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بسم الله الرحمان الرحيم

"Letztlich ist nicht der Glaube das Entscheidende"

Völkerkundler Delius über die wahren Gründe für islamisch-christliche Konflikte

Muslime massakrieren Hunderte Christen in Nigeria, kurz zuvor sterben dort Hunderte Muslime durch Christenhand. Ein Glaubenskonflikt? Nein, sagt Ulrich Delius, Referatsleiter bei der Gesellschaft für bedrohte Völker: Es geht um Ressourcen für das nackte Überleben.

Jochen Spengler: Mehr als 500 Menschen wurden am Wochenende in Nigeria getötet. Es waren Christen, die meisten Frauen und Kinder, die einem Massaker durch muslimische Nomaden im Bundesstaat Plateau zum Opfer fielen. Aber Nigeria ist nicht der einzige Staat, in dem es gefährlich ist für Christen; das streng gläubige christliche Hilfswerk Open Doors spricht von der "größten Christenverfolgung aller Zeiten". Erst Ende Februar hatte die Evangelische Kirche in Deutschland zu einem Gebetswochenende für verfolgte Christen ausgerufen. Volker Kauder, der Fraktionsvorsitzende von CDU/CSU im Deutschen Bundestag, sagte dazu in seinem Internet-Blog.

O-Ton Volker Kauder: Christen sind die am meisten verfolgte religiöse Gruppe in der ganzen Welt. Malaysia, Ägypten, auch in Indien und China, in Afrika werden Christen allein deswegen, weil sie ihren Glauben leben wollen, verfolgt. Auch in der Türkei wird es immer schwerer für Christen, ihre Kirchen zu besuchen, oder gar Kirchen zu bauen.

Der Fraktionschef der Union im Deutschen Bundestag, Volker Kauder. -

Am Telefon begrüße ich nun Ulrich Delius, Referatsleiter bei der Gesellschaft für bedrohte Völker. Guten Morgen, Herr Delius.

Ulrich Delius: Schönen guten Morgen, Herr Spengler.

Spengler: Haben Volker Kauder und die EKD, die Evangelische Kirche in Deutschland Recht? Sind die Christen derzeit die am meisten verfolgte religiöse Gruppe in der Welt?

Delius: Nein. Es gibt natürlich viele Verfolgungen von Christen und sie haben sicherlich Recht, wenn sie darauf hinweisen, dass die Situation von Christen zum Beispiel im Irak, oder in Ägypten sehr, sehr schwierig ist. Aber von der größten Verfolgung zu sprechen, ist sicherlich verfehlt, weil es gibt auch viel Verfolgungen von Buddhisten, es gibt Verfolgungen von Muslimen, und man muss immer sehr genau unterscheiden, weshalb es zu solchen Auseinandersetzungen kommt. Ist jetzt wirklich der religiöse Glauben das Entscheidende daran, oder sind es nicht letztlich viele, viele Faktoren, die zusammenkommen, und dann spielt das Religiöse insofern nur ein Moment, dass sich Menschen aufgrund ihres Glaubens dann zusammentun und zum Beispiel verfolgt fühlen. Die Christen halten zusammen, wenn sie von Muslimen angegriffen werden; Muslime halten zusammen, wenn sie von Christen attackiert werden. Dieses Spiel haben wir jetzt mehrfach in Nigeria in den letzten Wochen beobachtet, weil im Januar war es die Muslime, die mehr als 300 Tote zu beklagen hatten.

Spengler: Aber es sind immer Gruppen, die sich religiös definieren, also Muslime gegen Christen, Christen gegen Muslime?

Delius: Ja, aber letztlich ist nicht der Glaube das Entscheidende, was sozusagen dann den Stein ins Rollen bringt, sondern wir haben hier in Nigeria zum Beispiel, im Norden Nigerias, Verteilungsprobleme. Wir haben das große Problem, dass der Klimawandel dazu führt, dass es immer weniger Weideland gibt und dass es deshalb Auseinandersetzungen zwischen Nomaden und bäuerlicher Bevölkerung gibt. Und sobald es so einen Übergriff gibt - das mag manchmal nur eine Lappalie sein -, dann tun sich die Opfer zusammen, sagen, wir Christen werden angegriffen, oder wir Muslime werden angegriffen, und gleich mobilisiert man sich sozusagen entlang der religiösen Linien, entlang der Gruppenlinien. Das hat aber nichts mit religiöser Verfolgung zu tun. Es ist nicht die Religion an sich, die verfolgt wird, der Glaube, der unterdrückt wird, sondern es geht darum, dass es immer weniger Platz für immer weniger Menschen gibt, auf dem sie eben letztlich langfristig überleben können.

Spengler: Wenn das stimmte, was Sie da sagen, warum ist es dann so, dass im Islam zum Beispiel die Apostasie, also der Abfall vom Glauben, mit der Todesstrafe geahndet wird?

Delius: Das ist natürlich ein entscheidendes Problem. Ich sage ja nicht, dass es keine Christenverfolgung gibt. Nur wir müssen uns jeden Konflikt ganz genau individuell anschauen: Was ist daran ein Glaubenskonflikt und was ist daran ein Konflikt, wo letztlich die Glaubenslinien dazu führen, dass sich bestimmte Gruppen zusammentun und dann als bedroht fühlen. Der Apostasie-Vorwurf ist natürlich ein nicht hinnehmbarer und eine Menschenrechtsverletzung.

Wir arbeiten seit Langem zum Beispiel zu Pakistan, wo eben Christen einfach willkürlich inhaftiert werden, weil sie der Gotteslästerung angeklagt werden.

Ähnliche Probleme gibt es auch in Ägypten. Das sind direkte Fälle der Glaubensverfolgung, die man auch als solche charakterisieren sollte. Aber man muss sehr vorsichtig sein, jeden Konflikt, wo irgendwie Religion mit reinspielt als einer von vielen Gründen, gleich als Glaubenskrieg zu werten, wie es jetzt zum Teil die Medien und Politiker tun.

Spengler: Herr Delius, haben Sie eine Erklärung dafür, dass die Verfolger meistens, nicht nur, aber meistens islamischen Glaubens sind?

Delius: Nun, wir kennen auch sehr, sehr viele Fälle, ehrlich gesagt, in denen die Verfolger keine Muslime sind und die Muslime Verfolgte sind. Insofern tue ich mich etwas schwer mit der Aussage. Aber es ist natürlich immer wieder ein Problem der Minderheit insgesamt, wie Minderheiten behandelt werden. Dass Christen in muslimischen Gesellschaften enorme Probleme haben, ob jetzt in Ägypten, ob in Indonesien, in Malaysia, in der Türkei, ist definitiv sicherlich der Fall. Nur ich würde das jetzt nicht direkt auf den muslimischen Glauben beziehen. Wir haben ähnliche Probleme zum Beispiel auch von Buddhisten in China, von Muslimen in buddhistischen Gesellschaften, wie zum Beispiel in Burma. Insofern ist das ganz problematisch, das zu generalisieren und zu sagen, der Islam zum Beispiel bietet anderen Religionen nicht die Möglichkeit, sich zu artikulieren. Wir haben auch Probleme von Muslimen in buddhistischen Gesellschaften, wie zum Beispiel in Thailand, wo es auch einen Krieg gibt, über den man kaum redet und wo dann die Muslime die Opfer sind.

Spengler: Das christliche Hilfswerk Open Doors hat einen sogenannten Weltverfolgungsindex veröffentlicht und danach sind 8 von 10 Ländern, wo die Verfolgung am schlimmsten ist, islamisch. Verharmlosen Sie nicht den militanten Islam?

Delius: Nein. Es geht nicht darum, den militanten Islam zu verharmlosen. Man muss ihn anklagen, dort wo man ihn ausmacht. Nun muss man solchen Hilfswerken auch ganz klar mal ins Stammbuch schreiben, es ist ein Spiel mit dem Feuer, was sie machen, wenn sie solche Konflikte, die vielfache Ursachen haben, gleich als Glaubenskrieg versuchen darzustellen, zum Teil, muss man ganz offen sagen, um hier eben auch um Spendengelder zu werben, weil sie wissen, dass sie mit solchen Aussagen eben auch viele Spenden bekommen können.

Spengler: Würden Sie denn der EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann, der ehemaligen, früheren Ratsvorsitzenden, widersprechen, die gesagt hat, von den 2,2 Milliarden Christen weltweit würden 100 Millionen verfolgt oder bedroht?Delius: Nein. Die Zahl könnte sogar noch höher sein. Das kommt immer darauf an, wie man mit der Situation der Freikirchen in der Volksrepublik China umgeht, weil da gerade die EKD sich zum Teil sehr zurückgehalten hat, ihre Kritik auch zu äußern an der Verfolgung dieser Kirchen. Es stimmt sicherlich, die Zahl ist sehr, sehr hoch. Nur sollte man nicht jeden Konflikt, in dem Religion eine Rolle spielt, dann gleich als Glaubenskrieg darstellen, sondern man muss wirklich ausmachen, wo ist es die entscheidende, was ist letztlich das, was die Verfolgung ausmacht. Sind es ökologische Gründe, sind es soziale Gründe, sind es machtpolitische, wie sehr häufig? Immer wieder wird Religion eben instrumentalisiert, auch zur Verfolgung.

