَٲتِ وَمَا فِى ٱلۡأَرۡضِۗ مَن ذَا ٱلَّذِى يَشۡفَعُ عِندَهُ ۥۤ إِلَّا بِإِذۡنِهِۦۚ يَعۡلَمُ مَا بَيۡنَ أَيۡدِيهِمۡ وَمَا خَلۡفَهُمۡۖ وَلَا يُحِيطُونَ بِشَىۡءٍ۬ مِّنۡ عِلۡمِهِۦۤ إِلَّا بِمَا شَآءَۚ وَسِعَ كُرۡسِيُّهُ ٱلسَّمَـٰوَٲتِ وَٱلۡأَرۡضَۖ وَلَا يَـُٔودُهُ ۥ حِفۡظُهُمَاۚ وَهُوَ ٱلۡعَلِىُّ ٱلۡعَظِيمُ (٢٥٥) Al-Baqara Allah - kein Gott ist da außer Ihm, dem Ewiglebenden, dem Einzigerhaltenden. Ihn ergreift weder Schlummer noch Schlaf. Ihm gehört, was in den Himmeln und was auf der Erde ist. Wer ist es, der bei Ihm Fürsprache einlegen könnte außer mit Seiner Erlaubnis? Er weiß, was vor ihnen und was hinter ihnen liegt; sie aber begreifen nichts von Seinem Wissen, es sei denn das, was Er will. Weit reicht Sein Thron über die Himmel und die Erde, und es fällt Ihm nicht schwer, sie (beide) zu bewahren. Und Er ist der Hohe, der Allmächtige. (255) |
März 2009 ![]() |

Emina Corbo-Mesic Stuttgart, November 2008
سُوۡرَةُ البَقَرَة
لَا يُكَلِّفُ ٱللَّهُ نَفۡسًا إِلَّا وُسۡعَهَاۚ لَهَا مَا كَسَبَتۡ وَعَلَيۡہَا مَا ٱكۡتَسَبَتۡۗ رَبَّنَا لَا تُؤَاخِذۡنَآ إِن نَّسِينَآ أَوۡ أَخۡطَأۡنَاۚ رَبَّنَا وَلَا تَحۡمِلۡ عَلَيۡنَآ إِصۡرً۬ا كَمَا حَمَلۡتَهُ ۥ عَلَى ٱلَّذِينَ مِن قَبۡلِنَاۚ رَبَّنَا وَلَا تُحَمِّلۡنَا مَا لَا طَاقَةَ لَنَا بِهِۦۖ وَٱعۡفُ عَنَّا وَٱغۡفِرۡ لَنَا وَٱرۡحَمۡنَآۚ أَنتَ مَوۡلَٮٰنَا فَٱنصُرۡنَا عَلَى ٱلۡقَوۡمِ ٱلۡڪَـٰفِرِينَ (٢٨٦)
„Gott bürdet keiner Seele mehr auf als sie zu tragen vermag.“
(Sure 2,286).
Mit diesem Vers endet das zweite und längste Kapitel des Korans, die Sure mit dem Namen die Kuh. Um die Botschaft der koranischen Verse verstehen zu können, ist es unabdingbar, sie bezogen auf ihren Kontext zu lesen. Dieser Vers wurde anlässlich der Himmelsreise des Propheten (s.a.w.s.) offenbart. Das war ungefähr ein Jahr vor der Auswanderung der Muslime nach Medina. Zu dieser Zeit waren Mohammed und seine Anhänger in ihrer Heimatstadt Mekka massiven Anfeindungen ausgesetzt. Es gab kaum einen Flecken, wo Muslime sich wirklich sicher fühlen konnten. Dieser Vers wurde zu einem wichtigen, häufig wiederholten Gebet. Es sollte den Bedrängten Kraft geben; es sollte sie ermutigen, den Schwierigkeiten zu trotzen, stets auf Gott zu vertrauen und ihn um Hilfe zu bitten. Der Vers ist von fundamentaler Bedeutung für den Umgang von Muslimen mit schweren Prüfungen. In Zeiten der Verzweiflung, wenn wir einen geliebten Menschen verloren haben; wenn Krankheit uns schwächt; wenn Verlust uns plagt; wenn Kummer unser Herz schwer macht - dann wird der Glaube an Gott auf die Probe gestellt. Wir schwanken dann oft zwischen Selbstvorwürfen und der Frage, will Gott uns durch die Schicksalsschläge bestrafen? Wir können uns dem nagenden Zweifel hingeben. Aber ich bin überzeugt, er wird uns weniger Trost bieten als unser Glaube. den ganzen Artikel nachzulesen unter: Gott ist mit den Geduldigen.pdf

Wer sich Flügel anklebt, wird nicht zum Friedensengel
![]() Aiman Mazyek, Aachen "Islamisches Wort" August 2008 | Es ist an uns Muslimen, sich noch mehr anzustrengen als bisher - oder wie es Barack Obama sagen würde: Woher kommt dieses gewaltige Interesse der Weltbevölkerung? Woher dieser Hype für diesen Mann? Es entspringt einer tiefen Friedenssehnsucht vieler Menschen - gleich ob sie religiös sind oder nicht. Für Menschen rund um den Globus wird Obama zur Projektionsfläche für eine bisher unerfüllte Friedenssehnsucht. Deshalb sind so viele Menschen zur Siegessäule gekommen, des- halb lieben sie ihn. Die Menschen hier ebenso wie in den USA will kein Abu Graib mehr, kein Guantanamo, kein Blutvergießen im Nahen Osten, kein Krieg im Irak. Sie wollen Frieden. Sie sind gekommen, um den Hoffnungsträger zu sehen, und sie wollten ihm ihre Hoffnungen und Erwartungen signalisieren. Und so rief er den Menschen in Berlin zu, in jener Stadt, die einst schlimme Erfahrungen mit Mauern und Barrieren gemacht hat:„Die Mauern zwischen reichen und armen Ländern müssen fallen. Die Mauern zwischen Rassen und Stämmen; zwischen Inländern und Einwanderern; zwischen Christen und Muslimen und Juden dürfen nicht stehen bleiben. Das sind jetzt die Mauern, die wir niederreißen müssen". |

„Wir glauben alle an den einen Gott“
Mit Bekir Alboga spricht Kamran Safiarian, anläßlich des Katholikentages in Osnabrück über den christlich-muslimischen Dialog.