Spengler: Also die Ursachen der Christenverfolgung sind nicht immer dieselben, auch wenn der Umstand, dass die Verfolgten Christen sind, übereinstimmt?

Delius: Genau. Wir haben zum Beispiel Fälle wie die Kopten in Ägypten, wo es ein ganz klares Neidmoment gibt, wo man sagen muss, die Kopten haben wirtschaftlich immer wieder Erfolg gehabt und deshalb werden sie von Muslimen eben auch zum Teil so geneidet, deshalb gibt es viele Übergriffe auf sie. Ganz unterschiedliche Gründe, je nach Konflikt, und man muss wirklich jedem Konflikt auch gerecht werden. Ansonsten ist das eine äußerst problematische Aussage, wenn man einfach alle verfolgte Christen sozusagen versucht, in einen großen Topf zu tun, und dann so eine Mischung entsteht, na ja, wir werden ja so oder so von allen anderen Religionen verfolgt und vor allen Dingen vom muslimischen Glauben

Ulrich Delius, Referatsleiter bei der Gesellschaft für bedrohte Völker. Danke für das Gespräch

 
 
 


Interview zum rechten Wahlerfolg

"Ein Wahlerfolg mit Sogwirkung"

Der Wahlerfolg des Rechtspopulisten Wilders in den Niederlanden wird auch hierzulande kontrovers diskutiert. Ob das Erstarken der Partei der Freiheit auch auf die Stimmung gegenüber dem Islam in Deutschland Einfluss hat, hat tagesschau.de den Rechtsextremismusforscher Alexander Häusler gefragt.

tagesschau.de: Wie schätzen Sie den Wahlerfolg von Geert Wilders und seiner Partei für die Freiheit ein?

Alexander Häusler: Er kam absolut nicht unerwartet. Was man dort sieht, ist eigentlich das Ergebnis der populistischen Schraube, die von diesen islamfeindlichen Bewegungen losgetreten wird - hier in Gestalt der Wilders-Partei – und die Erfolg zeitigt. Seine Inszenierung, islamfeindliche Parolen in die Welt zu setzen, irrige Forderungen wie den Koran zu verbieten oder Muslime auszuweisen, hat ja bekannterweise zu seinem Prozess geführt und gleichzeitig hat er sich erfolgreich als Opfer einer vermeintlichen Meinungsdiktatur inszeniert. Das ist diese populistische Schraube, an der Geert Wilders scheinbar perfekt dreht - und das regt zu Nachahmungen in ganz Europa an.

Zur Person:

Alexander Häusler ist Sozialwissenschaftler und Rechtsextremismusforscher. Er arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsstelle Neonazismus der Fachhochschule Düsseldorf. Häusler ist Herausgeber der ersten wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der "Pro-Bewegung".

 Wilders ist Vorbild für deutsche Rechtsextremisten

tagesschau.de: Könnten die Erfolge von Wilders auch die Stimmung gegenüber dem Islam in Deutschland beeinflussen?

Häusler: Die Stimmung ist ja schon beeinflusst durch diese populistische Inszenierung von Wilders, beispielsweise durch seinen billigen Propagandafilm „Fitna“, der zu internationalen Reaktionen und Diskussionen geführt hat. Und auch die jüngsten Inszenierungen, die sein Gerichtsverfahren nach sich gezogen haben, haben gezeigt, dass sich mit diesen populistischen Eskalationsstrategien Erfolg erzielen lässt. Wenn man sieht, dass alle Rechtsaußenparteien hier in der Bundesrepublik positiv auf diesen Aktionismus von Wilders in den Niederlanden verweisen und ihn zum Vorbild erklären, dann sieht man, dass das auch eine Sogwirkung auf die Rechtsaußengruppierung in der Bundesrepublik hat.

tagesschau.de: Welche Verbindungen gibt es zwischen der Wilders-Partei und den "pro"-Bewegungen in Deutschland, vor allem zu "pro Köln"?

Häusler: Es gibt keine direkte Verbindung. Aber diese im europäischen Vergleich noch unbedeutende "pro"-Bewegung hat die Partei von Geert Wilders als Vorbild erkoren. Sie versucht, in diesem Sog dieser erfolgreichen islamfeindlichen Populisten mitzuschwimmen. Geert Wilders selbst achtet peinlichst genau darauf, zu offen rechtsextremen  Gruppierungen in Europa auf Abstand zu gehen.  Er ist aber schon bei Rechtsaußengruppierungen in der israelischen Knesset aufgetreten und hat dort versucht, auf de Ticket der Islamfeindlichkeit mit rechten Kräften zusammenzuarbeiten. 

Die Islamfeinde in Europa eint ein Kulturrassismus

tagesschau.de: Aber Wilders hat doch in der Vergangenheit geäußert, er könne  sich durchaus eine gemeinsame Fraktion der islamfeindlichen Parteien im Europaparlament vorstellen?

Häusler: Richtig, man muss sich klar darüber sein, dass es in Europa eine brüchige und in sich widersprüchliche Achse der Islamfeinde gibt in den unterschiedlichen Ländern, die alle ein Kulturrassismus eint . Die Partei von Wilders ist dort das verbindende Glied. Im Europaparlament, wo die Partei der Freiheit bei den letzten Wahlen wieder einen großen Erfolg errungen hat, kann man sehen, dass sich dort noch keine neue Fraktion gebildet hat. Die alte europäische Rechtsaußenfraktion ist zerbrochen an internen Konflikten. Jetzt wird probiert, eine neuen Achse, eine neue Fraktion zusammenzustellen. Das ist aber bis jetzt nicht zu Stande gekommen.

tagesschau.de: Auch, wenn Wilders den direkten Kontakt zu den "pro"-Bewegungen meidet, treten Vertraute von ihm aber immer mal auf islamfeindlichen Veranstaltungen auf - wie beim sogenannten "Anti-Islamisierungskongress" in Köln im vergangenen Jahr. Wie passt das zusammen?

Häusler: Die Islamfeinde unterschiedlicher Couleur treffen sich unter dem einigenden Banner des Kulturrassisimus. Deswegen sieht man auch bei Aufmärschen, bei Aktivitäten  und öffentlichen Veranstaltungen von "pro Köln" auch Vertreter und Persönlichkeiten der niederländischen Partei für die Freiheit. Die "pro"-Bewegung versucht jetzt Ende März erneut ein rechtspopulistischen Spektakel im Ruhrgebiet zu veranstalten. Dort haben sie zu einer sogenannten "Europäischen Anti-Minarettkonferenz" eingeladen. Zu diesem Spektakel sind auch Geert Wilders und Vertreter seiner Partei eingeladen.

Initiative "pro Köln":

"Pro Köln" ist eine rechtspopulistische Bürgerbewegung. Sie ist mit einer eigenen Fraktion im Kölner Stadtrat vertreten. "Pro Köln" wird seit 2004 vom Verfassungschutz beobachtet. Ihr erklärtes Ziel ist es, Zuwanderung zu begrenzen und eine Islamisierung zu stoppen. Nach dem Vorbild von "pro Köln" wurden die Bürgerbewegungen "pro NRW" und "pro Deutschland" gegründet.

tagesschau.de: Wird Wilders bei weiteren Wahlerfolgen, beispielsweise bei den bevorstehenden Parlamentswahlen, sein Beziehungsnetz in Europa vielleicht noch enger knüpfen und auch die "pro"-Bewegung und andere Anti-Islam-Parteien mit einbeziehen?

Häusler: Man muss sehen, dass der Erfolg von Wilders in den Niederlanden dadurch zustande kommt, dass er den Rassismus mehrheitsfähig machen kann, weil er sich selber gleichzeitig von offen rechtsextremistischen Gruppierung distanziert, die in den Niederlanden im Vergleich zu anderen europäischen Ländern keinen großen Zuspruch haben. In den Niederlanden ist  bislang keine offen rechtsextreme Partei in Erscheinung getreten oder hat größeren Zulauf bekommen. Das kulturelle und politische Klima in den Niederlanden lässt ein offenes Bekenntnis zum Faschismus auch nicht zu.

tagesschau.de: Wo genau liegt der Unterschied zur "pro"-Bewegung?

Häusler: Die "pro"-Bewegung ist eine Gruppierung von Rechtsaußen, die aus der Parteienstruktur der extremen Rechten in Deutschland entstanden ist. Sie ringt mit den Rechtsaußenparteien um das Stammwählerpotenzial und probiert gleichzeitig, einen neuen politischen Ort zu besetzen, nämlich eine Leerstelle zwischen der extrem rechten Parteienlandschaft und der konservativen etablierten Rechten. Und da sieht sie Geert Wilders und seine Partei der Freiheit, neben der FPÖ in Österreich oder dem Flaems Belang in Belgien, als Vorbild an.

Das Ziel: Kultur- und Religionskritik mehrheitsfähig machen

tagesschau.de: Kann es in Deutschland eine ähnliche Entwicklung wie in den Niederlanden geben?