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Kamran Safiarian: Herr Alboga, schon Goethe hat in seinem westlich-östlichen Diwan gesagt: „Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht“, trifft das auch auf den christlich-muslimischen Dialog zu? Bekir Alboga: Zum Teil ja, denn wir haben noch einen langen Weg vor uns. Die meisten Christen und Muslimen meinen es gut, aber wir haben noch nicht so gut gezeigt, dass wir es auch gut gemacht haben. Kamran Safiarian: Seit der Regensburger Papstrede wissen wir, das der Dialog spannungsgeladen ist. Sie kommen gerade von einem Gespräch mit Kardinal Meisner, wie läuft so ein Dialog ab, worüber redet man, und wo liegen die Probleme konkret? Bekir Alboga: Wir haben in einem schönen Gespräch über alle Probleme gesprochen und zum Schluss kamen wir zu der Feststellung, dass wir gemeinsam handeln sollten, zum Beispiel über Bioethik, oder über die ethischen Grundlagen, die gemeinsam sind, im Islam und im Christentum. Wir werden eine Arbeitsgruppe bilden, in der wir gemeinsame Positionen beschreiben, und damit die Öffentlichkeit informieren können. Kamran Safiarian: Stichwort: Gemeinsamkeiten. Islam und Christentum haben viele Gemeinsamkeiten, nicht zuletzt, weil es beide monotheistische Buchreligionen sind. Sie erzählen beide die Geschichte Abrahams. Wo liegen für sie die meisten Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede der beiden Religionen? Bekir Alboga: Die größte Gemeinsamkeit ist natürlich der Gott. Der Glaube an den einen und einzigen Schöpfergott, ob sie den Islam oder das Christentum fragen: „Glauben wir an den einen Gott?“, ist die Antwort: „Ja.“ Die Frage, wenn wir sie anders stellen, „Glauben wir an denselben Gott?“, die Muslime sagen: „Ja“ die Kirche sagt „ Jaein“. Da liegt an der Trinitätslehre. Das trinitarische Verständnis von Monotheismus ist in der Kirche üblich. Kamran Safiarian: Trinität also: Vater, Sohn, Heiliger Geist Bekir Alboga: Genau, von Gott als Vater, als Sohn und als Heiligen Geist zum Ausdruck zu bringen ist für den Islam ein Unterschied, aber wenn wir sagen, wie viele Schöpfer gibt es, der das Universum und den Menschen erschaffen hat, dann ist die Antwort: „Es gibt nur einen Schöpfer, es gibt nur einen Gott“. Es gibt nur einen Menschen, der von diesem Schöpfer erschaffen ist, der im Islam Statthalter und Stellvertreter Gottes auf der Erde ist, nach der biblischen Lehre Ebenbild Gottes auf der Erde ist. Kamran Safiarian: Gemeinsam ist auch allen Religionen, dass sie sich als einzig wahre und universale gültige Religion begreifen. Nicht zu letzt, glaubt der Islam als letzte monotheistische Buchreligion die Wahrheit zu vertreten. Wie kommt man da miteinander zurecht? Bekir Alboga: Im Islam wird im Kapitel 5, ab Vers 44 bis 48 gesagt, dass es in der Thora, Licht und Wahrheit gibt, dass es im Evangelium, Licht und Wahrheit gibt, und dass im Koran Licht und Wahrheit ist. | Das heißt, im Koran werden wir motiviert, den Dialog des gemeinsamen Handelns zu stärken. Das heißt: Wenn es auf der Erde, Missbrauch von Kindern gibt, Armut herrscht, Ungerechtigkeiten gibt, oder es Länder gibt, in denen es den Dialog noch nicht gibt, ,
diese allgemeinen Probleme, die die Menschheit bedrohen, sollten wir Christen, Juden und Muslime in einem Dialog, also in einem Trialog so wie es im Koran vorgeschrieben wird, ansprechen und gemeinsam handeln nach guten Dingen. Und Gott verspricht uns im Koran am jüngsten Tag zu informieren über die Dinge, über die wir uns in diesem vergänglichen Leben keine Klarheit verschaffen können und uns nicht einigen können. Also die Unterscheide sind kein Grund dafür, dass wir auseinander gehen, ganz im Gegenteil, Kamran Safiarian: Aber konkret, wie kommt man dann zusammen bei den Problemen, wie Religionsfreiheit, Gleichberechtigung oder Trennung von Staat und Kirche? Da gibt es doch einige fundamentale mentale Unterscheide. Beispiel: Konversion, ein Christ kann leicht zum Islam konvertieren, ein Muslim