Häusler: Die Situation in den Niederlanden kann nicht so ohne weiteres auf die Bundesrepublik übertragen werden. Dort gab es die großen Auseinandersetzungen nach den Morden an dem schillernden Rechtspopulisten Pim Fortuyn und an dem Filmemacher Theo van Gogh. Das ist mit Deutschland nicht vergleichbar. Was man allerdings sehen kann ist, dass auf dem Ticket des vermeintlichen Kampfs gegen Political Correctness und Meinungsdiktatur populistisch ein Feld besetzt werden kann, das bislang die rein neonazistische auftretende extreme Rechte in der Bundesrepublik nicht besetzen konnte. Nämlich vom offenen Bekenntnis zum Nationalsozialismus und auch zum Antisemitismus Abstand zu nehmen und den Rassismus, der nach wie vorhanden ist, über den Umweg der vermeintlichen Kultur- und Religionskritik mehrheitsfähig zu machen. Das ist ein Feld, das Wilders bereitet hat und das zur Nachahmung in der extremen Rechten in ganz Europa und eben auch in der Bundesrepublik einlädt.  

Das Interview führte Andreas Bauer für tagesschau.de

 
 

 
 

Anti-islamische Bewegungen in Deutschland

"Islamophob – und stolz darauf"

Fundamentalistische Christen hetzen mit populistischen Parolen gegen Muslime– für sie die neue Gefahr in Europa. Die Besucherzahlen mancher ihrer Internetseiten sind erschreckend hoch. Claudia Mende hat recherchiert

Islam versus Christentum? Seitdem Muslime ihre Präsenz mit Moscheebauten verdeutlichen, ist die Stimmung in Deutschland gereizt "Gott will die Liebe", nennt sich die Gruppe. Doch sie verbreitet eine Menge

Unfrieden. Im Juli sorgte "Gott will die Liebe" in München bei einer städtischen Info-Reihe über den Islam für Furore.

Die Veranstaltung des Erlanger Islamwissenschaftlers und Juristen Matthias Rohe zum Thema "Grundgesetz und Sharia" ging im Tumult unter und musste abgebrochen werden. Einige Tage später erhielt Rohe per E-Mail eine Morddrohung, die der Jurist auf seiner Homepage der Öffentlichkeit zugänglich machte.

"Deus Vult Caritatem" (Gott will die Liebe) lautete im Jahre 1099 der Aufruf Papst Urbans an die ersten Kreuzritter. Sie sollten die Muslime aus dem Heiligen Land vertreiben.

"Heute ist es höchste Zeit, wieder zu reagieren und das Abendland sowie alle anderen vom radikalen Koran-Islam Bedrohten zu schützen und zu verteidigen", heißt es auf der Homepage von Deus Vult, die Ostern 2007 zum 80. Geburtstag von Papst Benedikt eingerichtet wurde.

"Sie richten viel Schaden an."

Und so stellen sich die modernen Kreuzfahrer vor, das durch Islamisierung bedrohte Abendland zu retten: "Versuch der Re-Evangelisierung des eigenen Landes und behutsame christliche Mission gegenüber Mohammedanern, die wir auf friedliche und gutartige Weise von der Umklammerung des 'Propheten' zu befreien versuchen sollten."

Radikale Christen machen mobil gegen den Islam. "Es sind zwar zahlenmäßig kleine Gruppen, aber sie machen einen ungeheuren Druck durch Leserbriefe, Telefonanrufe im Ordinariat und bei öffentlichen Veranstaltungen", beschreibt Andreas Renz, Referent für interreligiösen Dialog der Diözese München, ihre Aktivitäten. "Es entsteht eine Atmosphäre der Unsicherheit. Sie richten viel Schaden an."

Während die beiden großen Kirchen sachlich auf- klären wollen und viele Gemeinden aktiv im Dia- log engagiert sind, ist für fundamentalistische Christen der Islam die neue Gefahr für Europa. Für Andreas Renz handelt es sich bei den Gruppen um ein weites Spektrum, das vom rechten Rand bis in die Mitte der Gesellschaft hineinreiche.

Anzeige gegen Verbreitung des Korans

Deus Vult ist dabei nur ein kleines Licht. Bundes- weit bekannt ist der "Bundesverband der Bürgerbewegungen zur Bewahrung von Demokratie, Heimat und Menschenrechten" (BDB).

Der Verein engagiert sich nach eigenen Angaben "gegen die Bildung einer fundamental-islamischen Parallelgesellschaft in Deutschland" und gegen Muslime, "die europäischen Bürgern mit immer neuen Forderungen Teile der Scharia aufzuzwängen gedenken".

Zu den Forderungen des BDB gehört die "Überprüfung von Art. 4 GG (Religionsfreiheit) hinsichtlich seiner Anwendbarkeit auf die Politreligion Islam", ein Verbot des Baus von Minaretten, die "Ächtung der Banken und Finanzdienstleister, die in Europa scharia-konforme Geldanlagen anbieten und es damit zulassen, dass in unserer Wirtschaftsordnung das Wirtschaftsmodell der Scharia eingeführt wird".

Ein Mitglied des Vereins erstattete Anzeige gegen die Verbreitung des Korans, weil er den Tatbestand der "Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen" sowie den "Tatbestand der Volksverhetzung" erfülle.

Die Anzeige wurde vom Hamburger Amtsgericht abgelehnt. Großes Vorbild des BDB ist der ostdeutsche Pfarrer Roland Weisselberg, der sich am Re- formationstag 2006 wegen der drohenden Islamisierung Deutschlands selbst angezündet hat und an den schweren Verbrennungen starb.

Anti-islamische Partei geplant

Prominenteste Figur der Anti-Islam-Bewegung ist der ehemalige FAZ-Redakteur und Buchautor Udo Ulfkotte ("Der Krieg in unseren Städten") mit sei- nem Verein "Pax Europa". Ulfkotte will eine eigene anti- islamische Partei gründen, in der alle islamkritischen Kräfte unter seiner Führung zusammen arbeiten

Der ehemalige FAZ-Redakteur und Buchautor Udo Ulfkotte ist mit seinem Verein "Pax Europa" die prominenteste Figur der Anti-Islam-Bewegung. Für den 11. September plante sein Verein Pax Europa eine Großdemo in Brüssel. Menschen aus ganz Europa sollten hier nach Angaben der Veranstalter unter der Parole "Stoppt die Islamisierung Europas" demonstrieren.

Der Brüsseler Bürgermeister Freddy Thielemans verbot die Demonstration, die daraufhin in Köln mit Ralph Giordano als Hauptredner stattfinden sollte. Doch in Köln sagte Ulfkotte seinerseits ab. Angeblich weil die Sicherheit der Demonstranten nicht gewährleistet sei. Oder weil Ulfkotte doch nicht so viele prominente Unterstützer fand?

Zwar weisen diese rechtspopulistischen Islam- Gegner jeglichen Rechtsextremismus weit von sich. Doch auf den einschlägigen Internetseiten toben sich unzensiert niederste Instinkte aus.

Hass auf Muslime

Auf über vier Millionen Besucher kommt die Inter- netseite www.politicallyincorrect.de des katholischen Grundschullehrers Stefan Herre aus Berg- isch-Gladbach. Im Shop kann man Buttons und Tassen mit der Aufschrift "islamophobic – and proud about it" (Islamophob – und stolz darauf) kaufen.

In den Kommentaren finden sich beispielsweise folgende Äußerungen zum Gammelfleischskandal, an dem natürlich wieder mal die Muslime schuld seien: "Der Blutschande entgegen dem deutschen Butterbrot muss Einhalt geboten werden!"

"Kann man die systematische Versorgung der Bevölkerung mit Dreck als Ernährungsdschihad bezeichnen?" fragt ein Andreas von Montbard. Von keinem Moderator unterbunden, sprießt hier der Hass auf Muslime. "Warum sollte ich die Moslems nicht genauso generell hassen wie die Nazis? Beide sind religiös verbrämte faschistische Ideologien", schreibt der anonyme Nutzer Capt.

Mit auf der Seite christlicher Islam-Gegner befindet sich auch die "Evangelische Allianz", der Dachverband von etwa 1,3 Millionen evangelikalen Christen in Deutschland. Ulfkotte publiziert im Christlichen Medienmagazin Pro der Allianz.

Hartmut Steeb, Generalsekretär der Evangelischen Allianz, hält Ulfkottes Feldzug gegen die Islamisierung Europas für "eine wichtige Sache". der Schrift "Klarheit und gute Nachbarschaft" hat die Islamwissenschaftlerin Christine Schirrmacher, wissenschaftliche Leiterin des Islaminstituts der Evangelischen Allianz, mitgearbeitet.

Schirrmacher vertritt eine Abgrenzung gegenüber dem Islam, die an der Basis umstritten ist. Wer Schirrmacher fragt, was für sie der Islam ist, erhält allerdings keine Antwort.

"Das kann ich so nicht sagen", weicht Schirrmacher am Telefon der Frage aus. "Es ist aber kein aggressiver Standpunkt zu sagen, der christliche Glaube ist die einzige Wahrheit." Dementsprechend ver- fasst sie Gebetskalender, in denen für Muslime ge- betet wird, damit sie endlich Christus kennen lernen.

"Evangelikale nutzen die anti-islamische Bewegung für ihre Zwecke", kommentiert Sabine Schiffer vom Institut für Medienverantwortung in Erlangen. Schiffer beobachtet seit Jahren die Islambilder in den Medien. "Die Argumentation der Bürgerbe- wegungen sind christlich-fundamentalistisch durchzogen", erläutert die Wissenschaftlerin.