kann schlecht von seiner Religion sich lossagen und konvertieren. Wie lösen sie solche Probleme? Bekir Alboga: Bei Konversion gibt es überall Probleme, auch die katholische oder evangelische Kirche begrüßt nicht die Konversation. Es gibt auch gesellschaftliche Sanktionen. Zum Beispiel wenn sie bei einer christlichen Partei Mitglied sind und den Islam annehmen, sind sie nicht herzlich willkommen. Sie werden als solcher auf entscheidende Ebene keine Arbeitsstelle bekommen. Das sind dann die sozialen Sanktionen. Es ist gegen den Islam, wenn in den islamisch geprägten Gesellschaften jemand den Islam verlässt und das Christentum annimmt, dass man ihn verfolgt, weil man seine Religion gewechselt hat. Im Koran steht im Kapitel 2, Vers 256, „Es darf keinen Zwang in Glaubensangelegenheiten geben“. Ob man den Islam annimmt, oder nicht annehmen möchte, ist vollkommen, den freien Willen des Individuums überlassen. Wer dieses Gebot des Korans missachtet, handelt gegen den geistigen Wesensgehalt dieser Religion, des Islams. Kamran Safiarian: Aber es gibt bei Theorie und Praxis immer Unterschiede. Es gibt Menschen, die verfolgt werden, wenn sie den Islam verlassen. Bekir Alboga: Sehen sie, es gibt nicht das Christentum, es gibt nicht den Islam. Es gibt muslimisch geprägte Gesellschaften, in denen Menschen auch ihre Religion wechseln können, es gibt aber auch durchaus fundamentalistisch geprägte christliche Gesellschaften, in denen man das nicht so gerne sieht, dass man das Christentum verlässt. Kamran Safiarian: Letzte Frage: Was ist das Ziel eines christlich-muslimischen Dialogs? Worauf arbeitet man hin, wie sollten Christen und Muslime miteinander umgehen? Bekir Alboga: Die These, dass die Kulturen zusammenprallen müssen, kann nur durch interreligiöse und interkulturelle Zusammenarbeit überwunden werden, und als nichtig erklärt werden. Wenn wir, mehr als 2 Milliarden Christen und 1,5 Milliarden Muslime und noch dazu Millionen von Juden, uns zusammenstellen um eine Friedensarbeit, die durch den Dialog angeregt und gestärkt werden kann, dann können wir für die Menschheit sehr viel leisten, an Anregung, aber auch für den Erhalt des menschlichen Lebens, für den Erhalt des Universums, für die Bekämpfung der Armut, für die Bekämpfung von Tötung von Kindern, Missbrauch von Kindern und so weiter und so fort. Der islamisch-christlich-jüdische Dialog ist also unentbehrlich für eine friedliche Welt, in der wir alle in Respekt, und gegenseitiger Hochachtung zusammen leben können. Kamran Safiarian: Herr Alboga, vielen Dank für dieses Gespräch. Nachzuhören im http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/501464?inPopup=true | |
![]() Hilal Sezgin Mai 2008 | Menschen, die selbst nicht religiös sind, äußern oft einen bestimmten Einwand gegen Religion - nicht nur gegen den Islam, sondern gegen jede Form von Glauben. Religion, so lautet ihr Vorwurf, operiere mit „schlechtem Gewissen“. Sie wolle uns dazu bringen, auch noch als Erwachsene Angst vor der Strafe eines „Übervaters“ zu haben. Ich finde nicht, dass man das so pauschal sagen kann – aber dass hier eine gewisse Gefahr liegt, darin gebe ich den Skeptikern Recht. Aber wer kennt es nicht, das schlechte Gewissen, beim Gebet nicht nur an Gott, sondern auch an Alltagssorgen gedacht zu haben? Manchmal lässt es sich anscheinend nicht vermeiden. Oder wir haben den Koran aus Versehen auf den Fußboden gelegt, waren beim Gebet nicht rituell rein oder haben vor dem Essen nicht die Basmallah gesprochen – wenn man hier bereits den Kopf einzieht, als müsste unweigerlich eine Strafe folgen, dann mischt sich Aberglauben in die Gottesfurcht. Überhaupt, das Wort Gottesfurcht bringt die Frage bereits auf den Punkt: Wie verträgt sich die Gottesfurcht mit der Gottesliebe, und wie viel Angst gehört in unser Verhältnis zu Gott? |
![]() Aiman Mazyek | Bismillahirrahmanirrahim Die Menschen sind also deswegen verschieden, weil sie einander besser kennen lernen sollen. Menschen sollen nicht nach ihrer Volks- oder Rassenzugehörigkeit beurteilt werden, sondern nach ihrer Rechtschaffenheit und Aufrichtigkeit. Ein Wetteifern um diese Werte, würde uns sicherlich entspanntere Zeiten und weniger Ängste bescheren. Doch Muslime sind fehlbar wie alle Menschen. Sie handeln leider nicht immer so, wie es ihnen der Koran empfiehlt. Ein weit verbreitetes islamisches Sprichwort sagt: „Lebe, als würdest du morgen sterben und als würdest du ewig leben“. Mit anderen Worten: Wir Muslime sollen hier unser tägliches Leben gestalten, wir sollen hier unsre Wohnhäuser für uns und unsre Nachkommen im Diesseits bauen. Und wir sollen gleichzeitig unsere Gotteshäuser hier errichten, damit wir uns darin auf unsre Begegnung mit Gott im Jenseits vorbereiten können. Der verstorbene Zentralratsvorsitzender Ignaz Bubis hat einmal zum Bau von Gotteshäusern gesagt: „Wer baut, will bleiben“. Recht hat er. Den ganzen Vortrag im PDF-Format ist hier nachzulesen: Der Muslime Heimat |
Islamisches Wort
Emina Corbo-Mesic | Bismillahirrahmanirrahim Im Namen Gottes des Gnädigen, des Barmherzigen. (السلام عليكم) As-Salāmu `Alaykum | |
Frieden: Wohl kaum ein Wort klingt heute so abgedroschen, und kaum ein Mensch wünscht sich etwas sehnlicher als Frieden. Den Islam als einen Weg zum Frieden zu bezeichnen, das klingt für viele Menschen widersprüchlich. Islam – so meinen viele - hat etwas mit Terrorismus, mit Gewalt und mit „heiligem Krieg“ zu tun. Und wurde der Islam nicht mit „Feuer und Schwert“ verbreitet ? Es wird vor allem Nicuslime irritieren, dass im Islam Frieden das wesentliche Fundament menschlichen Daseins ist. Islam bedeutet linguistisch gesehen: Hingabe, Versöhnung, Frieden-Schließen, Ergebenheit. Muslime sind Gottergebene. Die Beziehungen des Islams zum Salam - zum Frieden - werden in den folgenden Punkten deutlich:
- As-Salam – Friede - ist einer der 99 Namen Gottes. - As-Salam ist der Gruß, den der Schöpfer Seinen Dienern am Jüngsten Tag entbieten wird. - As-Salam ist der Gruß im Paradies. - Salam ist das Einzige, was die Bewohner des Paradieses hören werden Muslime begrüßen sich mit dem Friedensgruß: Natürlich soll der gesprochene Friedensgruß nicht bloß eine da hergesagte fromme Formel sein. Denn der Islam soll als Lebensweise das Bemühen um den Frieden mit Gott, mit sich selbst, mit den Mitmenschen und mit der Schöpfung umfassen. Dabei erweist sich das Friedenmachen mit sich selbst als die schwierigste Aufgabe. Muslime sprechen deshalb vom großen Dschihad. Dschihad leitet sich von dem Verb dschahada ab und bedeutet: Anstrengung. Mit dem großen Dschihad ist der Kampf gegen die eigenen niederen Triebe und Instinkte gemeint: Gegen Wut, Zorn und Missgunst; gegen Neid, Gier und Falschheit. Es ist ein Kampf gegen den sogenannten „inneren Schweinehund“, den jeder Mensch zu überwinden hat, der mit sich und seiner Umgebung in Frieden leben möchte. Eine mögliche Erklärung für die deutliche Diskrepanz zwischen dem Anspruch des Islams und der Praxis der Muslime ist die Entfremdung der Muslime von ihren eigenen Quellen. Den jeweiligen religiösen Traditionen in den verschiedenen muslimischen Ländern wird heute oftmals mehr Beachtung geschenkt als eben diesen Quellen. Auch erhalten heutzutage Bildung und Erziehung in vielen muslimischen Ländern oftmals nicht ihren angemessenen Stellenwert. Aus vielen Aussprüchen des Propheten Mohammed – den so genannten Hadithen – ist eigentlich deutlich zu erkennen, wo der Gesandte Gottes Prioritäten gesetzt hat: In der Wissensvermittlung und im Wissenserwerb. | In der Wissensvermittlung und im Wissenserwerb. Wichtig war ihm immer auch die Erziehung der Kinder und Jugendlichen in einer ihnen angemessenen Art und Weise. Es geht nicht darum, dass Kinder Pflichten auswendig lernen. Erziehung sollte Kindern vielmehr als Anleitung dienen, selbstständig ein Gespür dafür zu entwickeln, Pflichten aus dem Bedürfnis heraus zu verrichten, dass sie zu einem friedlichen und gedeihlichen Zusammenleben beitragen. Es