Das Klima ist schärfer geworden. Seitdem Muslime ihre Präsenz in der deutschen Gesellschaft mit Moscheebauten deutlich anmelden, sind die Reaktionen gereizt bis ausfällig.

Auch kritische Islamwissenschaftler wie Ursula Spuler-Stegemann aus Marburg sind entsetzt, wie emotional aufgeheizt die Debatte über Muslime mittlerweile ist – bis hin zu der Morddrohung ge- gen ihren Kollegen Matthias Rohe.

Spuler-Stegemann ist bekannt für ihre teils harte Kritik an den islamischen Verbänden, doch sie warnt vor den populistischen Ausschlachtern von Ängsten. "Kritisch sein ist in Ordnung, aber dieses Hochschaukeln der Situation, das kann es nicht sein."

Claudia Mende

 
 
 

Kritik an den Medien

Gratulationswünsche zum Ramadan vom Kölner Stadt-Anzeiger am 21.09.2009

 

 

Brief an den Kölner Stadt-Anzeiger
Sehr geehrte Redaktion,

da feiern 1,3 Milliarden Menschen in aller Welt das Ramadanfest. Genau wie ich, wissen Sie sehr genau, dass davon nur ein Bruchteil der Muslime den „Islamisten“ zu zurechnen ist.

Bei dem hohen Fest der Muslime, bringen Sie ein Bild wo Männer mit Gewehren zu sehen sind und ein kleines Kind, und schreiben „ein Kind vor Islamisten.“

Das ist genau das, was ich gerade Ihrer Zeitung vorwerfe, dass sie einfach nur solchen Bilder und viele solcher Überschriften bringen um zu suggerieren, dass Muslime gewalttätig sind, und das genau an ihrem hohen Festtag, der genau so gefeiert wird, wie die Christen das Weihnachtsfest feiern.

Sind sie eigentlich nicht im Stande, objektiv zu berichten, wenn es um den Islam und die Muslime geht. Alle Muslime leben in diesem Lande, achten die Gesetze, gehen ihrer Arbeit nach und leben friedlich und sie gratulieren diesen Menschen mit solch einem Bild und solch einem Artikel.

Sie sollten eigentlich doch die Gruppe sein, die Ungerechtigkeiten an den Pranger stellt, aber sie sind diejenigen die Ungerechtigkeiten propagieren und die Ängste schüren um noch mehr Zeitung zu verkaufen.

Friede sei mit Ihnen und der ganzen Welt

Salamou alaikum

Ich habe gesehen, dass sie im E-Paper das Bild ausgewechselt haben und auch den Artikel darunter ein wenig geändert haben, dass hilft aber nicht, dass sie die muslimischen Menschen in der ganzen Welt diskreditiert haben.

Elisabeth Müller

Danziger Straße 16

53859 Niederkassel

Telefon:  02208 910396

Mobil:     01717023929

E-Mail:     muslime-in-niederkassel@t-online.de

 
 
 

Medien und Integration

Politik als Korrektiv

der vierten Gewalt ist paradox.

Die Wächterrolle der Medien wird nicht mehr wahrgenommen!

Medien ethnisieren und polarisieren vor allem bürgerlich aufgeklärte Kreise, allen voran Journalisten – in der Qualitätspresse ebenso wie im Boulevard. Ein Berufsstand, der so große Stücke auf seine Aufgeklärtheit, Kritikfähigkeit und seine Wächterrolle hält, entpuppt sich mehr und mehr als eine Ansammlung enthemmter Kleinbürger. Ressentimentgeladenen, unfähig und unwillig, den aktuellen Entwicklungsstand der Einwanderungsgesellschaft zu reflektieren.

Während sich Spitzenpolitiker hierzulande um neue Wege der Integration von Migranten bemühen, entpuppen sich Journalisten zunehmend als eine Ansammlung enthemmter Kleinbürger. Die Politik als Korrektiv der vierten Gewalt – eine Paradoxie der deutschen Geschichte, meint Eberhard Seidel.

 
 

Deutsche Tageszeitugen; Foto: dpa

Beim Thema Integration ethnisieren und polarisieren in Deutschland vor allem bürgerlich aufgeklärte Kreise, allen voran Journaliste, meint Eberhard Seidel. "Jeder dritte Einwanderer: arbeitslos. Migranten im Bremer Norden: heimatlos. Eine Armada von Helfern: machtlos. […] Es ist schwer, nicht wütend zu werden." (Stern, 5. 4. 2009)

Seit nunmehr fünf Jahren wird das Lied der gescheiterten Integration gesungen. Ralph Giordano, Seyran Ates, und Necla Kelek trällern es, ebenso die FAZ und die taz. Längst hat sich ein binäres Weltbild vom "Fremden" und "Eigenen" in die Köpfe eingefräst.

"Integration und Migration" – an keinem anderen Thema lässt sich der Wandel der Öffentlichkeit in den zurückliegenden Jahre besser illustrieren. Als ein Teil der politischen Klasse Anfang der Neunzigerjahre eine Kampagne gegen Asylsuchende entfachte, boten hunderte Journalisten den Scharfma-chern aus den Parlamenten die Stirn. Sie informierten, kritisierten und kommentierten.

Und sie warnten: Hier werden Freiheits- und Menschenrechte zur Disposition gestellt. Am Ende stand ein Aufbruch der Zivilgesellschaft – Proteste, Lichterketten und schließlich, unter der rotgrünen Regierung, ab 1998 eine Phase der Selbstkritik und der Besinnung.

 

Ethnisierung sozialer Probleme

 

Zehn Jahre später ist alles anders. Nun ethnisieren und polarisieren vor allem bürgerlich aufgeklärte Kreise, allen voran Journalisten – in der Qualitätspresse ebenso wie im Boulevard. Ein Berufsstand, der so große Stücke auf seine Aufgeklärtheit, Kritikfähigkeit und seine Wächterrolle hält, entpuppt sich mehr und mehr als eine Ansammlung enthemmter Kleinbürger. Ressentimentgeladenen, unfähig und unwillig, den aktuellen Entwicklungsstand der Einwan-derungsgesellschaft zu reflektieren.

Ihr vermeintlich aufklärerisches Tun ist gespeist von Ängsten vor Verlust der gesellschaftlichen Kontrolle. Eifrig sammeln sie Eindrücke in den gesellschaftlichen Randzonen, den Neuköllns und den Rütli-Schulen der Republik. Ohne Skrupel werden Anomien auf die Gesamtheit der Einge-wanderten übertragen, ein aggressives Ihr und Wir konstruiert.

Integrationsministerin Maria Böhmer bemüht sich um neue Wege der Integration und startete unter anderem die Kampagne "Vielfalt als Chance". Heute sind es Repräsentanten der Macht, die dem Wüten der Journaille entgegentreten. Kanzlerin Merkel, Innenminister Schäuble, SPD-Chef Müntefering und Außenminister Steinmeier – sie alle bemühen sich um neue Wege der Integration. Die Politik als Korrektiv der vierten Gewalt –eine Paradoxie der deutschen Geschichte.

Differenzierung nach Milieus

Seit Ende 2008 liegt nun die komplette "Sinus-Studie über Migranten-Milieus in Deutschland" vor. Sie wurde 2006 begonnen und veröffentlichte erste Ergebnisse im Herbst 2007. Die quantitativen und qualita-tiven Ergebnisse der repräsentativen Studie räumen gründlich mit der medialen Kons-truktion auf: Migranten sind keine homogene Gruppe; sie definieren sich nicht vor allem über den ethnischen Hintergrund oder Reli-gion.

Erstmals in der Geschichte der Bundesre-publik werden Migranten, analog zu der deutschen Mehrheitsbevölkerung, differen-ziert nach sozialer Lage und Grundori-entierung betrachtet. Acht Milieus werden vorgestellt. Sie reichen vom interkulturell-kosmopolitischen Milieu über das statusori-entierte und traditionelle Arbeitermilieu bis hin zum religiös-verwurzelten.

 

 

 

 

Die Sinus-Studie machte darauf aufmerksam, dass nur rund 7 Prozent der Migranten dem religiös-verwurzeltem Milieu, das rigide Wertvorstellungen vertritt, angehören. Er-gebnis: Nur rund 7 Prozent der Migranten gehören dem religiös-verwurzeltem Milieu an, das strenge und rigide Wertvorstellungen vertritt, den patriarchalen und religiösen Traditionen der Herkunftsregionen verhaftet ist und sich in kulturelle Enklaven zurück-zieht.

 

  
 

Seit 2007 veröffentlicht das sozialwissen-schaftliche Institut Sinus Sociovision aus Hei-delberg nun schon Teilergebnisse der groß angelegten Untersuchung, die den Migran-tinnen und Migranten ein hohes Maß an Integrationsbereitschaft attestiert. Und die darauf aufmerksam macht, dass der Einfluss religiöser Traditionen überschätzt wird. So bekennen sich 84 Prozent zur Trennung von Staat und Religion und meinen, Religion sei Privatsache.

Wahrgenommen oder gar diskutiert werden die Ergebnisse der Studie kaum. Die taz widmete ihnen seit 2007 einen einzigen Artikel. Im gleichen Zeitraum erschienen rund 300 Artikel zu Ehrenmord, Zwangs-heirat und Rütli-Schule; Stichworte, die für das Scheitern der Integration stehen.