reicht nicht aus, Kindern den respektvollen Umgang mit Anderen zu predigen, wenn Kinder nicht gleichzeitig gelebte Nächstenliebe erfahren. Kinder sollten erkennen, dass Nächstenliebe von fundamentaler Bedeutung für eine gesunde Gesellschaft ist. Dadurch schützt sich der Mensch vor Egoismus, Habgier, und kriminellen Handlungen. Wir Erwachsenen müssen den Kindern die Möglichkeit geben zu erkennen, dass der Islam kein lästiges Pflichtprogramm in einer „fremden Sprache“ darstellt, sondern dass der Koran das muslimische „Handbuch fürs Leben“ ist. Es ist schön, wenn er als ein heiliges Relikt auf einem Ehrenplatz ruht. Aber es ist schade, wenn er nicht gelesen und verstanden wird. Erziehung zum Frieden auf der Grundlage unsrer islamischen Quellen. Das erfordert kreatives Umdenken ! Denn der bislang in den Moscheen ausgerichtete Frontalunterricht eignet sich nur sehr bedingt. Zu viel Wert wird bei dieser religiösen Unterweisung auf unreflektiertes Auswendiglernen gelegt. Die Einführung von islamischem Religionsunterricht in Deutsch sowohl in Moscheen als auch an öffentlichen Schulen ist meiner Meinung nach ein hoffnungsvoller Lichtblick. Zudem ist es ein wichtiger Schritt, um die Integration von Muslimen in die deutsche Gesellschaft besser voran zu bringen. Denn jemand, der seine religiösen Wurzeln kennt, kann sich in die auf Pluralität fußende deutsche Gesellschaft gut einbringen, ohne Angst vor dem Verlust seiner religiösen Prinzipien haben zu müssen. Natürlich hängt vieles davon ab, inwieweit das jeweilige Elternhaus Kindern und Jugendlichen einen freien und ungezwungen Zugang zum Islam gestattet. Je mehr Eltern über den Islam wissen, je aufgeklärter und je besser integriert sie sind, umso leichter werden es ihre Kinder haben.
Die Jugendlichen werden erleben, dass es sehr gut möglich ist, als Muslim hier zu leben. Dazu müssen Muslime aber lernen, überkommene Traditionen einerseits und die echten Grundlagen der Religion andererseits sorgfältig voneinander zu unterscheiden. Der Islam ist dazu da, uns das Leben zu erleichtern und nicht unnötig zu erschweren. Wer ist gläubig? Wer ist ungläubig? Wer kommt ins Paradies? Wer geht in die Hölle? Das sind Fragen, die Gott mit jedem einzelnen Menschen beizeiten klären wird. Jeder einzelne muss sich hier an seine eigene Nase fassen – nicht an die des Anderen! Denn das lenkt nur von unsren eigenen Pflichten ab, von denen das Friedenschaffen eine der wichtigsten ist. | |
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Islamisches Wort
Bekir Alboga, M.A.
Bismillahirrahmanirrahim Im Namen Gottes des Gnädigen, des Barmherzigen. | |
„Rufe zum Pfad deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung und führe Streitgespräche mit ihnen auf die beste Art und Weise.“ (Sure 16:125) Mit diesen Worten fordert Gott uns im Koran zum Gespräch über unseren Glauben auf. Er will, dass wir über ihn und seine Botschaft an die Menschen mit unseren Mitmenschen sprechen. Mehr noch: Er will, dass wir darüber disputieren, dass wir diskutieren, uns mit den Argumenten unserer Gesprächspartner auseinandersetzen. Und er will, dass wir die Menschen Kraft unserer eigenen, auf seine Botschaft gestützten Argumente einladen. Ausdrücklich fordert Gott uns auf, höflich und respektvoll zu unseren Gesprächspartnern zu sein. Er warnt uns davor, aus Eifer und Begeisterung heraus, die Grenzen der Weisheit und Ermahnung zu überschreiten. Im Koran gibt es keinen Missionsauftrag, der in seiner Art und Weise mit dem Missionsverständnis vieler christlicher Missionare vergleichbar wäre. Im Koran heißt es unmissverständlich: „Gott ist es, der recht leitet“ (Sure 28,56). Das bedeutet konkret: Das Hinführen zum Islam und die Rechtleitung auf dem Weg des Schöpfers sind ausschließlich Sache Gottes. Selbst seinen Gesandten, den Propheten Mohammed (s.a.w.s.), mahnte er: „Und hätte dein Herr es gewollt, so hätten alle, die insgesamt auf der Erde sind, geglaubt. Willst du also die Menschen dazu zwingen, Gläubige zu werden?