Natürlich bemühen sich eine Reihe dieser Artikel um Differenzierung. Allein durch ihr Referenzsystem bleiben sie allerdings Teil der insgesamt problematischen bis reaktionären Integrationsdebatte. Ähnlich sieht es in den anderen Qualitätszeitungen der Republik aus.

Integration gilt als überflüssig

Diese Berichterstattung und nicht die Erkenntnisse der Sinus-Studie prägen folglich das Alltagsbewusstsein. Demgegenüber be-schreibt die Sinus-Studie die Individua-lisierung und Pluralisierung der Lebensformen unter Migranten: 98 Prozent wählen ihren Ehepartner selber; 83 Prozent der befragten Menschen mit Migrationshintergrund leben gern in Deutschland; 82 Prozent sprechen mit ihren engsten Freunden deutsch, und für 74 Prozent sind Bildung und Wissen wichtige Werte

Seit 2007 sind eine Reihe von umfangreichen Studien und Untersuchungen zum Migrationsgeschehen in Deutschland erschienen. "Muslime in Deutschland" zum Beispiel. Ein 500-seitiges erhellendes Werk zu Integration, Integrationsbarrieren, Religion und Einstellungen zu Demokratie, Rechtsstaat und politisch-religiös motivierter Gewalt. Aufschlussreiche Ergebnisse, die in Vielem die Berichterstattung ad absurdum führen.

Weniger Verständnis haben viele Deutsche für die Gleichbehandlung von Migranten, Homosexuellen oder Andersgläubigen. Maßnahmen auf politischer und insbesondere auf gesetzlicher Ebene werden abgelehnt.

Eberhard Seidel

© Qantara.de 2009

Eberhard Seidel ist Geschäftsführer von "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Außerdem arbeitet er als Journalist zu den Schwerpunkten Rechtsextremismus, Migration, politischer Islam und jugendliche Subkulturen. Gemeinsam mit Sanem Kleff veröffentlichte er kürzlich "Stadt der Vielfalt. Das Entstehen des neuen Berlin durch Migration" (Berlin 2009)
  
 
 

Der neue Hass

In Dresden wird eine Muslimin im Gerichtssaal erstochen - und lange interessiert sich niemand dafür. Das Desinteresse ist auch Ausdruck der in Deutschland verbreiteten Assoziation: : "Islam, Islamist, Terrorist".

Ein Kommentar.

Von Dresden bleiben viele unbeantwortete Fragen: Wie kann ein Angeklagter in einem Gerichtssaal 18 Mal auf eine Zeugin einstechen, ohne dass ihm jemand wirksam in den Arm fällt? Wie konnte er den anscheinend einzigen Helfer, ihren Ehemann, noch lebensgefährlich verletzen? Wieso schießt der schließlich aufgetauchte Polizeibeamte nicht auf ihn, sondern gezielt auf den ägyptischen Ehemann?

Auf eine Frage allerdings ist eine Antwort womöglich heute schon möglich: Warum ist der Tod einer Kopftuchträgerin, die nicht Opfer eines „Ehrenmords“ wurde, eine Woche lang nur eine kurze Meldung und für die politischen Institutionen kein Grund, auch nur zu zucken? Könnte es sein, dass dieser Tod – es wird wegen Mordes ermittelt – nicht in unser Raster passt? Eine junge Frau, Muslima, akademisch gebildete berufstätige Apothekerin, duckt sich unter den massiven Beleidigungen („Schlampe“, „Islamistin“, „Terroristin“) nicht weg, sondern wehrt sich: Sie zeigt den Mann an. Der wird verurteilt, während einer neuen Verhandlung bringt er sein Opfer um.

Vielleicht schaut man da weg, weil das Hinschauen zu viele populäre Dogmen Lügen strafen würde. Den Lehrsatz „Bildung ist der Schlüssel zur Integration“ zum Beispiel: Hier starb eine junge bestausgebildete Frau, verheiratet mit einem Landsmann, der am angesehenen Max-Planck-Institut arbeitete – wer weiß, ob das die Wut des Täters nicht sogar gesteigert hat? Oder nehmen wir den: „Islam und westliche Gesellschaft passen nicht zusammen“. Marwa E. wehrte sich auf eine nicht nur rationale und zivile, sondern nebenbei auch überaus deutsche Weise: Statt zurückzubrüllen oder zuzuschlagen, erstattete sie Anzeige.

Und eine weitere Wahrheit sollte schmerzen: Die Assoziation „Islam, Islamist, Terrorist“, das alles ausgelöst durch den Anblick eines Menschen mit dunklerer Haut und einem Kopftuch, ist nicht nur Extremistendenke, auch wenn der Dresdner Täter, nach seinen Äußerungen vor Gericht zu urteilen, NPD-Sympathisant ist. Aber seit Deutschland kaum nach dem 11. September 2001 den Krieg gegen den Terror durch Einführung der Rasterfahndung gegen alle eröffnete, die Bart oder Kopftuch und große muslimische Frömmigkeit zeigen, vollzieht sich der Kurzschluss von Islam zu Terror nicht nur in den Köpfen von Außenseitern. Antisemitismus ist endlich weitgehend geächtet, nun ist Islamhass im Begriff, zur akzeptablen Form des guten alten Rassismus zu werden – und es ist ein Glück, dass der Zentralrat der Juden sich dem seit langem entgegenstemmt.

Aber die Kanzlerin schweigt und Sachsens Justizminister nimmt den Fall lediglich zum Anlass, die „offene Justiz“ mit offenen Gerichtssälen beenden zu wollen. Dabei ist die Öffentlichkeit der Justiz ein, wenn nicht der Eckstein des modernen Rechtsstaats. Als Geert Mackenroth noch den Deutschen Richterbund führte, rechtfertigte er die Frankfurter Polizeifolter. Vor manchen seiner Minister muss sich der Rechtsstaat vielleicht mehr fürchten als vor der Scharia.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 08.07.2009)

Hier noch einen Artikel zu lesen : Islamfeindlichkeit ist feststellbar

 
 
 

Der hessische Kulturpreis 2009 wird einem Muslim verweigert.

Navid Kermani hatte eine Meditation über das Bild „Kreuzigung“ von Guido Renis verfasst.

 Warum hast Du uns verlassen?

Eine Bildmeditation vor Guido Renis

"Kreuzigung" in der Basilika San Lorenzo in Lucina .

 

VON NAVID KERMANI

Aus Versehen stieg ich genau vor der Kirche San Lorenzo in Lucina aus dem Bus, der mir zum ersten Mal in Rom nicht vor der Nase abgefahren war, so glücklich hatte der Tag bereits begonnen. Wie ich mich auf der Karte orientierte, empfahl mir der Kunstreiseführer einen Blick auf die "Kreuzigung" von Guido Reni, die eines seiner Meisterwerke sei. Ich konnte mich an kein anderes Meisterwerk Renis erinnern, assoziierte nur Andachtskarten, Amen, Antipode Caravaggios, aber dankbarer sollte ich dem Kunstreiseführer selten sein.

Als Nachdruck hat das Gemälde immer noch etwas von einem Andachtsbild, wie es die Zigeuner vor den Kirchen für fünfzig Cent verkaufen, als gewaltige Leinwand auf dem Hochaltar der Barockkirche, wo es schwarz-goldene Säulen, ein Plüschvorhang, dicke Engel und elektrische Kerzen umrahmen, ist Renis "Kreuzigung" ein Aufruhr, gerade indem es der Verklärung des Schmerzes widerspricht.

Gewiss stößt mir die Lust, die katholische Darstellungen seit der Renaissance an Jesu Leiden haben, auch deshalb so auf, weil ich es von der Schia kenne und nicht kenne. Ich kenne es, weil das Martyrium dort genauso exzessiv bis hin zum Pornographischen zelebriert wird, und ich kenne es nicht, weil genau dieser Aspekt der Schia in Großvaters Glauben, der mehr als jeder andere Bezugspunkt meine eigene religiöse Erziehung bestimmt hat, wie ich bei der Lektüre seiner Memoiren feststelle, keine Rolle spielte, ja als Volks- und Aberglauben abgelehnt wurde, der die Menschen davon abbringe, die Welt zu verbessern, statt nur ihren Zustand zu beklagen.

Kreuzen gegenüber bin ich prinzipiell negativ eingestellt. Nicht, dass ich die Menschen, die zum Kreuz beten, weniger respektiere als andere betende Menschen. Es ist kein Vorwurf. Es ist eine Absage. Gerade weil ich ernstnehme, was es darstellt, lehne ich das Kreuz rundherum ab. Nebenbei finde ich die Hypostasierung des Schmerzes barbarisch, körperfeindlich, ein Undank gegenüber der Schöpfung, über die wir uns freuen, die wir genießen sollen, auf dass wir den Schöpfer erkennen.

ch kann im Herzen verstehen, warum Judentum und Islam die Kreuzigung ablehnen. Sie tun es ja höflich, viel zu höflich, wie mir manchmal erscheint, wenn ich Christen die Trinität erklären höre und die Wiederauferstehung und dass Jesus für unsere Sünden gestorben sei.

Der Koran sagt, dass ein anderer gekreuzigt worden sei. Jesus sei entkommen. Für mich formuliere ich die Ablehnung der Kreuzestheologie drastischer: Gotteslästerung und Idolatrie.

Meine Tochter früher in der Kirche zu wissen, wo sie als Grundschülerin gelegentlich die Fürbitte las, weil sie so gut lesen konnte und so eitel war, auf jeder Bühne stehen zu wollen, selbst wenn sie dafür eine Stunde früher aufstehen musste, meine Tochter unterm Kreuz zu wissen, war unangenehm. Natürlich sagte ich nichts, schließlich ist man liberal.

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU)

Als "Staatsposse" hat Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) die Aberkennung des Preises an Kermani kritisiert. "Wenn Navid Kermanis kühner Artikel über die Empfindungen eines Muslims bei der Betrachtung einer Darstellung der Kreuzigung Christi in einer römischen Kirche tatsächlich der Grund ist, ihm dem zugedachten Preis für seinen Beitrag zum Dialog der Religionen zu verweigern, dann sollte der Staat besser auf die Verleihung von Kulturpreisen verzichten", hatte Lammert am Freitag erklärt.

Elisabeth Mariam Müller - Mein Kommentar dazu:

Die Posse des Hessischen Kulturpreises ist grotesk. Man sollte den Text von Navid Kermani aufmerksam lesen. Wer keinen Schritt aus eigener Religion raus zu gehen bereit ist, der sollte nicht so tun, als ob er tolerant ist und dialogbereit.

Kermani schreibt als Schiit über ein Bild, das ihn in einer katholischen Kirche faszinierte und überraschte.

Muslime lehnen Darstellungen von Gott und auch vom Propheten ab. Muslime glauben auch nicht an die Kreuzigung des Propheten Isa.

Trotzdem setzt sich Kermani feinfühlig mit der Darstellung von Guido Renis Kreuzbild auseinander. Er schreibt aus seiner Sicht und gibt wieder was er bei Kreuzen empfindet. Er schreibt wörtlich:

„Für mich aber ist das Kreuz ein Symbol, das ich theologisch nicht akzeptieren kann, akzeptieren für mich, meine ich, für die Erziehung meiner Kinder. Andere mögen glauben, was immer sie wollen; ich weiß es ja nicht besser.“ Weiter schreibt er: „Für mich formuliere ich die Ablehnung der Kreuzestheologie drastischer: Gotteslästerung und Idolatrie.“

Es ist eine ehrliche Sicht und eine akzeptable Stimme im Dialog der Weltreligionen.

Aber diese ehrliche Sicht eines Muslims kann man nicht tolerieren, das verlangt man immer nur von den anderen, von sich – wie diese Reaktion von Kardinal Lehmann, der langjährige Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche

 

Peter Steinacker und auch der Ministerpräsident Roland Koch beweist – ist Toleranz ein Fremdwort und von den Akteuren ein unreifes Verhalten. Wie vielfach bewiesen, wird Dialog der Religionen im Mund geführt, aber gehandelt wird ganz anders, wie auch der „Dialog der Religionen“ in meiner Stadt gehandhabt wird.

Eingegriffen habe ich nur bei der Messe zur Einschulung, als die Kinder Hostien essen sollten, gleich welchen Glaubens. Da wünschte ich mir, die Kirche sei weniger liberal. Wenn solche Vorgänge für mich nur Kindereien wären, hätte sie sich auch bekreuzigen können.

Für mich aber ist das Kreuz ein Symbol, das ich theologisch nicht akzeptieren kann, akzeptieren für mich, meine ich, für die Erziehung meiner Kinder. Andere mögen glauben, was immer sie wollen; ich weiß es ja nicht besser.

Ich jedoch, wenn ich in der Kirche  bete, was ich tue, gebe acht, niemals zum Kreuz zu beten. Und nun saß ich vor dem Altarbild Guido Renis in der Kirche San Lorenzo in Lucina und fand den Anblick so berückend, so voller Segen, dass ich am liebsten nicht mehr aufgestanden wäre. Erstmals dachte ich: Ich - nicht nur: man -, ich könnte an ein Kreuz glauben.

Reni verklärt nicht den Schmerz, den er nicht zeigt. Ihm gelingt, was andere Jesusdarstellungen behaupten: Er führt das Leiden aus dem Körperlichen ins Metaphysische über. Sein Jesus hat keine Wunden, keine Abzeichen der Striemen und Hiebe, ist schlank, aber nicht abgemagert. Selbst wo seine Hände und Füße ans Kreuz genagelt sind, fließt kein Blut. Wären die Nägel nicht, es sähe aus, als breite er die Hände zum Gebet aus. Er blickt in den Himmel, die Iris aus dem Weiß des Auges beinah verschwunden: Schau her, scheint er zu rufen. Nicht nur: Schau auf mich, sondern: Schau auf die Erde, schau auf uns. Jesus leidet nicht,  wie es die christliche Ideologie will, um Gott zu entlasten, Jesus klagt an: Nicht, warum hast du mich, nein, warum hast du uns verlassen?

Die Landschaft ist christianisiert, sodass nicht die Menschen geschieden sind in Tätervolk und Opfervolk wie im Neuen Testament, sondern Himmel und Erde, Gott und die Menschen. Der Totenkopf am Kreuz deutet darauf hin, dass hier schon andere gestorben sind; die zeitgenössisch gekleideten Spaziergänger in verdüsterter italienischer Landschaft geben zu verstehen, dass auch  jetzt gestorben wird; die Häuser im Hintergrund mit der Kuppel, die der Petersdom sein könnte, weisen auf die Stadt, aus welcher der Gekreuzigte zu stammen scheint.

Dieser Jesus ist nicht Sohn Gott es und nicht einmal sein Gesandter. Gerade weil sein Schmerz kein körperlicher ist, nicht Folge denkbar schlimmster, also ungewöhnlicher, unmenschlicher Folterungen, stirbt dieser Jesus stellvertretend für die Menschen, für alle Menschen, ist er jeder Tote, jederzeit, an jedem Ort. Sein Blick ist der letzte vor der Wiederauferstehung, auf die er nicht zu hoffen scheint.

Toleranz ohne Respekt?

Tolerant ist er, aber zeigt er genug Respekt

 

 

Genau das bezweifeln Kardinal Lehmann und der langjährige Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau, Peter Steinacker.

Sie weigerten sich, den Hessischen Kulturpreis 2009 für "interreligiöse Kooperation und die Schaffung einer Kultur des Respekts" gemeinsam mit Kermani anzunehmen. Und das Kuratorium des Kulturpreises sah als Konsequenz von dem Vorhaben ab, neben Lehmann, Steinacker und dem jüdischen Preisträger Salomon Korn einen muslimischen Vertreter auszuzeichnen.

 

Ein Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung brachte das Aus für Kermani. In dem Essay beschreibt Kermani seine persönliche Ablehnung der christlichen Kreuzestheologie, und wie diese Haltung in Rom bei der Betrachtung von Guido Renis Kreuzigungs-Gemälde ins Wanken geriet. Eigentlich erzählt diese Episode eine faszinierende, von einem Kunstwerk ausgelöste, Entwicklung von bloßer Toleranz gegenüber einer anderen Religion zum Respekt für einen ihrer bis dahin fremdartigen Grundzüge. Was könnte beispielhafter sein für einen Anstoß zum Dialog zwischen den Religionen? Oder ist der Dialog in der Philosophie dieses Preises gar nicht vorgesehen, und "Respekt" nur ein anderes Wort für Abgrenzung? Oder banaler: die christlichen Kirchenoberen waren in ihrer Entscheidung - einmal mehr - schlecht beraten? Als gutes Beispiel für eine "interreligiöse Kooperation" taugt dieser Hessischer Kulturpreis jetzt jedenfalls nicht mehr 

 
 
 

 

Religiöse Menschen sehen sich immer mehr aggressiven Vorurteilen ausgesetzt

6.10.2008

Renommierte internationale Studie weist massive Vorbehalte gegen Juden und noch stärkere gegen Muslime in Europa und Deutschland aus. Auch antichristliche Stimmungen vorhanden

Eine neue Studie des PewResearch Center auf Basis internationaler Umfragen weist wachsende antijüdische und massive antimuslimische Vorurteile in Teilen der europäischen und auch deutschen Bevölkerung aus. Das sind die erschreckenden Ergebnisse der aktuellen Studie des Pew Research Center in Washington (siehe auch unterer link). Seit 2002 befragt das renommierte Institut Menschen weltweit zu ihren Haltungen gegenüber Religionen, Völkern und Staaten. Fast 25.000 Interviews in 24 Staaten haben die US-Forscher geführt.

 

Interpretationen liefern sie nicht, aber klare Profile: Der typische europäische Antisemit ist alt, ungebildet, wählt rechte Parteien und kann sich auch mit Muslimen nicht anfreunden.

So ist in den meisten europäischen Ländern der Vorbehalt gegen Juden gestiegen: In Deutschland z.B. von 20% in 2004 auf 25% in 2008.