“ ( Sure 10,99) Der zweite und genauso wichtige Grundsatz ist die Botschaft, die wir in Vers 256 der zweiten Sure finden. Dort heißt es: “Es gibt keinen Zwang in der Religion. Der rechte Weg ist klar erkennbar geworden. Wer nun also nicht an falsche Götter glaubt, aber an den einzigen Gott, der hat gewiss den sichersten Halt, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Gott hört und weiß alles.” Will heißen: im Islam darf es keine Missionierung im Sinne von Zwangsbekehrung geben! Die Muslime waren und sind einzig und allein dazu aufgerufen, die Menschen zu dem einzuladen, was sie für den rechten Weg halten. Deshalb sagt Gott im Koran: „Sprich: «O Volk der Schrift (Thora und Evangelium), kommt herbei zu einem Wort, das gleich ist zwischen uns und euch: dass wir keinen anbeten denn Gott und dass wir Ihm keinen Nebenbuhler zur Seite stellen und dass nicht die einen unter uns die anderen zu Herren nehmen statt Gott.» Doch wenn sie sich abkehren, dann sprecht: «Bezeugt, dass wir uns (Gott) ergeben haben.»“ (Sure 3,64). | Diese Aufgabe wird Da’wa genannt, was man mit „umwerbende Einladung“ übersetzen kann. Und wie dem eingangs zitierten Vers zu entnehmen ist, haben sich die Muslime bei dieser Einladung mit den Menschen auf die beste Art zu streiten. Es wäre nicht rechtens, sie zum Islam zu zwingen oder ihre Notlage missbrauchend mit materiellen Versprechungen zu locken. Auch die Vorstellung einer „Islamisierung der Welt“, die auch heute noch von Eiferern angestrebt wird, ist angesichts der daraus entstehenden gewalttätigen Verwerfungen nicht mit dem Islam vereinbar, dessen oberste Prämisse heißt: in Frieden leben. Und wichtig für uns ist: die überwältigende Mehrheit der Muslime in Deutschland hat mit einer solchen „Islamisierung“ nichts im Sinn. Gott sagt im Koran mit Blick auf Juden und Christen unmissverständlich: „Für jeden von euch haben Wir eine Richtung und einen Weg festgelegt. Und wenn Gott gewollt hätte, hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht. Doch will er euch prüfen in dem, was Er euch hat zukommen lassen. So eilt zu den guten Dingen um die Wette.“ ( Sure 5,48) Gott hat nicht gewollt, dass sich alle Menschen zu einer einzigen Religion bekennen. Die religiöse Verantwortung ist individuell. Muslimisch handelt deshalb in erster Linie jener, der aufgrund seines Glaubens genügend Selbstvertrauen hat, um seinen Mitmenschen deren eigenen Glauben ohne Wenn und Aber zuzubilligen. In diesem Sinne haben sich 138 religiöse Führer der Islamischen Welt im Oktober 2007 in einem offenen Brief an die Christen gewandt. Wörtlich schreiben sie: „Muslime und Christen stellen gemeinsam mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. Ohne Frieden zwischen diesen beiden religiösen Gemeinschaften kann es keinen wirklichen Frieden in der Welt geben. Die Zukunft der Welt hängt vom Frieden zwischen Muslimen und Christen ab.“ Das Fundament für Frieden und gegenseitiges Verständnis sind zwei Grundprinzipien beider Glaubensüberzeugungen: Liebe den einen Gott und liebe deinen Nächsten. Die Einzigkeit Gottes, die Notwendigkeit, ihn zu lieben, und die Notwendigkeit der Liebe zum Nächsten sind daher eine gemeinsame Basis für den Islam und das Christentum. Zum Thema Nächstenliebe sagt der Prophet Mohammed: "Niemand von euch hat den Glauben, es sei denn ihr liebt euren Nächsten mit derselben Liebe, mit der ihr euch selbst liebt." (Sahih Buchari) | |
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Aiman Mazyek Aachen, Das Islamische Wort -SWR Jesus im IslamBismillahirrahmanirrahim Im Namen Gottes des Gnädigen, des Barmherzigen. | |
Eine der Kernaufgaben des interreligiösen Dialogs besteht darin, Unterschiede darzustellen und Gemeinsamkeiten aufzuzeigen. Im christlich-islamischen Dialog ist das auf sehr eindruckvolle Weise an den Beispielen von Jesus und Maria möglich. Denn beide, der Prophet Jesus wie auch seine Mutter Maria, genießen ein ausgesprochen hohes Ansehen im Islam.