Noch massiveren Vorurteilen sehen sich Muslime ausgesetzt. So geben in Spanien, Deutschland und Polen jeweils etwa die Hälfte aller befragten Erwachsenen eine negative Haltung gegenüber Muslimen an. In Spanien 52%, Deutschland 50%, Polen 46%. Das ist ein erschreckendes Beispiel hoher Islamfeindlichkeit. Einziger Wehrmutstropfen: Die Muslimfeindlichkeit in Europa bleibt zwar hoch, stagniert aber.

Auch Negativurteile gegen Christen sind verbreitet. In Deutschland oder Frankreich bekunden inzwischen zweistellige Prozentzahlen der Befragten Skepsis und Ablehnung gegenüber Christen.

Die Deutung, dass Angst vor Radikalität die Religiosität unter den Generalverdacht des Fanatismus stellt, greift inzwischen zu kurz. Ob gegen Muslime, Juden oder Christen gerichtet: „Antireligiöse Strömungen sind, freihändig formuliert, im Kommen.“, interpretiert betroffen Werner Bergmann vom Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung die jüngsten Zahlen (Wiener Tagesszeitung).

Aiman A. Mazyek erklärt in einem Kommentar im Berliner Tagesspiegel dazu jüngst (siehe auch unterer link): „Bei vielen eher religiös Unmusikalischen in unserem Land ist die Versuchung groß, ihren Widerwillen gegenüber Religion weiter gerade am Islam austragen zu wollen.“

 
 

Sogenannte "Islamkritiker" haben "Pro Köln" und Co erst richtig stark gemacht -

Von Hilal Sezgin

Islamkritik "wunderbares Ventil für die ganz normale Ausländerfeindlichkeit" und Fremdenfeindlichkeit

Im Nachhinein haben natürlich alle die Gefahr schon immer gesehen. NACH diesem Wochenende war bereits VOR diesem Wochenende die ganze bürgerliche Öffentlichkeit geschlossen gegen "pro Köln". Und nicht nur das: Sie findet auch entschiedene Worte für diese Bewegung - fast sind es Schimpfworte, die man sonst eher im autonomen oder sehr linken Spektrum vernimmt: In den Radiosendungen und Zeitungen vom Montag hießen die Anhänger von pro köln jetzt nicht nur "Rechte", sondern auch "Faschisten", nicht nur "Nazis", sondern "braune Soße", "ewig Gestrige" und "Halunken". Die Gesichter von Nachrichtensprechern und Politikern verziehen sich vor Ekel bei der Vorstellung, dass so etwas Braunes auf geheimnisvollen Schleichwegen wieder ins schwarz-rot-goldene Land gefunden hat.

Dabei mussten die doch gar nicht auf Schleichwegen einwandern, jedenfalls nicht, bevor sie diesen Rheindampfer bestiegen - die Bewegung wuchs und wächst vor aller Augen in diesem Land! Dieselben Bürger, die jetzt missbilligen und erschaudern, denken in Bezug auf Moscheebau und Islamgefahr ja insgeheim dasselbe. In der Vergangenheit haben sie zwar immer wieder eingeräumt, dass sich die Bundesrepublik mit dem Grundgesetz leider in die missliche Lage gebracht habe, auch die Ausübung nichtchristlicher Religionen dulden zu müssen; die Sache behagte ihnen trotzdem nicht, und oft genug hörten wir die Bürger maulen: "Müssen diese Minarette denn wirklich gar so hoch sein...?"

Vergessen also all diese Klagen - jetzt dreht man sich plötzlich um und zeigt mit dem Finger auf die Braunen: "Pfui Teufel, wie kann man nur!" Doch Islamphobie, das kann inzwischen jeder. Oder zumindest jeder zweite. Jeder zweite in Deutschland offenbarte auf entsprechende Befragung hin islamfeindliche Einstellungen, gab letzte Woche das Pew Research Center in Washington bekannt. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen in den vergangenen Jahren auch schon so unterschiedliche Forschungseinrichtungen wie die Gruppe um Wilhelm Heitmeyer und das Allensbacher Institut. Kaum ein Deutscher, der beim Stichwort "Islam" nicht sofort an Intoleranz und unterdrückte Frauen denkt - ganz egal, wie viel ihm Toleranz und Feminismus ansonsten bedeuten.

Und auch ganz unabhängig vom Bildungsstand und dem Grad der Elaboriertheit, mit der sich solche islamophoben Assoziationen dann äußern. Fürs intellektuelle oder jedenfalls meinungssbildende Milieu wurde längst ein eigener Berufsstand aus der Taufe gehoben: die Islamkritik.

Jemand sei "Islamkritiker", erfahren wir dann am unteren Bildschirmrand oder unter Zeitungsartikeln. Solche Islamkritik setzt Standards: Wer vom Islam, nicht aber sofort auch von Klitorisbeschneidung redet, scheint willentlich etwas auszulassen. "Verharmlosung" wird dem vorgeworfen, der sich theologisch mit der Religion des Islam auseinanderzusetzen sucht und dabei nicht auch gleich Erklärungen für die Existenz von Diktaturen und Semi-Dikaturen in Algerien, Saudi-Arabien und Pakistan gibt.

Der Perlentaucher, das Meta-Leitmedium der deutschen Feuilletons, ruft seit Jahren zur Vorsicht vor dem europäischen Islam auf und startet jetzt, wo die erste Serie in Buchform erschienen ist, mit Essays zum Thema "Kulturkampf" durch. Als Maria Gresz am vergangenen Sonntag im spiegel tv-Magazin ihr Entsetzen über die Rechten zeigte, konnte man sich gar nicht vorstellen, dass Spiegel (print) selbst mit Titeln wie "Mekka Deutschland. Die stille Islamisierung" oder "Allahs blutiges Land. Der Islam und der Nahe Osten" dafür sorgt, dass sich die Triade Halbmond, Schwert und Gesichtsschleier jedem ins Gedächtnis brennt, der am Kiosk Zigaretten kauft.

Und völlig normal ist es für vermeintlich ausgewogen besetzte, öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten, Talkshows zu Themen wie "Wieviel Islam verträgt Europa?" und "Wie weit geht die Toleranz?" zu senden: Die Suggestivfrage, als journalistisches Mittel nicht gerade von höchster Qualität, hat sich in der Berichterstattung zum Islam zum Stilmittel erster Wahl gemausert.

Ein wunderbares Ventil für die ganz normale Ausländerfeindlichkeit war damit gefunden: Sie kam unter neuem Namen daher und tarnte sich sogar noch als "Kritik", also progressiv. In ihrem Dienste zogen Reporter aller Sender in deutschen Fußgängerzonen ihre Runden, Politiker nutzten sie für ihre Zuwanderungs- und vor allem Ab- und Ausweisungspolitik.

Dass man die Geister, die man jahrelang rief, mit denen man so fröhlich sang und tanzte, nicht mit einem einzigen Wochenendausflug wieder los wird, sollte keinen verwundern. Mutig und in ihren Protestformen einfallsreich waren die, die am vergangenen Samstag den pro-kölnern den Zutritt zur Stadt verwehrten. Doch der Rest der deutschen Bürgerschaft hat seine wahre Gesinnung noch nicht gezeigt. Deren Solidarität mit Einwanderern, die teilweise, wenn auch natürlich nicht sämtlich Muslime und Moscheebesucher sind, muss sich noch erweisen.


Mit freundlicher Genehmigung der Autorin Hilal Sezgin. Erstveröffentlichung in der Frankfurter Rundschau vom 24.09.08

 
 

04.12.2007

Hanau: Ex-Botschafter Dr. Murad Wilfried Hofmann

sieht sich mit Vorwürfen konfrontiert.

 Von Yasin Alder.

"So etwas noch nie erlebt"

(iz) Dr. Murad Wilfried Hofmann ist ohne Frage einer der bekanntesten und profiliertesten deutschen Muslime und ein international angesehener Autor. Der 76-jährige studierte Jurist war in den 80er und frühen 90er Jahren deutscher Botschafter in Algerien und Marokko und zuvor Informationsdirektor der NATO in Brüssel. Bereits seit 1961 war er im diplomatischen Dienst der Bundesrepublik Deutschland tätig. Insbesondere seit seiner Pensionierung 1994 machte er sich durch die Veröffentlichung von Büchern, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden, und als unermüdlicher Vortragsreisender weltweit einen Namen. Dr. Murad Wilfried Hofmann ist Träger des Bundesverdienstkreuzes. Dass bei all diesem Einsatz für den Islam Kritik nicht ausblieb, besonders bei seinem Buch „Der Islam als Alternative“, das er 1992 noch als amtierender Botschafter veröffentlichte, ist kein Anlass zur Verwunderung.

Einen Vorfall wie den, der ihm neulich anlässlich eines geplanten Vortrags im hessischen Hanau widerfuhr, hat Hofmann allerdings nach eigenem Bekunden noch nie zuvor erlebt. Am 30. November sollte er dort auf Einladung des „Vereins für multikulturelle Ereignisse e.V.“ einen Vortrag mit dem Thema „Islam in Deutschland - Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ halten. Wenige Tage zuvor teilten allerdings die Vermieter der Räumlichkeiten, welche der Stadt Hanau gehören, dem Veranstalter schriftlich mit, dass die zugesagten Räumlichkeiten nicht mehr zur Verfügung stünden, weil der Redner Murad Hofmann „islamistisches Gedankengut“ vertrete, das nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes stehe. Auch nach einem darauf folgenden Gespräch mit dem Veranstalter blieb man bei dieser Sichtweise und der Absage. Der Bundesbeamte a.D. Dr. Murad Hofmann ist empört über diese Vorwürfe: „Der Fall in Hanau stellt eine neue Eskalationsstufe der in Deutschland grassierenden Islamophobie dar“, so Hofmann gegenüber der IZ.
 