Nach Maria ist ein ganzer Koranabschnitt – eine Sure – benannt. Der Prophet Muhammad spricht von Maria als die „beste Frau auf dieser Welt“. Nach islamischem Verständnis ist Marias Schwangerschaft ein Zeichen Gottes. Erschrocken wendet sich Maria in Sure 3 Vers 45 an ihren Schöpfer und spricht: „Mein Herr, soll mir ein Sohn (geboren) werden, wo mich doch kein Mensch (ﺭﺷﺒ) berührte?“
Und so wird Jesus auf wunderbare Weise geboren - mit dem Befehl Gottes, der auch den ersten Menschen Adam ohne irdischen Vater hervorgebracht hat. Im Koran lesen wir: „Wahrlich, Jesus ist vor Gott gleich Adam; Er erschuf ihn aus Erde, alsdann sprach Er zu ihm: ‚Sei!’ und er war.“(Sure 3:59)
Muslime respektieren und verehren Jesus, so wie sie auch den anderen Gesandten Gottes mit Hochachtung und Ehrerbietung begegnen. Die Gläubigen, so der Koran, „glauben an Gott und Seine Engel, an Seine Bücher und Seine Propheten. Wir machen keinen Unterschied zwischen Seinen Gesandten“ (Sure 2:285). Mit Büchern sind hier die Thora und das Evangelium gemeint, an die Muslime in ihrer herabgesandten Form glauben.
Aus der hohen Wertschätzung, der Jesus im Islam zuteil wird, lässt sich auch erklären, warum Muslime sich verletzt fühlen, wenn Jesus zuweilen in Filmen und Karikaturen in beleidigender Weise dargestellt, oder wenn sein Ansehen in Büchern geschmäht wird. Viele Muslime empfinden bei der Verunglimpfung von Jesus genauso viel Trauer oder auch Empörung wie bei der Verunglimpfung Mohammeds.
Christen und Muslime glauben an den einen Gott, der uns Menschen erschuf, die Welt und den Kosmos formte und der Anfang und Ende kennt. | Nach muslimischer Gottesvorstellung ist und bleibt Gott eins und ungeteilt (Sure 5:116). Jesus ist - entgegen der christlichen Lehre - nicht Sohn Gottes. „Es (ist nicht an Gott) steht Gott nicht an, sich einen Sohn zu nehmen. Gepriesen sei Er! Wenn Er etwas beschließt, so spricht Er nur: ‚Sei!’ und es ist. (Sure 19:35)
Jesus ist Gottes Gesandter für sein Volk, die Juden, und in diesem Sinne wird er Mahdi (Messias) genannt, der vor dem Tag der Auferstehung nochmals diese Welt betreten wird.
Alle Propheten, wie auch der Prophet Jesus, sind mit Wundern bedacht worden. Im Koran spricht Jesus zu den Menschen: „Seht, ich bin zu euch mit einem Zeichen von eurem Herrn gekommen“. Zum Ende desselben Verses heißt es: „Ich heile den Blindgeborenen und den Aussätzigen und mache die Toten mit Gottes Erlaubnis lebendig (Sure 3/49).
Wie Muhammad kam Jesus nicht, um die Grundlehre früherer Propheten - den Glauben an den einen Gott - zu ändern. Jesus kam, um sie zu bekräftigen und zu erneuern. Es gibt noch einen wesentlichen Unterschied zwischen christlichem und islamischem Jesusverständnis. Nach islamischer Auffassung ist Jesus von Nazareth nicht am Kreuz gestorben. Die Feinde Jesu wollten ihm zwar schaden, doch, so heißt es im Koran, „sie machten Pläne und Gott macht Pläne, und Gott macht die besten Pläne“ (Sure 8:30). „...sie sprachen: „Wir haben den Messias, Jesus, den Sohn der Maria, den Gesandten Gottes getötet“, während sie ihn doch weder erschlagen noch gekreuzigt hatten, sondern dies wurde ihnen nur vorgetäuscht...“ (Sure 4:157) Die meisten Koranausleger erklären diesen Vers als „er schien ihnen so“, d.h. der Mann, der von den Feinden Jesus getötet und gekreuzigt wurde, schien nur Jesus zu sein, war es aber tatsächlich nicht. Und schließlich heißt es „Vielmehr hat Gott ihn zu Sich emporgehoben, und Gott ist Allmächtig, Allweise.“ (Sure 4:158) Wenn die Christen an Weihnachten die Geburt von Jesus feiern, so ist das auch für Muslime ein Freudentag, wegen der hohen Wertschätzung die Isa – so das arabische Wort für Jesus – im Islam genießt.
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Bismillahirrahmanirrahim
Im Namen Gottes des Gnädigen, des Barmherzigen.
Laa ikraha fi`d-diin - Es gibt keinen Zwang in der Religion !
![]() Bekir Alboga, Mannheim Islamisches Wort
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Wir finden diese göttliche Aussage im Koran. „Kein Zwang in der Religion“, das lesen wir in Sure 2, Vers 256. Al-Baqara – so heißt die längste Sure, die für uns ein Resümee der letzten Botschaft Gottes an die Menschheit ist.
„Gott - es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Lebendigen, dem Aus-Sich-Selbst-Seienden und Allerhaltenden. Weder Schlummer ergreift Ihn noch Schlaf.“ Das steht in Vers 255 der gleichen Sure. Und dann im nächsten Vers ermahnt uns Gott, er zeigt uns den Weg, er gibt uns in seiner letzten Botschaft an die Menschen eine klare Weisung: „Es soll kein Zwang sein in der Religion“ - Laa ikraha fi`d-diin. Das ist die Krönung seiner Botschaft von Adam (a.s.w.s.) dem ersten bis zu Mohammed (s.a.w.s.) dem letzten Propheten. Das Wort ad-diin kann sowohl als Religion als auch als Glaube wiedergegeben werden. Das bedeutet, dass wir dieses Wort Gottes als „Es soll kein Zwang sein im Glauben“ oder auch als „Es soll kein Zwang sein in der Religion“ übersetzen können und beide Interpretationen sind richtig. Wir können es sogar als „Es soll kein Zwang im Religionsrecht bzw. -gesetz sein“ wiedergeben.