In dem Kündigungsschreiben vom 26.11.07 für den angemieteten Veranstaltungsort, das Comoedienhaus Wilhelmsbad bei Hanau, wurde die Kündigung aus zwei Gründen ausgesprochen. Zum einen sei der Saal für eine Veranstaltung mit dem Titel „UNESCO 2007 - Mevlana“ gebucht worden. Doch, so das Schreiben wörtlich: „Es sollte eine kulturelle Veranstaltung sein. Inzwischen ist durch Nachforschungen herausgekommen, daß auch Redner auftreten sollen, die eindeutig islamistisches Gedankengut vertreten. So ist als Redner ein Herr Dr. Murat Hofmann vorgesehen, der Ideen propagiert, die nicht der freiheitlich demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes entsprechen. Unsere Gesellschaft befindet sich zu 100% im Besitz der Stadt Hanau. Diese kann derartige Aktivitäten nicht dulden und fördern.“ Der zweite angegebene Grund ist eine Verletzung des Mietvertrages, weil eine bis 14 Tage vor Veranstaltungsbeginn zu zahlende Vorabzahlung von 30 Prozent des Mietpreises nicht erfolgt sei.

Doch selbst wenn man in beiden Fällen von Fehlern auf Seiten der Veranstalter ausgeht, bleiben noch die Vorwürfe gegen Dr. Murad Hofmann bestehen. „Das rechtfertigt nicht die üble Nachrede mir gegenüber. In § 186 Strafgesetzbuch heißt es: ‚Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird, wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe ... bestraft.’“ so Dr. Hofmann gegenüber der IZ.

Der Pressesprecher der Stadt Hanau sagte dazu gegenüber dieser Zeitung: „Wir haben Hinweise von der Polizei bekommen, wonach zu erwarten sei, dass die Inhalte der Reden nicht mit dem deutschen Grundgesetz vereinbar seien. Deshalb hat unser Rechtsamt dann beschlossen, die Veranstaltung abzusagen.“
Klaus-Dieter Storck, Geschäftsführer des Comoedienhauses und einer der Unterzeichner des Kündigungsschreibens an die Veranstalter, meint, dass man nicht anders habe handeln können: „Wir sind von der Polizei darauf hingewiesen worden, dass Herr Murad Hofmann islamistisches und fundamentalistisches Gedankengut vertritt, und damit auch nicht auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung steht.“
Der andere wesentliche Grund sei gewesen, dass bei der Buchung die Veranstaltung unter dem Titel „UNESCO 2007- Mevlana“ als Musikveranstaltung angekündigt worden sei, was überhaupt nichts mit der Veranstaltung zu tun gehabt habe, die dann tatsächlich für den 30.11. geplant worden sei, was Storck als „arglistige Täuschung“ bewertet. Außerdem sei eine Vorabzahlung nicht pünktlich geleistet worden. „Insofern haben wir nur die Entscheidung treffen können, die Veranstaltung nicht zuzulassen.“
Auf der Veranstaltung seien neben Dr. Hofmann noch andere „Akteure“ vorgesehen gewesen, so Storck, „die wohl in diese Richtung argumentieren. Nur hatten wir bei diesem Namen ganz konkrete Hinweise der Polizei“.

 Man habe auch keinen Anlass gesehen, die Aussagen der Polizei gegenüber Dr. Murad Hofmann zu überprüfen, sondern sich verpflichtet gesehen, entsprechend zu handeln. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Informationen die wir da bekommen, auch den Tatsachen entsprechen, so etwas macht die Polizei ja nicht aus Gutdünken, und sie hat sich ja von sich aus bei unserem Rechtsamt gemeldet“, meint Storck.

Die Stadt Hanau sei ansonsten für interkulturellen Dialog sehr offen und führe diesen auch, nur sei hier eine Veranstaltung unter Vorspiegelung falscher Tatsachen angemeldet worden. Von Seiten der Veranstalter sagt Sedat Okutan dazu, dass zwar der Titel geändert worden sei, nicht aber das Programm, und dass bereits vier Wochen vor dem Veranstaltungstermin eine Einladung mit dem neuen Titel und dem Programm versandt worden sei, unter anderem an den Hanauer Oberbürgermeister.

Unabhängig von den anderen Gründen für die Absage bleiben die Vorwürfe gegen Dr. Murad Hofmann bestehen.
Der so beschuldigte kann die Behauptungen noch immer nicht fassen:
„Ich war 30 Jahre lang, bis 1994, aktiver Bundesbeamter im auswärtigen Dienst. Ich hatte schon während meiner aktiven Dienstzeit eine Reihe von Büchern, darunter das „Tagebuch eines deutschen Muslims“, veröffentlicht, ohne je von meinem Dienstherrn beanstandet worden zu sein.
Auch das Bundesverdienstkreuz erhielt ich bereits als Muslim. Nach meiner Pensionierung habe ich auf der ganzen Welt Vorträge gehalten, davon rund 300 allein Deutschland, ohne je Vorwürfen wie denen, die jetzt aus Hanau kommen, ausgesetzt gewesen zu sein.
Auch das Buch ‚Der Islam als Alternative’, das jetzt schon in der sechsten Auflage erschienen ist, ist nie von meinem Dienstherrn beanstandet worden.“
Angesichts damaliger Angriffe hatte sich das Auswärtige Amt hinter seinen Botschafter Hofmann gestellt und nach einer Prüfung festgestellt, dass das Buch nicht zu beanstanden sei. Zudem, so Hofmann, sei die Kampagne gegen ihn in Zusammenhang mit dem Buch bereits vor Erscheinen des Buches gelaufen und nach Erscheinen des Buches „sofort zusammengebrochen“.
Hofmann zählt einige weitere seiner derzeitigen Funktionen auf:
Mitglied der jordanischen Akademie für islamisches Denken, Unterzeichner der viel beachteten (und kürzlich vom Vatikan wohlwollend beantworteten) Botschaft von 138 prominenten Muslimen an den Papst,
Mitarbeiter im Vorstand des Annemarie-Schimmel-Forums für islamisch-christlichen Dialog, Berater des Zentralrats der Muslime bei der von Bundesinnenminister Schäuble einberufenen Islam Konferenz.
„Es ist mir völlig schleierhaft, wie man in Hanau zu einer solch aggressiven Stellungnahme kommen konnte. Ob dabei eine Denunziation vorliegt oder etwas anderes, ich weiß es nicht“, sagt der ehemalige Botschafter verständnislos.

Kommentare:

Elisabeth Mariam Müller aus Niederkassel schrieb am 06.12.2007

Mit Entsetzen habe ich diesen Artikel gelesen. Dr. Murad Wilfried Hofmanns Bücher habe ich alle gelesen und nie fundamentalistisches Gedankengut gefunden.
So wie ich, ist er zum Islam konvertiert und ist einer der profilitesten Muslime, nicht nur hier sondern auch in anderen Ländern.

Aber das ist inzwischen so, dass man in Deutschland nicht mehr sagen darf, dass man ein Muslim ist. Man wird sofort ausgegrenzt, beleidigt und gemobbt.

Selbst tätliche Angriffe habe ich schon überstehen müssen.

Meines Erachtens sind die Medien Schuld an dieser steigenden Islamphobie. Wie viele falsche Erklärungen in den Medien veröffentlicht werden, wie viele falsche Verhaltensweise von Menschen dem Islam unterstellt werden.

Pauschal werden Muslime unter Generalverdacht gestellt, egal aus welcher Ecke der Welt Fehlverhalten im islamischen Namen gemacht werden.

Man warnt vor Muslime, denn "die sind alle so". Gerade den deutschsprachigen Muslime unterstellt man Fundamentalismus, wie in meinem Ort auch schon passiert.

Am schlimmsten empfinde ich im Moment das Diskussionsforum des zweiten deutschen Fernsehens "Forum am Freitag", dort wird gegen die Muslime, gegen Ausländer gehetzt. Ursprünglich vorgesehen, als Dialog um besseres Verständnis zueinander zu finden. Über 3o Muslime haben im Glauben an diesem Dialog geschrieben, und was ist passiert, sie sind beleidigt worden, jeder ihrer Artikel oder Threads sind niedergeschrieben worden.
Alle Muslime wurden unter Generalverdacht gestellt , als nicht integriebar, als fanatische Konvertiten bezeichnet, als demokratieuntauglich beschrieben, als Schläger von Frauen diffamiert, die zu Ehrenmorde fähig sind und Tötungen wie in den Niederlanden passiert, als Erfolg verbuchen.
Nur noch ein Muslim schreibt in diesem Forum alle haben sich zurück gezogen, weil es nicht mehr erträglich war.
Dann muss man sich nicht wundern, dass dann so was passiert, aber vielleicht kann ich die Grüße und die Dankbarkeit an Dr. Murad Wilfried Hoffman hier zum Ausdruck bringen.

 

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