Dieses sagt nicht irgendein Idol oder Religionsführer. Es stammt nicht aus der Feder eines Gelehrten, dessen Aussage ein anderer Gelehrter rückgängig machen oder relativieren könnte. Diese Aussage kommt von Gott. Kein Gelehrter, kein Frommer, nicht einmal der Prophet kann sie außer Kraft setzen. Die Muslime müssen demnach hinsichtlich der Religionsausübung dem allumfassenden Prinzip der Toleranz folgen. Im Koran steht nicht: Laa ikraha fil-Islam – „Kein Zwang im Islam“. Das ist wichtig, für Muslime und ebenso für Nicuslime. Denn damit tritt die Tragweite dieser Aussage erst richtig zu Tage. So wie niemand gezwungen werden darf, den Islam anzunehmen, so darf auch niemand gezwungen werden, dem Christentum, Judentum oder irgendeiner Religion beizutreten. Dass der göttliche Grundsatz, kein Zwang in der Religion, im Laufe der Geschichte verdreht, missachtet und missbraucht worden ist, ändert nichts an seiner universellen Aussage. Der Islam betrachtet die Annahme einer Religion erst dann als gültig, wenn sie freiwillig und ohne Zwang geschieht. Das ist ein Beleg dafür, wie viel Wert Gott dem freien Willen eines jeden einzelnen Menschen beimisst. Und gerade deswegen lehnt der Islam die Annahme einer Religion oder auch die Abkehr davon aufgrund von Zwang ab. | Gott überlässt die Deutung dieser wichtigen Koranstelle nicht Menschen. Nicht einmal seinem Propheten, über den er als Botschafter den Menschen verkündet: „Wenn dein Herr es gewollt hätte, so hätten alle Menschen auf der Erde sich die Wahrheit angeeignet und geglaubt. Willst du etwa Menschen Gewalt antun, damit sie glauben.“ (10:99)
Nun frage ich diejenigen, die versuchen, die Welt im Namen des Islams mit ihrem Terror zu überziehen, ob sie ihre Religion wirklich verstehen. Ich frage mich, ob diese Leute normal sind? Nein, sie sind nicht normal. Denn sie begreifen einen wesentlichen Grundsatz des Islams nicht. Sie sitzen einem Wahn auf. Sie wollen der Welt ihr krankhaftes Verständnis von Religion, Kampf und Gerechtigkeit aufzwingen. „Kein Zwang im Glauben“ - das verneint nicht nur, jemand anderem eine bestimmte Interpretation, eine bestimmte Spielart eines Glaubens aufzuzwingen. Es bedeutet auch, Zwang gegen sich selbst ist nicht statthaft. Fanatismus, Extremismus, Terrorismus – das ist Zwang (Ikraah). Gott verbietet Ikraah. Er will keinen Fanatismus, und Er will keinen Extremismus.
Die Religion mit Feuer und Schwert zu verbreiten; Apostaten mit dem Tod zu bestrafen, Künstlern mit Mord zu drohen; Zwangsheiraten anzuordnen; Sippenmorde zu begehen, die traditionell und unzutreffend Ehrenmorde genannt werden - das sind alles Handlungen, die unzutreffend mit islamischen Prinzipien gerechtfertigt werden. Es sind Handlungen, bei denen gegen den koranischen Grundsatz verstoßen wird: „Kein Zwang in der Religion“.
Menschen, die offenen Herzens sind und ihren Verstand benutzen, können zwischen Wahrheit und Irrtum unterscheiden. Unsere Aufgabe als muslimische Gemeinschaft ist es nicht, Menschen mit Zwang zum Islam zu bekehren oder Muslime zu einer bestimmten Auslegung des Islams zu zwingen. Wir können Nicuslime wie auch Muslime nur dazu einladen, über den Islam und seine Botschaft nachzudenken. Gott möchte, dass wir über seine Zeichen nachdenken und dass wir Einsicht haben. Er zwingt uns nicht zum Gebet, aber er ermahnt uns dazu, weil es besser ist für die Gläubigen. Er zwingt uns nicht zum Glauben, aber er verspricht Belohnung jenen, die seinen Worten folgen – freiwillig! |
Denn er sagt: Es gibt keinen Zwang in der Religion! als PDF zu lesen |
Zitat »Muslime verurteilen jede Art von Terrorismus. Ich persönlich verurteile jeden, der im Namen des Islam den Terrorismus als Waffe benutzt und unschuldige Zivilisten tötet.« Bekir Alboga
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Stand: 29.02.2012